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Florian Riederer: 4. Bericht (13. 06. 2002)
Sehr geehrte "running-pur"
Redaktion,
26.5.2002 (Testtag 13/ So./ Trainingswoche 12 zum Marathon)
Wetter: wolkig, trocken
Art des Laufs: 2 langsame Läufe, Marathon
Strecke: Teer
Dauer: 4h 23min (Marathon)
Wochenkilometer: 55,195 km
Gesamtstrecke: 211,195 km
Tagesfazit: Schuh bewährt sich auf der Volldistanz
Endlich ist es soweit - das lang ersehnte Ziel scheint zum greifen nahe:
viele Testkilometer sind absolviert (ein drittel mit dem neuen Untersatz),
wir sind gesund und das Auto ist gepackt. Zu viert düsen wir also
über die Autobahn, um nach 5 Stunden am Campingplatz Wien West die
Zelte aufzuschlagen. Späteststens jetzt wird das kribbeln im Bauch
unüberhörbar - kann man es wirklich schaffen?
Die Messe ist dann nur bedingt interessant, aber immerhin gibt es neben
Startnummern und Zeit-Chips auch noch eine Menge Energy-Food zu probieren.
Richtig toll wird es dann erstmals bei der Kaiserschmarren-Party im Festsaal
des Rathauses: eine Videoleinwand zeigt Bilder vom letzten Jahr und verströmt
zusammen mit stimmungsvoller Musik eine endorphingeschwängerte Atmosphäre.
Wir haben dann ab dem Frühstück eigentlich alles falsch gemacht.
Immerhin gab s 2h vor dem Rennen noch Zitronenkuchen und Marmeladentoast
und geschlafen haben wir auch gut. Aber dafür hatte sich ganz konsequent
die Überzeugung durchgesetzt man müsste die 4h knacken, obwohl
unser Training ja nur auf 4:30 ausgelegt war. Vielleicht hätte das
auch gehen können - bei besten Bedingungen. Allerdings schwante uns
bereits auf der Messe, dass der Startblock schon das erste Hindernis werden
würde: ohne guter Zielzeit wurde man nämlich nicht als schwächster
Marathonblock auf der linken Seite einer baulich getrennten Fahrban eingeordnet,
sondern, noch hinter den Eventläufern auf der potentiellen Schneckenspur
(15km, Staffel vor einem). Den letzen Tipp gab mir dann noch ein Marathon
Veteran (100 Einkünfte) indem er empfahl bloß nicht zu schnell
anzugehen. Das hörte sich auch gut an, aber als dann der Start näher
rückte......
Der Puma Complete Pryde war kaum mehr ruhig zu halten und lief mich wie
von selbst warm. Die Beine fühlten sich der Aufgabe gewachsen. Vor
uns fast alle 25 000 Starter unter dem UNO-Zentrum - es war soweit: heute
42,195 Kilometer oder umkippen. Dann viel der Startschuss ... und nichts
passierte. Etwa nach 5 Minuten kam der Torso dann in Schwung, aber wir
liefen, wie erwartet, gegen das geruhsame Tempo vieler (noch) weniger
ambitionierte Hobbyläufer vor uns, an. Getrieben vom Bass einiger
aufgestellten Anlagen bahnten wir uns einen Weg - und der Puma ludt ein
zu plötzlichen Tempoverschärfungen. Jede sich bietende Lücke
wurde genutzt und ein Kilometerschild nach dem anderen zog vorbei: Wow
unter 6 min. Alles wie geplant. Als dann nach etwa 4 km endlich Grüppchen
aufgelaufen waren die etwa dieselbe Geschwindigkeit liefen blies uns jener
verhängnissvolle eiskalte Wind ins Gesicht. Noch waren wir aber Energiegeladen
und verschärften sogar nochmal das Tempo. Bei km 10 war der 5:40
er Schnitt bereits fast erlaufen (58 min) und eine kleine Endorphinwelle
machte das Laufen leicht. Wie eine kalte Dusche perlten die Glücksgefühle
über die Kopfhaut und krochen den gesamten Rücken hinab. Am
Straßenrand begeisterte Anfeuerungsrufe - für mich Gelegenheitssportler
war das vergleichbar mit der Teilnahme an der Tour de France. Bis km 20
waren wir in der Zeit, die Halbdistanz erreichten wir jedoch schon nur
noch knapp im Limit (2:00:01). Auch stellten sich die ersten Erschöpfungserscheinungen
in der Laufgruppe ein. Ich war noch so vollgepumpt mit Endorphinen, dass
mein Körper nicht mit sinnvollen Signalen zu mir durchdrang. Am wunderschönen
Spittelauer Heizkraftwerk (Hundertwasser) nahmen wir zum Glück Tempo
raus. Ich sollte die Kraft nämlich noch brauchen - und zwar zum ankommen!
Die Strecke durch Wien ist übrigens bestimmt die schönste die
ein Europäischer Marathon zu bieten hat, einzig zum und ab dem Wurstelprater
wird`s etwas eintönig. Bei km 30 deutete sich langsam an, dass ich
früher schlapp machen würde als die Dämpfung meiner Schuhe.
Wie von einer Stufe viel mein subjektives Selbstverständnis von "Ich
werde Marathonweltmeister" zu "ohoh ich glaub ich komm nicht
an". Letzteres natürlich alles andere als entspannt, bringt
es einen doch mental beinahe zur Verzweiflung am entscheidenden Tag schon
über 30 km gelaufen zu sein und eventuell nicht anzukommen. Unter
kontinuierlich nachlassender Form ging es dann Richtung Lusthaus und auch
bei km 35 brachte es kaum Erleichterun jetzt weiter gelaufen zu sein als
Dieter Baumann. Ohne die folgenden Qualen weiter auszuführen: von
hysterischen Weinkrämpfen geschüttelt (ich dachte noch beim
letzten Schritt dass ich umfalle bevor ich ins Ziel komme) erreichten
wir das Ziel in 4 h und 23 min. Kaum stehen geblieben gab der Muskeltorso
endgültig auf und ich sank, in die Wärmetüte gehüllt
und die Finisher Medaillie um den Hals auf dem Asphalt zusammen - überglücklich
und für die nächsten 15 min nicht in der Lage auch nur einen
Schritt zu gehen. Wir hatten es geschafft. Auch mein Complete Pryde, der
auf immer ein besonderer Schuh für mich sein wird.
Danke dass Ihr mir diesen Wegbegleiter anvertraut habt ,
mit sportlichen Grüßen,
Euer Florian Riederer
Florian
Riederer: 3. Bericht (21. 05. 2002)
Sehr geehrte "running-pur"
Redaktion,
6.5.2002 (Testtag 10/ Mo./ Trainingswoche 10 zum Marathon)
Wetter: wolkig, trocken
Art des Laufs: Tempotraining (3min Tempo, 3min Pause, 6, 5, 9, 7, 6, 5,
3)
Strecke: Schotter
Dauer: 1 h 5 min (12km)
Wochenkilometer: 22 km
Gesamtstrecke: 105 km
Tagesfazit: genialer Schuh zum Tempo machen
Besonders das Tempotraining profitiert vom richtigen Untersatz, denn das
direkte, bodennahe Abdruckgefühl bringt hier den Spaß, den
einem eine zu weiche Dämpfung oft wegfedert. Ich denke jeder Läufer
im höheren Gewichtssegment findet mit diesem Trainingsuntersatz auch
einen idealen Partner für kurze und mittlere Wettkampfdistanzen.
Wie man auf Teer über die Marathondistanz kommt, werde ich hoffentlich
in 2 Wochen zu berichten wissen.
10.5.2002 (Testtag 11/ Fr./ Trainingswoche 10 zum Marathon)
Wetter: wolkig, Regen
Art des Laufs: langsamer Dauerlauf
Strecke: Schotter
Dauer: 1 h (10km)
Wochenkilometer: 22 km
Gesamtstrecke: 115 km
Tagesfazit: noch krank reißen`s auch diese Schuhe nicht mehr raus
Nun ist leider der Fall X eingetreten vor dem sich jeder Sportler fürchtet,
der sein gesetztes Ziel zu 80 Prozent erreicht hat: mich hat ein grippaler
Effekt niedergestreckt. Nebenbei ist das auch desaströs für
meine laufende Diplomvorbereitung. Dafür kann der Schuh gleich seine
astralen Qualitäten unter Beweis stellen indem er mich als Talisman
möglichst bald wieder auf die Laufstrecke bringt.
Auch diese Aufgabe löst er hervorragend, schon nach 3 Tagen Bettruhe
bin ich wieder auf den Beinen ˆ noch mit etwas weichen Knien, aber immerhin.
Für die ersten Laufmeter habe ich mich heute richtigem Sauwetter
gestellt. Schon nach etwa 15 Laufminuten stellte sich dieses enorme ³Du
gegen die Naturgewalten Gefühl ein, das sonst meist jäh
endet wenn plötzlich dieses kriechende kalte Gefühl zu erkennen
gibt, dass Laufschuhe keine Gummistiefel sind. Nicht mit den Puma Complete
Pryde Plus!! Trockenen Fußes bin ich über eine Stunde locker
über Wiesentrials, verschlickte und verpfützte Schotterwege
sowie über die ein oder andere Wurzel gejoggt. So macht das Laufen
Spaß. Während meiner erzwungenen Trainingspause sind mir außerdem
die wabenförmigen Querverstrebungen in der ³Cell Dämpfungskammer
aufgefallen, die zweifellos die Schuhstabilität gegenüber seitlicher
Scherkräfte bedingen. Im Zusammenhang mit der Mittelfußstabilität
will ich noch anmerken, dass ich zum Schnüren des Schuhs jede Öse
benutzt habe.
Nach den bisher gelaufenen Testkilometern ist leider die erste Neueinschätzung
der Dämpfung vorzunehmen: Heute habe ich am Vorfuß ein deutlich
besseres Gefühl für die überlaufene Bodenstruktur empfunden,
als ich dies bisher gewohnt war. Bleibt abzuwarten wie lange die, erheblich
wichtigere, Fersendämpfung durchhält,
14.5.2002 (Testtag 12/ Di./ Trainingswoche 11 zum Marathon)
Wetter: sonnig
Art des Laufs: langsamer Dauerlauf
Strecke: Schotter
Dauer: 41 min (6km)
Wochenkilometer: 41 km
Gesamtstrecke: 121 km
Tagesfazit: fast gesund macht der Schuh wieder Spaß
Zum Glück müssen wir sowieso planmäßig das Pensum
runterschrauben, denn der für heute vorgesehene 6km Lauf ist genau
das Richtige um noch mal vorsichtig zu testen ob ich bereits wieder gesund
bin. Das letzte Mal war ich nach der Einheit nämlich weitere 2 Tage
flachgelegen. Dabei zeigt sich zuerst, dass ich mir die Probleme der Vorfußdämpfung
im Stadium kompletter Erschöpfung nur eingebildet hatte. Heute läuft
sich der Schuh wieder wie gewohnt. Außerdem stellt sich jenes gern
empfundene Glücksgefühl heute wieder ein und ich denke, dass
ich mit dem Plan weiter machen kann.
15.5.2002 (Testtag 13/ Mi./ Trainingswoche 11 zum Marathon)
Wetter: sonnig
Art des Laufs: Fahrtspiel
Strecke: Schotter
Dauer: 58 min (10km)
Wochenkilometer: 41 km
Gesamtstrecke: 131 km
Tagesfazit: gesund, gute Laune, super Schuh
Etwas zaghaft habe ich heute meine Einheit begonnen, doch schon bald zeigte
sich: ich bin wieder ganz gesund - dabei meine ich sogar, dass sich meine
Beine sich etwas erholt haben. Bei der tiefen Erleichterung und großen
Freude hatte es natürlich auch der Schuh leicht: Bestnoten gibts
deshalb wiedermal für die Laufeigenschaften auf Schotter.
17.5.2002 (Testtag 14/ Fr./ Trainingswoche 11 zum Marathon)
Wetter: sonnig
Art des Laufs: langer Lauf
Strecke: Schotter, Teer
Dauer: 1 h 54 min (19km)
Wochenkilometer: 41 km
Gesamtstrecke: 150 km
Tagesfazit: Ballendämpfung nach 2 h schwach
Heute war wieder ein Traumlauf zu erleben! Bei 30°C ging es über
saftig grüne Hügel, die Grillen zirpten und spätestens
nach der ersten erfrischenden Schattenpassage taten myriarden kleiner
Endorphine ihren Dienst. Da zu Beginn ein Schotterweg zu belaufen war
gab es zunächst nur Gutes über den Schuh zu berichten. Allerdings
änderte sich hier das Bild auf dem Rückweg, der uns zum Grossteil
über Teer führte: hier kam die Ballendämpfung des rechten
Schuhs leider außer Puste. Ich werde mal sehen ob ich es für
Euch möglich machen kann eine Laufbandanalyse mit den Complete Pryde
durchzuführen, um herauszufinden ob die Probleme mit dem rechten
Schuh aus irgendeinem verflixten asymmetrischen Laufstil meinerseits resultieren.
19.5.2002 (Testtag 15/ So./ Trainingswoche 11 zum Marathon)
Wetter: bewölkt
Art des Laufs: langsamer Lauf
Strecke: Schotter, Teer
Dauer: 36 min (6km)
Wochenkilometer: 41 km
Gesamtstrecke: 156 km
Tagesfazit: alles Bestens
Da heute kein besonders selektiver Lauf anstand, gibt es keine Neuigkeiten
vom Schuh. Trotzdem halte ich dies für einen guten Moment um ein
Fazit abzugeben ˆ immerhin wird der nächste Bericht sich hauptsächlich
um den Marathon drehen, und die meisten Schuhe werden wohl auf kürzeren
Trainingsdistanzen eingesetzt.
Fazit: Den Puma Complete Pryde Plus kann ich allen Gewichtsklassen zum
Training auf Wald- und Forstwegen wärmstens empfehlen. Durch sein
niedriges Gewicht empfiehlt sich der Untersatz außerdem für
den Einsatz bei Wettkämpfen über Kurz- und Mittelstrecken. Einzige
Einschränkung sind lange Läufe auf Teer, da hier die Dämpfung
zumindest für höhergewichtige Läufer an Ihre Grenzen stößt.
Weiterhin empfiehlt sich der Schuh durch eine phänomenale Passform
und perfektes Abrollverhalten, welches ihn insbesondere auch für
Bergläufe interessant macht. Benutzen Sie den Complete Pryde doch
als Referenzschuh, wenn Sie noch keine Laufschuherfahrung haben sollten.
Dann können Sie immer noch nach Herzenslust andere Schuhe beim Händler
probieren und, wenn einer besser passt als der Complete Pryde, beruhigt
zuschlagen. Anderenfalls werden Sie mit dem Complete Pryde gerade als
Anfänger, wenn Stabilität noch das wichtigste Schuhkriterium
darstellt, sicher glückliche Kilometer erleben,
mit sportlichen Grüßen,
Euer Florian
Florian
Riederer: 2. Bericht (10. 05. 2002)
Sehr geehrte "running-pur"
Redaktion,
leider ist mir in der zweiten Testwoche nicht allzuviel Neues aufgefallen,
da die bisherigen Eindrücke sich vollauf bestätigten. Um eine
reproduzierbare Langzeiteinschätzung der Laufeigenschaften zu ermöglichen
sende ich hiermit die Daten der durchlaufenen Testläufe:
Bericht 2
30.4.2002 (Testtag3/ Di./ Trainingswoche 9 zum Marathon)
Wetter: sonnig
Art des Laufs: Tempotraining (5x6min: 4:50er- dazwischen je 5min 6:00er
Schnitt)
Strecke: gut gepflegter Schotterweg (12km)
Dauer: 1 h 10 min
Wochenkilometer: 60 km
Gesamtstrecke: 45 km
Tagesfazit: guter Schuh für runden Tempolauf
Die Schönheit der heutigen Strecke konnten wir leider nicht richtig
genießen ˆ zu sehr stand das Temposchinden im Vordergrund. Nur gut,
dass die Schuhe sich so bequem laufen ˆ mit dem tollen Abrollverhalten
leiten diese den Läufer in einen fließenden Rhythmus, der einen
sogar auf den verhältnismäßig langen Einheiten bei Laune
hält. Die Dämpfung arbeitete auf Forstwegen wiedermal vorzüglich.
1.5.2002 (Testtag 4/ Mi./ Trainingswoche 9 zum Marathon)
Wetter: sonnig
Art des Laufs: lockerer Dauerlauf
Strecke: gut gepflegter Schotterweg (9,5km)
Dauer: 55 min
Wochenkilometer: 60 km
Gesamtstrecke: 54,5 km
Tagesfazit: bisheriger Eindruck untermauert
Es gibt vor der Hand keine neuen Eindrücke, von denen sich zu berichten
lohnen würde. Ich möchte aber weiter die Steckbriefe liefern,
damit ich das Verhalten der Dämpfung über die Zeit beurteilen
kann.
3.5.2002 (Testtag 5/ Fr./ Trainingswoche 9 zum Marathon)
Wetter: wolkig, trocken
Art des Laufs: langer Lauf
Strecke: gut gepflegter Schotterweg (27,5km)
Dauer: 3 h 5 min
Wochenkilometer: 60 km
Gesamtstrecke: 82 km
Tagesfazit: bisheriger Eindruck untermauert
Da heute meine Tagesform vom ersten Schritt an bescheiden war konnte der
Schuh mal zeigen wie stabil er ist. Das Ergebnis ist überzeugend
- obwohl ich schon die ersten 10 km extrem schwere Beine hatte konnte
ich in einen resignativen Trott verfallen und hatte trotzdem immer einen
sicheren Tritt. Übrigens fällt auch mir auf, dass der Schuh
etwas größer ausfällt als mein ³Nike Air.
5.4.2002 (Testtag 6/ So./ Trainingswoche 9 zum Marathon)
Wetter: wolkig, trocken
Art des Laufs: langsamer Lauf
Strecke: Schotter, Teer
Dauer: 1 h 2 min (11km)
Wochenkilometer: 60 km
Gesamtstrecke: 93 km
Tagesfazit: bisheriger Eindruck untermauert
Inzwischen habe ich mich auch auf Teer mit dem gebotenen Laufgefühl
angefreundet, obwohl ich immer noch gute 91 kg auf die Waage bringe. Dabei
fällt aber immer noch eine unterschiedliche Dämpfungscharakteristik
der beiden Schuhe auf .
mit sportlichen Grüße,
Euer Florian
Florian
Riederer: 1. Bericht (29. 04. 2002)
Sehr geehrte "running-pur"
Redaktion,
da die ersten Testläufe schon viel lesenswertes zu Tage förderten
kommt hier schon mein erster Bericht :
26.4.2002 (Testtag 1/ Fr./ Trainingswoche 8 zum Marathon)
Wetter: wolkig mit Schauern
Art des Laufs: lockerer Dauerlauf
Strecke: Kieswege, 8 km (konservative Schätzung basierend auf 6er
Schnitt)
Dauer: 52 min
Wochenkilometer: 55 km
Gesamtstrecke: 8 km
Tagesfazit: ich bin überwältigt ˆ toller Schuh, wenige Kritikpunkte
Heute ist das unglaubliche passiert: ich bin Testläufer J. Mit zitternden
Fingern reiße ich die Packung auf und halte die wohl bestaussenhendsten
Laufschuhe in der Hand die mir je unter die Augen gekommen sind. Das mag
bei Trainingsuntersätzen nicht so sehr entscheidend sein, und auch
die exzellente Verarbeitung dieses Produkts ist im entsprechenden Preissegment
wohl Standard. Also packe ich die Schuhe schnell auf die Küchenwaage
um einen aussagekräftigeren Parameter zu bestimmen: der Schuh ist
mit 410g (US 13) immerhin 30g leichter als mein Nike Air wirkt
dabei aber genauso stabil. Genug gemessen, jetzt muss das Paar sich an
meinen Füssen bewähren.
Der erste Eindruck ist fantastisch, sowohl Ferse als auch Mittelfuß
sitzen ohne Spiel fest verankert im Schuh, während die Zehen die
nötige Luft haben damit man nicht von vorne herein mit schwarzen
Zehennägeln rechnen muss. Gerade die Fersenstabilität resultiert
aus einem einfachen Trick: das hintere Ende des Schuhs ist vergleichsweise
weit hochgezogen und verjüngt sich nach oben hin ˆ damit müssen
die Senkel zum Einstieg in den Schuh zwar stark gelockert werden, doch
der Effekt ist beachtlich. Zum ersten Dämpfungstest gehts ins
geflieste Bad: ein paar Ballensprünge und ein Lauf auf der Stelle
signalisieren grünes Licht für den ersten Testlauf. Schon jetzt
scheint mir das Abrollverhalten für einen Schuh mit Vorderfußdämpfung
übrigens sehr gut. Natürlich stehen die meisten Schuhe bei km1
besser da als die Vorgänger bei km 1000 J und deswegen wird auch
gleich der erste lockere Lauf über 8 km angepeilt. Leider sind diese
Woche die Qualitätsläufe schon absolviert - ich muss mich also
bremsen damit der lange Lauf am So. nicht zu hart wird. Allerdings überlege
ich evtl. einen 17 km Berglauf mit 500 hm Differenz an Stelle eines 24km
Ebenenlaufs anzupacken, um die Dämpfung gleich richtig ranzunehmen
J.
Beim ersten Einsatz zeigt sich die Dämpfung auf Teer ein wenig überfordert,
wobei der linke Schuh eine leicht, aber doch spürbar bessere Schlagabsorption
als der rechte Schuh an den Tag legt. Das laufen ist zwar angenehm, jedoch
scheint mir mein ³Nike Air noch ein wenig mehr Aufprallhärte
zu absorbieren. Neben diesem geringen Kritikpunkt, der außerdem
sicher im Zusammenhang mit meinem derzeitigen ³Kampfgewicht von
92kg relativiert werden muss, legt der Schuh erhebliche Stärken an
den Tag: So ist die Passform geradezu ideal, sogar auf überhängendem
Gelände verliert man nie das perfekte Gefühl für einen
präzisen Laufschritt. Dabei erweist sich das Abrollverhalten als
unerwartet gut ˆ war ich doch bisher dem Irrglauben erlegen, dass ein
Vorderfußgedämpfter (durch eine Geleinheit) Schuh immer steifer
wäre als ein ungedämpfter. Dieses Verhalten basiert meiner Meinung
nach auf einer Sollknickstelle die deutlich auf der Sohle zu erkennen
ist. Während des gesamten Bodenkontakts ist die Dämpfung ausgewogen
gleich stark. Das Laufgefühl präsentiert sich wie auf einer
Luftgefüllten Schaukelstuhlkufe. Toll ist in diesem Zusammenhang
auch das direkte Gefühl beim plötzlichen anziehen eines Sprints,
das ich mit Adjektiven wie spontan oder direkt beschreiben würde.
Beste Schrittkoordination ermöglicht der Schuh außerdem auf
dem durchlaufenen Wiesentrail, wobei auch die gute Haftung der Sohlen
auf dem feuchten und teilweise matschigen Untergrund auffällt.
28.4.2002 (Testtag 2/ So./ Trainingswoche 8 zum Marathon)
Wetter: Fön
Art des Laufs: langer Lauf
Strecke: Schotter, Wurzeltrial, Hügel, Treppen, Teer, 25km
Dauer: 2 h 50 min
Wochenkilometer: 55 km
Gesamtstrecke: 25 km
Tagesfazit: Stärken bestätigt
Ganz Deutschland ist von Regenwolken überzogen.... ganz Deutschland?
Nein, ein kleines bayerisches Städtchen wehrt sich gegen
den Trainingsverdruss, und so geht es für den eingesessenen Münchner
heute also bei bestem Wetter Richtung Berge. Die richtige Höhenmeterrunde
haben wir allerdings gecancelled - zu wichtig scheint das Training der
Energiegewinnung nach Erschöpfung des Blutzuckers. Immerhin 300 hm
haben wir trotzdem eingebaut, darunter schöne Rampen. Bergan zeigt
sich die Ballendämpfung von ihrer besten Seite und es läuft
sich geschmeidig auch auf rauerem Kies, Treppenstufen sowie auf überhängenden
Wegen. Bergab führt das tolle Abrollverhalten sogar auf Teer zu einem
guten Laufgefühl. In der Ebene sehe ich aber nach wie vor ein leichtes
Dämpfungsdefizit, das schweren Läufern auf Teer zu schaffen
machen könnte. Allerdings sind keine Folgebeschwerden wie Knieschmerzen
zu spüren. Auf Forstwegen zeigt der Schuh seine großen Stärken
und stellt hier alles in den Schatten was ich unter den Füßen
hatte (auch den Asics GT 2070, den ich bei einem Kumpel ausprobieren
durfte !!). Dank der hohen Laufstabilität fühlt man sich übrigens
auch auf Wurzeltrials bestens ausgestattet. Ein kleines Detail hinsichtlich
der Schnürsenkel ist mir noch positiv aufgefallen, diese sind nämlich
radial recht dick aber dafür elastisch, was in Kombination mit den
engen Ösen zu einer Selbstfixierung führt, bis man die Schleife
zugezogen hat.
mit sportlichen Grüßen,
Euer Florian
Florian
Riederer: Bewerbungsschreiben (18. 04. 2002)
Sehr geehrte Damen
und Herren,
ich begeistere mich für den Laufsport erst seit etwa einem Jahr (ca.
600 km im ersten Jahr), da ich zuvor allerdings im Extrembereich Mountainbike
fuhr, fiel mir konditionell der Umstieg nicht zu schwer. So trainiere
ich mit meiner Freundin derzeit auf den Wien Marathon am 26. Mai diesen
Jahres (Wunschzeit: unter 4h). Bereits im ersten Trainingshalbjahr bewältigte
ich die Halbmarathondistanz beim Münchner Volkslauf in knapp über
zwei Stunden. Derzeit beträgt mein Trainingsaufkommen pro Woche zwischen
40 und 50 Kilometer. Den nach Trainingsplan vorgesehenen 13km Wettkampf
in Woche 2 der Marathonvorbereitung habe ich in Forstenried absolviert.
Dabei war meine 10 km Durchgangszeit 54:49 min und das Ziel erreichte
ich in 1h 12min 42s. Das Training erfolgt ohne professionelle Leitung,
allerdings sehr Diszipliniert nach Plänen der Runner`s World (Thomas
Steffens/Martin Grünning: Runner`s World. Das Laufbuch) und unter
Trainingsüberwachung mit Hilfe eines Laufbuchs. Zusätzlich werden
viele Ernährung
stipps eingehalten
und Dehnübungen sowie Ausgleichssport (Radfahren, Hometrainer, Schwimmen)
durchgeführt. Qualitätseinheiten finden gelegentlich auch als
Bergläufe statt (max. 500hm Höhendifferenz).
Ich neige nicht zum überpronieren und habe keine Plattfüße,
allerdings ist mein Gewicht mit 93 kg zu hoch für viele Laufschuhe.
Beste Erfahrungen habe ich mit einem Nike Modell der "Bowerman Series"
gemacht. Meine Schuhgrösse ist dabei 47,5 (US: 13), wobei mir oft
auch Schuhe ab Grösse 46 passen, wenn diese groß ausfallen.
Ich bin Student der Chemie im 10 Semester und schließe in einem
halben Jahr mit Diplom ab. Gerade jetzt würde ein Schuh mir den Trainingsalltag
erheblich erleichtern, da ich während der Prüfungsvorbereitung
keine Zeit zum Arbeiten finde und mir so selbst keinen neuen Untersatz
leisten kann. Meine Laufschuhe haben zudem bereits ca. 1000 km auf den
Sohlen, und dämpfen entsprechend halbherzig,
vielen Dank für Ihre Mühe,
mit freundlichen Grüßen,
Florian Riederer
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