!Fünf Tester berichten über Ihre Praxis-Erfahrungen!

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Reebok Ventilator

Thomas Krüger: 2. Bericht (18. 2. 2002)

Da hat meine Mutter doch den richtigen Riecher gehabt. Der Tipp mit den nassen Handtüchern in den Schuhen war goldrichtig: Jetzt passen die Dinger - und ich kann sogar den großen Zeh noch bewegen. Ein Knackpunkt ist allerdings geblieben: Rechts in den Gegend der kleineren Zehen fängt es nach etwa 50 Minuten an zu scheuern - diese Stelle habe ich bisher nicht in den Griff bekommen. Inzwischen habe ich so etwa 170 Kilometer mit dem Reebok Ventilator II hinter mir und bin durchaus zufrieden, ohne allerdings behaupten zu können, dies sei der beste Schuh, den ich jemals getragen habe. Vielleicht wäre auch ein Paralleltest von zwei oder drei Modellen sinnvoller. Prinzipiell ist es so, dass mir meine alten Schuhe vom allgemeinen Tragekomfort eher zugesagt haben. Sie waren etwas leichter und weicher in der Materialverarbeitung - der Wohlfühl-Faktor war größer, sie bildeten eher eine Einheit mit meinen Füßen und waren einfach m e i n e Schuhe. Vom ersten Tag an konnte ich mit dem alten Modell eines anderen Herstellers die längsten Distanzen laufen ohne das Gefühl, dass irgendwo etwas drückt oder scheuert, der Faktor Schuh spielte beim Training überhaupt keine Rolle. Das ist jetzt icht uneingeschränkt der Fall. ich ertappe mich dabei, dass ich nach einigen Kilometern überlege: Na, wie lange geht es wohl heute gut. Ich bin weder Orthopäde noch Schuhmachermeister, deshalb urteile ich eher aus dem Bauch heraus. Dieser Schuh und ich - so richtig passen wir nicht zusammen, aber das ist eher eine Gefühlssache oder anders ausgedrückt: Das Feeling ist nicht so, wie es sein sollte. Dabei kann ich sachlich betrachtet, gar nicht unbedingt etwas Negatives sagen. Die Dämpfung empfinde ich nach wie vor als okay, der Schuh verhält sich von der "Straßenlage" griffig sowohl auf nassem, rutschigem Boden als auch bei steilen Anstiegen und Gefällstrecken. Meine Erfahrung ist, dass ich den Schuh bei höheren Tempofrequenzen als angenehmer empfinde als bei langsamen. Im Jogging-Tempo ist die sache irgenwie nicht richtig rund - das ist bei Tempoläufen besser. Was allerdings die Luftzirkulation anbelangt, die - wie der Name schon sagt - wohl ein besonderes Plus des Ventilator II sein soll: Die ist wirklich prima, so etwas wie Schweißfüße sind mir noch nicht untergekommen.

Thomas Krüger: 1. Bericht (8. 2. 2002)

Ob es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist - das steht nach einer Testwoche mit dem Reebok Ventilator II noch nicht fest. Der Schuh und ich - wir haben uns ein wenig beschnuppert, aber wir lieben uns noch nicht, vielmehr wissen wir noch nicht so ganz genau, was wir voneinander zu halten haben. Die Treter sehen gut aus, keine Frage - der weiße Grundton mit den grauen Effekten kommt schon gut, zumal es langsam Frühling wird. Außerdem bin ich bisher in einem komplett mausgrauen Modell eines anderen Herstellers laufen, da macht allein die farbliche Abwechslung Spaß. Die Reflektoren an der Ferse sind ebenfalls ein dickes Plus. Geradezu perfekt bemessen sind die Schnürbänder - habe ich doch schon oft erlebt, dass die Bänder zu lang für eine normale Schleife und zu kurz für eine Doppelschleife sind. Es bewahrheitet sich, dass es einfach schwierig ist, mit Schuhen zu arbeiten, die man nicht vorher anprobiert hat - die Größen fallen halt doch von Hersteller zu Hersteller etwas unterschiedlich aus. Und der Ventilator II ist in 41 der 8,5 einen Hauch zu klein. Dummerweise begehe ich den Fehler, erst nach einer Woche zu einem alten Hausmittel zu greifen: Ich stopfe nasse Handtücher in den Schuh, um ihn etwas zu weiten. Doch da der Testschuh nun endlich da ist, will ich ihn natürlich sofort ausprobieren - ob es nun etwas zwickt oder nicht. Weil ich in jüngster Zeit Rückenprobleme habe, entscheide ich mich beim Jungfernlauf für die weiche Kunstrasenlaufbahn um unseren Sportplatz. Um dorthin zu gelangen, muss ich ein kurzes Stück über die Lemgoer Wallanlagen laufen, und auch eine kurze Asphaltstrecke ist dabei. Ich beobachte sein merkwürdiges Phänomen: Während der ersten 400 Meter drückt der Schuh unangenehm unter den linken Knöchel - danach legt sich dieses Manko. Diese Erfahrung mache ich auch an den folgenden Tagen. Ich drehe also locker im Jogging-Tempo 25 Runden um den Sportplatz - bei starkem Wind und gegen Ende strömendem Regen - und fühle mich gut. Ich bemerke einen himmelweiten Unterschied zu meinen alten Tretern, die ich so lange getragen habe, bis sie völlig ausgelatscht waren. Der Ventilator II fühlt sich leicht und locker an und dämpft bei jedem Schritt prima den Aufprall. Allerdings stelle ich nach der Rückkehr fest: Ich habe mir zwei Blasen gelaufen. Die Knackpunkte: Links am kleinen Zeh, rechts am großen Zeh - und halten sich hartnäckig durch die ganze Woche. Am nächsten Tag treffe ich bei meinen Runden um die Wallanlagen (eine Runde 2,95 Kilometer) ein paar Bekannte, die schneller laufen als ich es für diesen Abend geplant hatte. ich lasse mich mitreißen zu einem sehr flotten Dauerlauf über drei Runden (plus eine Runde auslaufen) - und weil ich die Blasen getapt habe, finde ich den Ventilator II immer besser. Nach einem Ruhetag gehe ich in die Vollen und mache einen Steigerungslauf über drei Runden (18, 16 und 14 Minuten) und ziehe das Fazit: Ja, aber ... Mir gefällt der Schuh, ich fliege förmlich dahin, aber die beschriebenen Knackpunkte bleiben. Nach einem eher ruhigen 18-km-Lauf am Folgetag greife ich am Sonntag zum Regenerationsjogging auf meine alten Schuhe zurück. Dabei gehen mit förmlich die Augen über: Ich spüre jeden Schritt im Rücken und weiß den Ventilator II noch mehr zu schätzen. Die alten Schuhe ziehe ich endgültig nicht mehr an: Sie bekommen einen Ehrenplatz - schließlich sind das die Treter, mit denen ich meinen ersten Hermannslauf und meinen ersten Marathon (siehe Foto) gelaufen bin. Und wenn das alte Hausmittel funktioniert, werden wir vielleicht doch noch richtig gute Freunde, der Ventilator II und ich.

Thomas Krüger: Bewerbungsschreiben (18. 1. 2002)

Guten Tag,

hiermit bewerbe ich mich als Tester für den Reebok Ventilator.

Ich bin 37 Jahre alt, 1,75 m groß, 70 kg schwer
verheiratet, zwei Kinder, Redakteur, Schuhgröße 41

Ich laufe wöchentlich an fünf bis sechs Tagen 65 bis 90 Kilometer, da ist alles dabei vom 6 km Entspannungsjogging, über Steigerungsläufe, Tempoeinheiten von sechs bis 15 km bis hin zu langen Dauerläufen von 2:30 oder 2:45 Std

Etwa drei Mal im Jahr nehme ich an Wettkämpfen teil (Hermannslauf 30,7 km, Hanselauf in Lemgo 15 km und ein Marathon - in 2002 wahrscheinlich Berlin)

Nein, ich bin kein Laufprofi, sondern ein engagierter Amateur - aber die Reebok-Schuhe müssten schon eine Menge aushalten, weil ich überall laufe: Asphalt, Wanderwege, Waldboden ...

Herzliche Grüße,

Thomas Krüger

P.S.: Knieprobleme habe ich nicht !!