|
Klaus-Peter
Thierer: 3. Bericht (31. 5. 2002)
Mein Puma beim Laufen
Als ?Kilometer-Fresser? wird dieser Schuh bezeichnet, in der Beschreibung
eines Versandhandels. Mein Debutlauf mit dem Puma Complete Pryde ist das
Gegenteil davon: nur wenige Stadionrunden liegen vor mir. Es geht zu einem
Laktat-Feldstufentest ans Sportinstitut der Uni Karlsruhe (die Stadt wird
meinen erster Marathon sehen!).
Kann das Ergebnis irgendwie verfälscht werden, wenn ich da mit neuen
Schuhen antrete? Blasen zu laufen, werde ich bei 5 bis 6 Belastungsstufen
a 3 Minuten keine Gelegenheit haben. Also trete ich an, renne leicht mit
121 Schlägen bis hoch zu 177 Schlägen, am Ende ausgepowert,
mit Laktat gefülltem Blutkreislauf. Und wie ist der Schuh ? Hinten
passt er, vorne ist er geräumig. Und wie ist er beim Bodenkontakt?
Gar nicht mehr gemerkt habe ich, was ich an den Füssen habe! Ich
war so konzentriert auf ?Tempo einhalten? und dachte an Pulswerte, als
ich mit der Gruppe meine Runden hinlegte. Kein Glanzlicht in meiner journalistischen
Tätigkeit für euch. Dafür am nächsten Morgen in den
Wald. Auf eine unbekannte Strecke, zunächst weicher Graspfad. Das
Schuhprofil gibt genügend Halt, ich komme nicht ins Rutschen. Dann
wird der Weg befestigt und schließlich kehre ich auf einer Teerstrasse
zurück, 6-7 km im Ganzen. Ich komme auf allen Wegen gut voran, der
Schuh gibt guten Halt, drückt mich nirgends, das Laufen fällt
mir leicht. Da kann sich eine Freundschaft draus entwickeln, denke ich
mir. Als nächstes auf die angestammte Strecke, entlang des Bodenseeufers.
Geschotterter Wanderweg und asphaltierter Radweg wechseln sich ab. In
den letzten Wochen hatte ich mich immer bemüht, auf dem Vorfuß
zu landen, hatte dafür mit Skippings die Wadenmuskulatur trainiert.
Irgendwie komisch fühlt sich das an mit dem Puma Complete. Ich lande
da auf einem dicken Polster, das Gefühl sagt mir nicht zu. Also wechsle
ich den Stil und merke, dazu passt dieser Schuh: Abrollen von der Ferse
bis zur Spitze. Die Abkantung der Sohle unterstützt dieses rollende
Gefühl, so habe ich das mit dem alten Schuh nicht gespürt .
Nach der 90 Minuten-Runde spüre ich einen Druck am Großzehenballen
des rechten Fußes ? ist es eine Blase? Nein, scheint nur eine Hornhautfalte
zu sein. Ich werde vorne ein wenig enger schnüren, damit nichts rutscht.
Aber das bedeutet keine Indikation gegen weitere Läufe mit meinem
neuen Puma. Und der nächste Lauf wird über 10 Meilen gehen ?
der Grand Prix von Bern steht an. Start beim Wankdorfstadion ? seit letztes
Jahr klafft ein tiefes Loch an dieser Stätte des deutsches Fußballruhms
von 1954. Ein Neubau entsteht, für die EM 2004. Aufstellung am Bauzaun,
Start von 12000 Teilnehmern in Blöcken. Und es geht über breite
Asphaltstrassen und auf die malerischen Altstadtgassen mit grossem Strassenpflaster
hinunter an das Flußufer der Aare, auf Waldwegen hoch auf die Brücke.
Nach einer passablen 10km-Durchgangszeit steigt die Straße zurück
in die Altstadt konstant an. Die Füße in den neuen Schuhen
halten sich prächtig, aber in den Beine spüre ich Müdigkeit;
und gegen Ende kommt noch eine lange Steigung. So lasse ich es ruhiger
angehen, hole mir Wasser und genieße den Lauf vorbei an Bundeshaus
(Parlament) und Zytgloggenturm, dem Wahrzeichen der Berner Altstadt, und
wieder raus zum Wankdorf. Nun ziehen viele vorbei, doch nach 1:30 h bin
cih im Ziel. Und war auf den ersten 10 Kilometern je 10sec schneller als
bei meiner Volkslaufpremiere an Ostern über 7.5km. Macht es das Training,
das tolle Ambiente, oder ist es der neue Schuh? Mit dem Puma bin ich bestens
durchgekommen, auch das Straßenpflaster und die Waldwege machten
mir keine Mühe.
Klaus-Peter
Thierer: 2. Bericht (8. 5. 2002)
Liebe Redaktion,
hier mein zweiter Bericht zum Puma am Fuss
Heimatbesuch - und nun hab ich den Puma Complete Pryde erstmals an meinen
Füssen. Beim ersten Reinschlüpfen erweisen sie sich als ausreichend
weit und lang, die Ferse wird gut eingefangen. Der Hersteller hat mich
mit der für mich passenden Grösse versorgt - 8 1/2 (UK). Somit
mache ich mich an die Schnürsenkel, die bei fabrikneuen Schuhen nicht
eingefädelt sind. Vorige Woche hatte ich noch unbedarft gedacht,
daß die Schnürung ein unbedeutender Aspekt eines Schuhes sei.
Aber ich entdecke an dem Complete Pryde ein - für mich - neues Lochpaar
und eine ungewöhnliche Form der Schnürsenkel: nicht rund, sondern
mit zwei Kanten. Was das wohl soll ? Ein Gag ? Oder ist das eine Lösung
für sich lösende Schlaufen, deret wegen ich gewohnheitsmässig
eine Doppelschleife schnüre? Für meinen ersten Test mit dem
Schuh riskiere ich die einfache Schnürung. Und siehe da, die hält
zu. Werde das noch öfter probieren und berichten.
Das erwähnte neue Lochpaar sitzt in der dritten Lochreihe von unten.
Es gibt da ein Loch wie üblich neben der Zunge, und zusätzlich
8 mm versetzt Richtung Schuhaussenkante, noch ein weiteres Loch. Damit
ergibt sich für Füsse mit niedrigem Rist eine Alternative, mit
der sich die beiden Seitenteile in der Höhe des Mittelfusses an eine
tiefer gelegenen Stelle zusammen ziehen lassen. Über das hinterste
Loch, das man vom höchsten Loch nach unten versetzt in Richtung Ferse
findet, hatte ich mir bereits Gedanken gemacht, denn das fand ich schon
bei meinen alten Schuhen (ungenutzt) vor. Ich vermutete, die Ferse wird
fester hinten in den Schuh gezogen, wenn man die Schnürsenkel durch
dieses Loch fädelt. Bestätigt finde ich diese Vermutung in einem
neuen Buch von Ulrich Pramann mit dem Titel "Runner's Basic - das
Beste für ihre Füsse". Er zeigt dort in sechs Zeichnungen
unterschiedliche Schnürvarianten für den schmalen wie breiten
Fuss sowie Varianten für schmerzende Füsse. Tja, jetzt habe
auch ich kapiert, warum es nicht reine Bequemlichkeit der Hersteller ist,
dass bei neuen Schuhen die Schnürsenkel nur ganz zu unterst eingefädelt
sind.
Nachdem ich festgeschnürt in meinem Puma stehe, versuche ich zu wackeln
- seit, rück, vor. Und wieder werde ich überrascht. Nach vorne
kann ich richtig kippen, über das Zehengrundgelenk auf die Zehenspitzen.
Da komme ich mir vor, wie an einem Startblock - bereit zum Abdrücken.
Und so ist das wohl auch gedacht. Als ich mir die Sohle noch genauer anschaue,
erkenne ich auch an der Ferse eine leichte Abkantung. Die Sohle ist so
geformt, das sie mich beim Abrollen unterstützt.Von der Ferse aufsetzend
bis nach vorne zum Abdrücken für den Schritt nach vorwärts.
Der Complete Pryde Plus überrascht mich also mit Neuigkeiten. Ich
scheine gerade die Schuh-Evolution der letzten Jahre mit zu bekommen,
von der ich nichts gewusst habe. Wollte die Redaktion gerade einen so
ahnungslosen Tester haben?
Für mich geht's jetzt raus ins Freie. Und werde euch demnächst
über mein Gefühl im weichen Gelände wie auf hartem Asphalt
berichten.
Klaus-Peter
Thierer: 1. Bericht (3. 5. 2002)
Aufwärmrunde
zum Schuhtest
Das Paket mit dem nagelneuen Puma-Schuh liegt in der schwäbischen
Heimat, während meine Füsse am vergangenen Wochenende in den
alten ?Latschen? innerschweizer Altstadtplaster bearbeiteten. Der 25.
Luzerner Stadtlauf war ein Familienanlass mit über 10.000 Teilnehmern,
darunter als bekannteste Tegla Loroupe beim Damen-Eliterennen. Weil die
neuen Schuhe noch in der Schachtel stecken, gibt es heute eine Aufwärmrunde
ohne Material. Stattdessen überlege ich, welche Begriffen und Wertungen,
in (m)einem Laufschuhtest auftauchen werden.
Was kann ich über einen Schuh überhaupt schreiben, was erwartet
ihr?
Ein Eskimo kennt 60 Begriffe für unterschiedlich beschaffene Schneearten
? ich etwa sechs. Der Weinkenner beschreibt beim Wein das Bouquet (blumig,
fruchtig), die Farbe, den Abgang (sanft, lieblich) und ähnliches
mehr. Gelegenheitstrinker interessiert dagegen nur ?süß? oder
?herb?.
Welche Begriffe soll ich nutzen, um einen Laufschuh beschreiben? Oder
, um genau zu sein, die Kombination des Puma Complete Pryde + mit meinen
beiden Füssen?
Willst du lesen, wie sich das Material anfühlt, wie lange ich brauche,
um die Schnürsenkel ein zu fädeln, wie fest mein bestrumpfter
Fuß vom Schuh umschlossen wird, wie die Schnürung Fuß
und Schuh vereint, wie der Kontakt zwischen meinem Körper und dem
Boden hergestellt wird, ... Episch ? magst du solche Texte?
Nun ja, eine Feedback-Einirchtung haben wir hier (noch) nicht. Werde mir
darum selbst überlegen, wieviel unterhaltenen Lesestoff ich produziere
und was ich bringen kann, das für dich als LeserIn hilfreich ist.
Ich denke da an Buchbesprechungen bei Amazon - vielleicht führt auch
Running-pur eine ?Hilfreich?-Wertung ein für die Testberichte. Danach
war mein heutiger Text reine Unterhaltung ? aber warte mal auf den nächsten!
Klaus-Peter
Thierer: Bewerbungsschreiben (18. 4. 2002)
Hallo, lieber Lauftest-Redakteur/in
Öpfinger Osterlauf - morgen, Karsamstag. (Ein Link von dort brachte
mich zu Running Pur)
Mein erster Volkslauf-Wettbewerb. Mein erster Wettkampf überhaupt
seit Schulzeiten. Und das ist schon einige Zeit her, denn ich gehöre
nächstes Jahr erstmals zu M50. Dabei mit 81 kg bei 179 cm und einem
BMI von 25 eher ein Radiergummi als ein Bleistift. Also für einen
stabilen Schuh wie den Puma ein dankbarer Tester.
Mein läuferisches Ziel: ein Marathon im Herbst, voraussichtlich Karlsruhe
oder 3-Länder-Marathon Lindau/Bregenz. Auf dem Weg dahin die 10 Altstadt-Meilen
von Bern und ein Halbmarathon irgendwo zwischen Mainz und den Alpen. Denn
beruflich bin ich auf der Schweizer Seite des Bodensees tätig, wo
ich auch hauptsächlich trainiere.
Zur Zeit laufe ich meist drei Mal die Woche und mit meinem Trabtempo für
die Fettverbrennung von 7-8 km/h erreiche ich 20-30km in der Woche. Bei
meinem längsten Lauf bisher joggte ich 2:30h den Bodensee entlang
bis nach Romanshorn. Bevor ich die Laufkilometer in den 12 Wochen der
Marathonvorbereitung verdopple, will ich mit alternativen Betätigungen
wie Radeln, Krafttraining, Bergwandern und Schwimmen mir die zusätzlichen
Trainingseinheiten vorbereiten. Bei einem 1000m Test bin ich diese Woche
auf 4:28 min gekommen, könnte mir (nach Steffny-Kalkulation) also
für 10 km eine 54-55 min Zeit erwarten.
Meine Füsse stecken seit 2000 in einem Paar Asics GT-2030, gekauft
bei Peter Reihers Laufladen in Konstanz. Damals noch mit 93kg und vielleicht
nur 2x pro Monat in den Schuhen. Mit dem Kauf eines Pulsmesser und der
"Herzfrequenzkontrolle" von Sally Edwards begann ich seit Mai
2000 häufiger zu Laufen. Und mit langsamem Aufbau, mit einer Mayr-Kur
und damit verbundener Gewichtsreduzierung sind bisher keine Beschwerden
aufgetaucht an Knien oder Füssen; Plattfüsse sind auch nicht
vorhanden.
Bisher haben mich Bücher und Artikel zu Ernährung, Herzfrequenzkontrolle
und Ausdauertraining am meisten angesprochen. Jetzt fange ich an, mich
um meine Lauftechnik zu kümmern. Und dabei passt es gut, mich auch
mit meinen Laufgeräten zu beschäftigen, und den Füssen,
Beinen und Schuhen mal 4 Wochen intensive Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Grösse meiner Schuhe sind 42 bei Strassenschuhen, das sind Grösse
8 (EUR) und 8 1/2 (UK), wie ein Mephisto-Schuh ausweist. Das passt zu
dem Wert 9, den die Asics-Schuhe zeigen. Ich wäre dabei beim Laufschuhtest
- seht ihr das auch so ?Meine Tester-Daten kurz zusammengefasst Männlich,
49 Jahre, 179cm, 81 kg Läuft seit 11 Monaten, 20-30 km die Woche,
Volkslauf-Wettbewerb (7.5km) an Ostern. Laufziel 40-60km Training wöchentlich
und erster Marathon im Herbst. Jogging-Tempo 7:30-8:00 min /km, Spitze
4:28min für 1000m, Marathon-Ziel 4:15h - 4:30
Füsse leicht überpronierend, Knie und Beine gesund.
Schuh bisher: Asics GT-2030, Grösse 9 (US). Entspricht 8 1/2 (UK)
bzw. 42
(EUR) Beste Grüsse
Klaus-Peter Thierer
|