! Fünf Tester berichten über Ihre Praxis-Erfahrungen !

][ Michael Sommer ][ Claudio Dorigo ][ Ferdinand Moß ][ Ursula Wienke ][ Stefan Noack ][

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Fila FGT 300 K1

 

][ Foto von Michael Sommer ][ Teamfoto 1 ][ Teamfoto 2 ][

 

Michael Sommer : Abschlussbericht (21. 08. 2002)


Hier meine letzten Erfahrungen. Im Verlauf des Julis folgten mehrere Wettkämpfe und auch einige längere Trainingsläufe die der Schuh und auch ich "ertragen" mussten.
Es steht für mich nun fest, dass für mich dieser Schuh ideal auf der Straße und vor allem bei langen Strecken ist. Wogegen er beim Swiss Alpine Marathon unter den zugegeben extremeren Geländebedingungen keine Bestnoten erhalten konnte. Nun ich will nicht all zu streng sein, doch mit wenig Profil und recht weicher Sohle im Ballenbereich spürte ich das Gelände mehr als mirlieb war. Die Sohle litt durch das Abrutschen an den Steinen mehr als ihr in den ganzen vorherigen Asphalt-km abging. Der Fuß rutschte beim Lauf im Gelände im Schuh mehr als er sollte und es stellte sich eine größere Blase an der Innenseite des rechten Fußes ein, die mir am Ende dann zu schaffen machte.
Die zweite Situation, die ich noch testen wollte, stellte sich in den letzten Wochen ein als der Regen fiel. Hier konnte er allerdings wieder besser gefallen. Er hielt das Wasser zwar nicht besonders gut außerhalb des Schuh, da er gerade im Bereich der Zehenbox recht gut durchlüftet. Doch seitlich dringt kaum Wasser ein. Auch mit nassen Füßen im Schuh lief es noch ganz gut. Auch hier hatte ich in anderen Schuhen kein besseres Gefühl. Eben nass. Nun folgen im Herbst noch einige lange Wettkämpfe und ich hoffe, dass er dort seine gezeigten Stärken für mich einsetzt.

Zusammenfassung:
Ein Schuh mit vielen Stärken, aber einigen Schwächen, die den Gebrauch für den einen oder anderen erschweren.
Seine Stärken sind wie bereits schon erwähnt: Ein leichter und zugleich stabiler Schuh für Mittelfußpronierer; auch als stabilere Variante eines Wettkampfschuhes geeignet; super auf Asphalt auch bei langen Strecken; gute
Verarbeitung des gesamten Schuhs Seine Schwächen Zwei Druckstellen am Knöchel und am kleine Zeh, die bei etwas stärkeren Füßen eventuell anderes zu beurteilen sind. Richtige Schwächen wie Verarbeitungsmängel, schlechter unpassender Schnitt, Materialermüdung oder hoher Verschleiß konnte ich nicht feststellen.
Wie immer ist die Eignung des Schuhs für einen selbst nur durch längeres An- bzw. noch besser Ausprobieren auf dem Laufband oder durch einen kurzen Jogg vor der Tür des Laufladens, zu ermitteln. In diesem Sinne kann ich diesen Schuh empfehlen.

Viel Spaß beim Laufen wünscht Micha


 

 

Michael Sommer : 2. Bericht (1. 7. 2002)

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2. Testbericht - langer Wettkampf mit dem Fila erfolgreich absolviert
Die nächsten Trainingseinheiten waren auf Grund des langen Trainingseinheit vom 12.06. und dem bevorstehenden wichtigen Wettkampf am 21.06.02 nun etwas kürzer, Alle drei Läufe am 14.06 / 17.06 / 18.06 mit dem Fila Schuh fanden wieder bei sehr warmen Wetter statt. Der Eindruck der vorangegangenen Läufe bestätigte sich. Grundsätzlich bequem mit den bekannten Druckstellen am kleinen Zeh des rechten Schuhs und am Schaft des linken Schuhs. Ein Test ohne Socken im Schuh verlief positiv. Das Gefühl im Schuh war angenehm, trotz Hitze und entsprechendem Schwitzen.
Im Laufe der Testläufe auf der Straße sind keine weiteren Probleme aufgetreten. Was noch fehlt ist der bei widrigen Bedingungen und im Gelände. Wettkampftest
Am 21.06. stand ich vor der Frage, welchen Schuh ich zum 100km Lauf nun tragen sollte. Meinen alten Adidas Shimanto oder doch den Fila GTS 300. Als ich dann auf dem Weg zur Umkleide über den unruhigen Pflasterbelag der Strecke mit meinem alten Schuh ging, hatte ich Angst um meine Gelenke und war ich mir sicher, daß der Neue der Richtige ist. Ich schnürte den Schuh zuerst fest. Um bei angeschwollenen Füßen nicht eingeschnürt zu werden, lockerte ich die Schnürung kurz vor dem Start. Es gab während und nach dem Lauf zu keinen Problemen mit der Schnürung und der Schuh saß gut am Fuß. Auch die vorderste Führung über der kleinen Zehe war nur am Anfang zu spüren und machte in der Folge keine Probleme.
Obwohl die Zehenbox groß genug ist und der Schuh gut sitzt, bildete sich je eine Blase unter dem Nagel des zweiten Zehs an beiden Füßen. Dies ist für mich nichts Neues, da es bei fast allen Schuhen über diese Distanz der Fall ist.
Das Gefühl im Schuh war während des gesamten Laufes sehr gut, nicht zuletzt auf Grund der Sohle, welche eine angenehme Dämpfung vermittelt. Am Ende ging alles gut. Es gab keine muskulären und orthopädischen Auffälligkeiten, die auf den Schuh zurückzuführen gewesen wären. Nach diesem langen Wettkampf gefällt der Schuh immer besser. Die Skepsis über seine Eignung als Wettkampfschuh über 100km, der die notwendige Stabilität bietet und gleichzeitig flottes Laufen ermöglicht, wich der Gewissheit, ihm auf langen Distanzen nun zu vertrauen. Allerdings kann der Tragekomfort durch kleinere Korrekturen am Schaft (tiefer ausgeschnitten), Ferse (schmaler) und im Bereich der Zehenbox (Fabrikationstoleranz verringern) noch verbessert werden.
Zweite Bewertung noch positiver:
Dämpfung - sehr gut
Stabilität / Führung - sehr gut
Verarbeitung - gut
Tragekomfort - gut


 

Michael Sommer : 1. Bericht (14. 6. 2002)

Endlich kam gestern der passende Laufschuh an. Nach dem ersten, zu großen Schuh folgte letzte Woche ein zweiter, noch größerer und nun endlich die ersehnte Größe.
Anprobe:
Da mir zuerst der zu große Schuh geliefert wurde, konnte ich für meinen schlanken Fuß gleich mehrere kritische Punkte ausmachen, wo ich nun gespannt war, inwieweit diese bei korrekter Größe immer noch auftreten würden. Der Leisten stimmt. Der Fuß steht gut im Schuh. Die Ferse, die beim zu großen Schuh zu breit war, ist nun besser, für zarte Füße jedoch noch etwas zu weit. Mein Knöchel stößt vor allem außen am Sprunggelenk am Schaft an, was später beim Laufen zu Problemen führen kann. Die Schnürung ist ohne Druckpunkte und verbindet Schuh und Fuß sicher, wenn man nicht aufpasst jedoch leicht zu fest. Die Kunststoffführungen der Schnürung verstärken diesen Effekt. Die vorderste Führung geht über die kleine Zehe und ist deutlich zu spüren. Mal sehen was beim Laufen passiert. Die Zehenbox ist groß genug, so dass keine Probleme zu erwarten sind. Die Schuhbändel sind in ihrer Länge gut und sie lassen sich gut binden. Das Obermaterial macht einen trotz der Leichtigkeit einen guten und dauerhaften Eindruck. Die Kunststoffführungen schützen auf der Innen- und Außenseite vor Nässe und Schmutz, was an der Fußspitze durch das umlaufend undurchlässige Material ergänzt wird. Die Sohle ist angenehm, nicht zu weich und nicht zu hart. Sie ist optisch gut verarbeitet und die Verwendung der verschiedenen Materialien lässt den Schuh abriebsfest und griffig erscheinen. Das Stützelement im Mittelfußbereich macht den Schuh frigider und verhindert durch die Fortführung auf der Innenseite die Pronation. Durch die weitere Sohlengestaltung wirkt er beim Abrollen dennoch flexibel. Die Farbkombination ist wohl nicht jeder "Manns" Geschmack.
11.06.02 1. Lauf: 11 km / 0:45 min / Asphalt / hügelig
Nach wenigen Metern heißt es die Schuhe neu schnüren. Der erste Eindruck beim Laufen ist etwas überraschend. Ein ungewohntes Gefühl der Dämpfung, das irgendwo zwischen keinenfalls zu weich und kaum Bodenkontakt liegt .Nicht unangenehm ist. Als Leichtgewicht nutze ich die vorhandene Dämpfung nicht voll aus. Andere werden hier die Eigenschaften zu schätzen wissen. Der hohe Schaft ist am Knöchel spürbar und stört, führt jedoch zu keiner Reibestelle. Am rechten Fuß kommt es allerdings innen am Rand der Einlegesohle zu einer Rötung. Werde dies weiterverfolgen.
Alles in allem läuft sich der Schuh gut. Ersitzt am Fuß. Ist kein Mokassin, den man nicht spürt, aber auch kein Fremdkörper. Seine stabilisierenden Elemente auf der Innenseite reichen bei meinem Gewicht (58 kg) als Pronationsstütze aus.
12.06.02 2. Lauf: >50 km / 4:00 Std / meist Asphalt / hügelig (>25!!!!)
Nun dieser Lauf war gleich der Härtetest. Normal ist es ein Risiko einen Schuh gleich auf dieser Überdistanz anzuziehen, doch ich wollte es einfach wissen. Nach der Hälfte hatte ich kurz Muskelprobleme am Schienbein und Knie am rechten Fuß, was jedoch auch mit am Laufstiel zusammenhängen kann. Dann bildeten sich an beiden Füßen an der Fußsohle beim großen Zeh eine leichte Blase. Nach Korrektur des Sockens verschlimmerte sich dieser Zustand nicht mehr. Und wieder musste ich zweimal nachschnüren, da ich zuerst zu fest schnürte. Der rechte kleine Zeh ist weiterhin unter dem Druck der vordersten Kunststoffführung, wobei auffällt, dass dies wohl eine unterschiedliche Verarbeitung zurückzuführen ist, (engerer Schnitt), da am linken Schuh diese Probleme nicht auftreten.
Heute ein Tag nach diesem Lauf sind die muskulären Nachwirkungen nicht schuhbedingt verändert. Einzige Spätfolge ist eine erst nach dem Lauf bemerkte Blase am Nagel des zweiten Zeh, der auf Grund seiner Länge auch bei vielen anderen Schuhen gefährdet ist.
Meine erste Bewertung:
Dämpfung - sehr gut
Stabilität / Führung - gut
Verarbeitung - gut
Tragekomfort - gut - befriedigend, auf grund der Reibepunkte mit "meinem"
Fuß
-> "Ein Schuh, der bei einer Auswahl nicht fehlen sollte"

Michael Sommer : Bewerbungsschreiben (23. 5. 2002)

Hallo running-pur-Redaktion,
als Stammgast auf eurer Seite bin ich heute über den "Fila FGT 300 K1"
gestolpert. Seit ein paar Jahren bin ich als sportlicher Läufer mit geringem
Gewicht und gleichzeitigem Mittelfußproniererauf der Suche nach einem
geeigneten Wettkampfschuh für meine Marathon und Ultraläufe. Bisher war es
der ADIDAS Shimanto der meinen Ansprüchen am besten gerecht wurde. Leider
gibt es ihn nicht mehr und einen Nachfolger auch nicht. Einige wenig
erfolgreiche Versuche mit zu "instabilen" Schuhen mit "Bänder und
Sehnen-Problemen" nach langen Läufen oder mit zu frigiden Trainingsschuhen
bin ich letztes Jahr zum PUMA PRYDE gekommen. Aber auch er ist nicht das
gelbe vom Ei, was ich beim Regenlauf in Frankfurt mit großen Blasen erfahren
mußte. Auf den ersten Blick hört sich der Fila interesant an. Ob er sich für
einen Test am Fuß eines erfahrenen und recht flotten Ultras eignet könnt ihr
entscheiden und muß der Schuh dann zeigen.
Zur Person:
Michael Sommer
38 Jahre, 58 kg ; Mittelfußpronation
Schuhgröße: 91/2 oder 10 (Straßenschuh: 42)
schmaler Fuß, schmale Ferse
seit 1989 "aktiver" Läufer
ca. 100 km/Woche auch mal mehr
Lieblingsstrecke: 42,2 km
erfolgreichste Strecke: 100 km
unbeliebteste Strecke: 3000m-Bahn
Lieblingswettkampf: Swiss Alpine Marathon
alles weitere aus dem Steckbrief...

Herzliche Grüße Michael Sommer