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New Balance 829


Stefan Flachowski : 2. Bericht über den New Balance 829 (13.3. 2001)

Hallo,
anbei mein zweiter Bericht über den Schuh NB829 und ein Foto des Testhundes Pluto.
Nach den ersten Laufeinheiten in heimischen Gefilden mit dem NB829 war ich nun in Cesenatico. Hauptsächlich um meine schwächer gewordene Radcondition in langen, ruhigen Einheiten wieder anzuheben. Natürlich kam aber auch das Lauftraining nicht zu kurz. Dafür sorgte schon jeden Morgen pünktlich um 7.00 Uhr das ausdauernde Schwanzwedeln und Brummen von Pluto an meinem Ohr. Da hilft es auch nicht mehr, den Kopf unter Decken und Kissen zu vergraben, da dies seinen Jagd- und vor allem Stöbertrieb geradezu herausfordert...
Nun gut, erstmals Urlaub seit sieben Monaten und ich renne 7.10 Uhr mit Schlaf in den Augen, Hund um mich herum und den NB827 an den Füßen dem Sonnenaufgang an der Adria hinterher...
Leider kann der Schuh die von mir im ersten Bericht vergebenen sehr guten Noten nur zum Teil halten. Positiv bleibt nach wie vor die gute Dämpfung, das sehr gute Abrollverhalten und die Flexibilität im Vorfuß. Verschlechtert hat sich jedoch meine Bewertung des NB 829 als Wohlfühlschuh mit Paßformgarantie. Wie kam es dazu: Es mag sein, daß man mit diesem Schuh sehr gut laufen kann, wenn man ihn lediglich zu zügigen Einheiten auf festem Untergrund trägt (Tempodauerläufe, Fahrtspiel oder Intervalltraining). Da diese Einheiten über die Woche verteilt werden (sofern man überhaupt mehrere tempoorientierte Läufe plant), hat man neben dem NB829 zumeist noch einen zweiten Laufschuh für die anderen Trainingsläufe an den Füßen und bietet diesen somit auch etwas Abwechslung.
Da ich in der Testphase ausschließlich den NB829 laufen wollte, hatte ich dieses Modell auch permanent am Fuß. Bei der vierten Einheit (Strandlauf über 15 km) spürte ich erstmals das in Läuferkreisen wohlbekannte Scheuern an der Ferse, maß diesem aber nicht allzuviel
Bedeutung bei. Tags darauf (13 km Tempodauerlauf im Stadtpark) konnte ich anstelle des obligatorischen Auslaufens nur noch aushumpeln, da die gesamte Ferse des rechten Fußes offen war und mächtig blutete. Das war dann auch die bis dato letzte Einheit mit dem NB829, der mich doch etwas enttäuscht hat.
Natürlich bin ich tags darauf mit Pluto wieder am Strand laufend unterwegs, allerdings mit einer dicken Fersenbandage und den altbewährten Gazelle- Schuhen von Adidas - problemlos. Dennoch werde ich dem NB 829 eine zweite Chance geben. Angedacht ist der Einsatz bei den schnellen 8 km-Läufen unmittelbar nach dem Radtraining, die ich ab Mitte März jeden Samstag machen werde.
Vielleicht wird ja noch alles gut. Übrigens: Die Liebe meines Hundes zu den NB829 ist nach wie vor unkaputtbar. Vor allem, da der rechte Schuh ja jetzt nicht nur aussieht wie Nachbars Katze, nein, er riecht nun auch noch genau so wie das
Herrchen.
Wie auch immer meine Meinung über den NB829 am Ende aussehen wird, eins
scheint sicher: Gestohlen wird mir der Schuh wohl die nächsten Jahre nicht werden, denn wer hat schon gern einen kräftigen und vor allem
schnellen Jagdhund bei der Flucht an den Waden...
So long, MfG Stefan und Pluto

Stefan Flachowski : 1. Bericht über den New Balance 829 (28. 2. 2001)

Erster Testbericht der NB 829 aus Ulm vom 16.02.2001
Nach einem langen Arbeitstag im Hohenloher Land schleppten sich Pluto (der
Hund) und Herrchen (der Tester) die wenigen Stufen hoch in‚s Ulmer Domizil.
Nix anderes im Kopf als ein geräuchertes Schweineohr (Hund) und Beine
hochlegen vor dem Fernseher (Tester).
Doch unverhofft kommt oft, stand da doch ein einsames Paket vor der
Wohnungstür!? Die Schuhe waren endlich angekommen, Müdigkeit und
Schweineohrträumereien waren augenblicklich verflogen. Augenblicke später
waren die New Balance aus dem Karton gepackt und erst einmal von uns beiden
fachmännisch begutachtet. Da ich bereits eine ganze Kollektion Laufschuhe
dieser Marke besitze, fiel der optische und auch praktische Vergleich auf den
NB 827 (die variablen Weiten einer Schuhgröße überzeugten mich bereits vor
über 10 Jahren von der Marke, da ich mit einem recht breiten Vorfuß kombiniert
mit einem hohen Fußspann durch das Jahr laufe).
Im Gegensatz zu früheren Modellen wirkt der aktuelle Schuh wie aus einem Guß
genäht. Leider ist das Logo dem Zeitgeist geopfert und erscheint jetzt recht
unscheinbar an beiden Seiten des Schuh‚s. Dafür durften sich die Designer wohl
einmal richtig austoben, Pluto hat‚s gefreut, erinnert ihn dieser Schuh doch
nun täglich bei unseren Runden an die Katze vom Nachbarn ˆ grau mit schwarzen
Streifen und einem Hauch Safari.
Zugegeben, zuerst fand ich die Optik schrecklich, doch nun, drei Tage und 50
Kilometer später kommt sie doch sehr gefällig.
Nach dem visuellen Check also der erste Test auf dem Asphalt. Da kamen wir uns
schon ein wenig wie die Fahrer eines Erlkönigs vor, als wir uns beide ˆ Hund
mit neuem Blinklicht und Herrchen mit neuem Schuhwerk- gegen 21 Uhr auf die
Socken machten. Es hat sich aber komplett gelohnt. Die Paßform ist wie bei
fast allen NB-Modellen genial (vielleicht einmal abgesehen von den
Bretthartmodellen der 990-er Reihe·), ein Schuh, den man wohl in der richtigen
Klimazone auch ohne Socken laufen könnte. Die Dämpfung ist vor allem bei einem
Viererschnitt und schneller auf den Kilometer optimal. Der Schuh dämpft (wie
sein Vorgängermodell) etwas härter als der Adidas Gazelle, ist aber um Welten
komfortabler als z.B. der Brooks Adrenaline oder der Saucony Hurricane.
Auch ist das Abrollen vor allem auf Asphalt eine blanke Wonne, keine
Nebengeräusche oder unangenehme Druckstellen rund um den Fuß, Spitze.
Im Vergleich der verschiedenen Bodenbeschaffenheiten hat der NB 829 seine
größte Stärke ganz klar auf hartem Geläuf wie Asphalt oder dem Donauradweg.
Natürlich gibt es auch Schwachstellen.
Da hat NB etwas Gewicht eingespart, indem das Obermaterial eine Spur dünner
und wie aus einem Stück geschnitzt wirkt. Um aber ein sicheres Schnüren zu
ermöglichen, wurden die Schnürsenkelösen mit Metallringen umfaßt. Soweit ist
das alles gut gedacht, nur leider ist die eine oder andere Öse nicht völlig
entgratet, so daß sich der rechte Schnürsenkel schon gefährlich verdünnt. Mal
sehen, wie lang er durchhält.
Das sich der Schuh dennoch gefällig um den Läuferfuß schnüren läßt, ist bei NB
eigentlich gar nicht mehr erwähnenswert.
In meiner persönlichen Laufschuhwertung eroberte sich der Newcomer auf Anhieb
Platz zwei nach dem Gazelle aber deutlich vor dem Supernova und dem
Chartbreaker (alles Adidas).
Aber noch ist ja nicht aller Tage abend, die nächste Zeit wird zeigen, ob der
Schuh das bisherige Niveau halten kann.
Wie auch immer, bei Pluto liegt der Schuh wohl für alle Zeiten auf Platz eins.
Der Grund?
Ist es ihm bisher noch nie gelungen, sich Nachbars Katze auch nur auf
Pfotenlänge zu nähern, so kann die „Ersatzkatze 829‰ nicht wirklich vor ihm
flüchten· Ich hatte wohl noch keinen Schuh, der so oft und gern von ihm aus
meinem Laufschuhregal „entführt‰ und in seinem Körbchen in Sicherheit gebracht
wurde, dem Safarilook des Schuhs sei es gedankt.
Morgen geht‚s dann erst einmal an die Adria, radfahren und Schuhtest am
Strand. Außerdem ist auch die folgende Frage im Test noch nicht geklärt: Wie
ist die Paßform und das Dämpfungsverhalten nach ein paar Martini bianco? Ab
welcher Glaszahl wird das Tragegefühl schwammig·
Viele Grüße aus Ulm senden Pluto und Stefan

Stefan Flachowski : Bewerbungsschreiben

Hallo Running-pur-Macher,
Hiermit möchte ich mich als Testläufer für den NB829 bewerben.
Kurz zu meiner Person: Ich heiße Stefan Flachowsky, bin 30 Jahre alt,
1,80 Meter groß und 78 Kilogramm schwer und bin bei Bosch
(carnavigationsystems) beschäftigt.
Meine wöchentliche Laufleistung schwankt um die 100 Kilometer. Momentan
sind es wohl im Durchschnitt eher 120 Kilometer.
Die Begründung dafür ist recht einfach: Ich starte im Sommer in der 1.
Triathlonliga (SSV Ulm) und habe mir als Saisonziele für 2001 die
Ironmanwettkämpfe in Klagenfurt und Hawaii vorgenommen.
Und dafür renne ich momentan mit meinem Hund (einem Magyar Viszla)
täglich nach Feierabend Strecken zwischen 12 (Tempodauerläufe,
Fahrtspiel) bis 28 (Fettstoffwechseltraining) Kilometer.
Momentan habe ich ein eher mäßiges Temponiveau (37 Minuten beim
Silvesterlauf in Gersthofen), hoffe aber, meine Schnelligkeit bis zum
April zu verbessern. So starte ich bei der Oberschwäbischen
Crosslauferie.
Ein weiteres Steigern der Kilometerumfänge würde bei mir, wohl auch
durch mein hohes Gewicht bedingt, orthopädische Probleme mit sich
bringen (Knie, Fußgelenke).
Aber Fehlstellungen im eigentlichen Sinn habe ich nicht.
Meine Füße (Schuhgröße bei normal ausfallenden Schuhen UK11) sind im
Vorfuß etwas breiter.
Ich würde mich auf eine Antwort von Ihnen sehr freuen und verbleibe bis
dahin mit freundlichen Grüßen aus Ulm

Stefan Flachowsky