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Matthias
Lorentz: 4. Bericht (14. 9. 2001)
Hallo Running-Pur Teamer und Running-Pur Surfer,
er hat sich nichts geändert: Ich halte den Structure Triax 6 für
einen hervorragenden Schuh. Wer schmale Füße hat, sollte vielleicht
vorsichtig sein, aber Paßformgeschichten sind ohnehin eine individuelle
Angelegenheit. Ich habe jedenfalls - herzlichen Dank an running-pur und
Nike-Deutschland! - meinen Marathonschuh für den Oktober gefunden.
Mein letzter 3-Stunden-Lauf hat das Vertrauen in das Modell nochmals gestärkt.
Auch bei Nässe und Regen sind meine Füße nicht abgesoffen,
der Sitz an Verse, Mittel- und Vorfuß ist tadellos, kein Reiben
und Scheuern. Der leichte Außensohlenabrieb ist voll im Limit, angesichts
des Testergewichts ohnehin. Funktionelle Verschlechterungen habe ich bis
jetzt nicht gespürt. Und meine harten Waden bei der letzten Tempoeinheit
über 45 Minuten haben bestimmt nichts mit mangelnder Dämpfung
des Schuhs zu tun, sondern mit zu kurzen Regenerationszeiten. Ein leichter,
unaufdringlicher Allround-Schuh, der dem Fuß sein natürliches
Abrollverhalten beläßt, trotz der beachtlich ausgeprägten
medialen zweiten Härte. Daß die Gummirillen der Außensohle
im Bereich des Mittelfusses innen kleine Steinchen "sammeln",
ist ein ästhetischer Mangel aber kaum ein substantieller.
Da ich den Span Triax auch gut kenne, muß ich allerdings sagen:
er bleibt eine gute Alternative mit ähnlicher Laufcharakteristik.
Ich empfinde ihn nach wie vor als gleichrangig, gerade wenn man oder frau
wenig oder gar keine Pronationsstütze benötigt. Und preislich
ist er auch eine Alternative, immerhin 20, -DM günstiger als der
Structure Triax meines Wissens. Der Asics 2060 kann von Glück sagen,
daß er jetzt in verschiedenen Breiten daherkommt, ansonsten wäre
für mich seine pole position nicht mehr nachvollziehbar. Qualitätsunterschiede
liegen hier sicher nicht vor, es geht um individuelle Vorlieben - und
die sollen ja auch bleiben.
Liebe Grüße
Matthias Lorentz
Matthias
Lorentz: 3. Bericht (30. 8. 2001)
Hallo Running-Pur Team,
mein nächster Bericht kommt verspätet, da ich 8 Tage läuferisch
komplett aussetzen mußte. Warum? Zum ersten Mal sind bei mir ernsthafte
Knieschmerzen
aufgetreten. Woran lag's? Am einfachsten wäre es, die "Schuld"
den Structure Triax 5 (!) in die Schuhe zu schieben. Die wollte ich beim
langen langsamen
Lauf testen. Mein Vertrauen in diesen Schuh ist erstmal dahin. Nach 1:45
Stunden ging nichts mehr: Stechende Schmerzen am rechten Knie in der
Meniskusgegend. Leider stand ich da noch mitten im Wald - die ersehnten
Eiswürfel unerreichbar entfernt Daheim. Vielleicht liegt's ja nicht
an den
Tretern, aber sie sind doch härter abgestimmt als das neue Modell
und so eine anatomisch wohlgeformte, den Mittelfuß gut stützende
Einlegesohle wie
der Structure Triax 6 haben sie auch nicht. Letzterer toleriert meinen
eher harten Auftritt offensichtlich besser.
Wie dem auch sei, nun bin ich glücklich wieder mit dem neuen Modell
unterwegs: Und siehe da, schmerzfreies Laufen über 2:45 Stunden möglich.
Das
tut auch der Seele wohl, denn zwischenzeitlich hatte ich schon befürchtet,
meinen Debüt-Marathon im Oktober canceln und stattdessen meinen rechten
Innenminiskus einer Therapie unterziehen zu müssen. Ansonsten bleibe
ich auch nach insgesamt etwa 150 km und zuletzt zwei schnellen Läufen
über 10 km
dabei: der Schuh ist Klasse! Man spürt ihn kaum, er rollt auf Asphalt,
Schotter und Waldboden harmonisch ab (kein abruptes Hebeln nach innen),
bei
Hitze atmet er gut (dünne Lasche) und Nässe schüttelt er
in ausreichendem Maße ab. Am Wochenende werde ich ihn bei einem
hügeligen 10 km-Rennen unter
die Hufe nehmen. Großartig neue Einsichten erwarte ich nicht mehr.
Bis dann
Matthias Lorentz
Matthias
Lorentz: 2. Bericht (16. 8. 2001)
Hallo Running-Pur Team und Running-Pur Leser,
nun also der zweite Bericht. Wie angekündigt, war ich für eine
Woche im Mittelgebirge unterwegs - für mich eine angenehme Abwechslung
zu meinen meist topfebene Pisten vor der Haustür. Ausläufer
des Fichtelgebirges und die sanften Schwünge des Oberpfälzer
Waldes waren nun mein Terrain. Nicht so günstig war, daß ich
daheim noch etwas für den Entwicklungsbereich getan hatte: Fünf
100m-Sprints. Mein Körper konnte sich an sowas kaum noch erinnern
und reagierte mit Muskelkater. Mit etwas harten und schweren Beinen ging's
nun also rauf und runter. Dabei wird naturgemäß der Sitz des
Schuhs geprüft. Zu beklagen gab es an diesem Punkt nichts. Im Gegenteil,
ein guter Halt von der Verse bis zum Zehenbereich, kein Rutschen und trotzdem
ein Fuß der sich frei fühlt. Die Passform ist an meinem Fuß
so optimal, daß die
Schnürung gar nicht so wichtig ist - ganz im Gegensatz zum Structure
5, bei dem ich krampfhaft versuche, mir "Luft" zu verschaffen.
Die Wanderung am Vortag zusammen mit meiner Frau und mit meiner Tochter
in der Rückentrage riefen meine Bandscheiben auf den Plan. Die durften
sich jetzt aber im Bergablauf an der weichen Versendämpfung des Structure
6 freuen. Auch in der Bergaufbelastung ist ein guter Halt und eine direkte
Kraftübertragung auf die Piste zu verzeichnen - ob Asphalt oder Schotter.
Der nächste Lauf über 1,5 Stunden bot mir auch einige Querfeldeinpassagen,
entlang an endlosen Getreide- und Maisfeldern, meist ohne einen Menschen
weit und breit. Ich bin ja ein kritischer Mensch, aber auch da gab es
nichts zu mäkeln. Ich habe das Gefühl, im Vorfuß recht
nah am Boden zu sein, näher als bei meinem Nike Span Triax. Dadurch
stellt sich beim Laufen z.B. über eine ungemähte Wiese ein recht
stabiles Laufgefühl ein. Dafür könnte die Vorfußdämpfung
für meinen Geschmack etwas üppiger ausfallen, sie ist aber auf
jeden Fall ausreichend, was besonders die Bergabläufe auf Asphalt
gezeigt haben. Der Leisten des Structure ist fast gerade, aber ich merke
im
Vergleich zum Span Triax kein langsameres Abrollen. Mein Adidas Supernova
(das alte Lightweight-Modell, jetzt Chartbraker) dürfte etwas flotter
abrollen, aber in meiner Leistungs- und Gewichtsklasse sollte das relativ
nebensächlich sein, zumal auch das jetzt reduzierte Gewicht des Structure
6 ein Leichtlaufgefühl vermittelt.
Also, die ersten Eindrücke haben sich bestätigt. Ich bin rundum
zufrieden mit dem Schuh. Ein optimaler Allrounder.
Matthias Lorentz
Matthias
Lorentz: 1. Bericht (2. 8. 2001)
Hallo Running-Pur-Team,
hier also mein erster Testbericht. Nachdem ich zunächst den Structure
Triax 5 von Nike erhalten hatte, bin ich nach meiner Reklamation nun mit
dem
aktuellen Modell unterwegs. Herzlichen Dank an dieser Stelle für
den schnellen Service von Nike, namentlich von Frau Ariane Massmann. Wenn
ich in den ersten Berichten der Mittester von weißen schmalgeschnittenen
Schuhen lese, scheint es mir, daß auch dort das Fünfer-Modell
zugeschickt wurde. Wie auch immer, nun besteht zumindest die Chance das
Ganze um einen Vergleichstest - Structure 5 mit Structure 6 - zu bereichern:
Beide Modelle unterscheiden sich wesentlich in der Passform. Da ich einen
breiten Vorfuß habe, paßt mir das neue Modell wesentlich besser.
Schon
beim ersten Reinschlüpfen ein wohliges Ahhh. Ein weiter Schaft, viel
Platz, kein Drücken. Da steht man wirklich in dem Schuh, nicht nur
auf dem Schuh. Kaum zu glauben, daß beide mir zugesandte Modelle
die gleiche Größe haben - aber gleiche Größe bedeutet
hier nur gleiche Länge. Das alte Modell spannt bei mir im Vorfuß,
die Schnürung wird so breit, daß kaum genug Schnürsenkel
für eine hübsche Schleife bleibt. Das neue Modell ist etwas
leichter, die Kunstlederteile sind dünner, flexibler und mit vielen
winzigen Löchern versehen, was der Atmungsaktivität förderlich
sein sollte. Das silberne Mesh in Kombination mit Schwarz und Orange hat
optisch wesentlich mehr Pepp als das etwas fade Weiß beim Fünfer-Modell.
Positiv auch die anatomisch ausgeprägtere Einlegesohle, die - besonders
bei Einsatz der beigelegten Klebepads - den Mittelfuß jetzt besser
stützt. Die bei mir gelegentlich auftretenden Knöchelschmerzen
am rechten Fuß haben sich auch beim langen Lauf nicht gemeldet.
Stellt man die Schuhe auf eine ebene Fläche, so liegen beim neuen
Modell nur die Außenkanten des Vorderschuhs auf (leicht konkav),
was zumindest im Stehen einen stabileren Eindruck vermittelt. Beim alten
Modell liegt die Sohlenmitte auf (leicht konkav), so daß der Schuh
leicht kippelt. Ob dies beim Laufen etwas austrägt, müßte
nach weiteren Testläufen beurteilt werden. Das neue Modell erscheint
mir etwas komfortabler gedämpft, besonders an der Verse. Wenn ich
richtig gemessen habe, ist die weiche laterale Gummisohle um ein Millimeter
dicker ausgefallen als zuvor - auch das spricht für mehr Komfort.
Bisher habe ich drei eher flotte 50-Minuten-Läufe und einen langen
langsamen Lauf über 2:20 Stunden absolviert, vorrangig auf Asphalt
und festem Schotter. Ich hatte nicht den Eindruck, den Schuh einlaufen
zu müssen. Die hervorragende Passform und das gute Abrollverhalten
machen den Schuh zu einem gediegenen Diener für's Eigentliche: das
Laufen. Ich empfinde die Dämpfung als harmonisch abgestimmt. Die
Amerikaner scheinen sich auf europäische Vorlieben eingestellt zu
haben: Keine schwammige energievergeudende Dämpfung mehr, aber doch
komfortabel bei guter Stabilität. Hört sich ziemlich optimal
an. Und so empfinde ich das bis jetzt auch.
Nun geht es für eine Woche ins Fichtelgebirge. Da wird der Schuh
dann sicher im Bergauf-bergab Qualität zeigen müssen. Bis dann
also.
Matthias Lorentz
Matthias
Lorentz: Das Bewerbungsschreiben (29. 6. 2001)
Hallo Running-Pur-Team!
Den Nike Structure Triax testen? Ja, das wär's! Zur Zeit laufe ich
den Adidas Supernova und den Nike Span Triax. Beide darf man sicher der
(sich hoffentlich durchsetzenden) Kategorie der Allroundschuhe zurechnen,
was wohl auch auf den Structure Triax zutreffen sollte. Ein Vergleich
zwischen Span Triax und Structure Triax wäre sicherlich spannend!
Ist letzterer seinen höheren Preis wert?
Ich bin 35 Jahre alt und habe lange leichtathletischen Mehrkampf als Leistungssport
betrieben. Seit etwa fünf Jahren bin ich gänzlich auf die langen
Strecken umgestiegen. Bei 1,90 m Körpergröße wiege ich
91kg (Schuhgröße US 14, UK 13). Ich bin Normalfußläufer
mit nicht sonderlich ausgeprägtem Senk- , aber deutlich ausgeprägtem
Spreizfuß. Knieprobleme gibt's keine. Ich setzte mit dem Mittelfuß
auf und liebe aus alten Sprintertagen Laufschuhe mit komfortablen Vorfußbereich.
Auch deshalb bin ich sehr an der aktuellen Testrunde interessiert.
Ich laufe 3-4 mal pro Woche und orientiere mich vorrangig ganz einfach
an Herzfrequenz und Laufdauer (nach Ole Petersen), weniger an Kilometerdurchschnitten.
Derzeit bin ich dabei, die langen Läufe über zwei Stunden hinaus
zu führen und parallel intensiver den Tempodauerlaufbereich
zu erobern. Bisher habe ich Halbmarathonerfahrung und bin ganz auf meinen
ersten Marathon im Oktober geeicht (Fränkische Schweiz-Marathon)!
Viele Grüße
Matthias Lorentz
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