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Christopher
Glogau: Abschlußbericht (22. 12. 2001)
Nach drei Laufberichten
möchte ich heute mein Gesamtfazit ziehen, und damit zum letzten Mal
etwas über die Qualitäten des NB 904 sagen.
Mittlerweile sieht der Schuh auch äußerlich so aus, wie es
sich für einen Trailschuh gehört. Er ist ordentlich verschlammt
und verdreckt, obwohl ich noch gar keinen richtigen Crosslauf damit gemacht
habe. Was das Fazit angeht, bleibe ich bei dem, was mir schon in den vergangenen
Wochen aufgefallen ist. Der Schuh ist ein absoluter Trailspezialist und
tatsächlich nur für weichen, am besten sogar aufgeweichten Untergrund
ideal. Auf Asphalt, gefrorenem Boden oder anderen harten Untergründen
rollt er mir zu unkomfortabel ab, als dass ich ihn auch für solche
Läufe einsetzen würde. Der 904 ist damit ein echter Spezialist
mit eng begrenztem Einsatzgebiet. Man sollte sich vor einem Kauf überlegen,
ob man die Qualitäten eines solchen Schuhs überhaupt benötigt,
da er auf anderen Belägen wenig überzeugt.
Für eine Kombination von Wald- und Asphaltbelägen gibt es sicher
besser geeignete Schuhe. Wer jedoch häufig im Wald läuft und
dabei auch oft auf unbefestige Stücke, Pfützen, Morast, etc.
trifft, hat mit dem 904 seinen idealen Partner gefunden. Der Schuh scheint
sehr robust und ich vermute, dass die Verarbeitung auch nach 1000 gelaufenen
Kilometern noch keinen Anlass zur Klage gibt.
Da es bei New Balance soweit ich weiß verschiedene Schuhweiten gibt,
muss man beim Anprobieren darauf achten, dass der Schuh im Vorfußbereich
weder zu weit noch zu eng ist. Mein Testexemplar hätte ich auch durchaus
etwas weiter vertragen können - wirklich tragisch war es aber nicht.
Das ideale Einsatzgebiet für den 904 wäre wohl ein Lauf wie
der Swiss Alpine Marathon in Davos, an dem ich letztes Jahr teilgenommen
habe. Da besaß ich jedoch noch keinen entsprechenden Schuh. Der
Lauf geht zum Teil durch hochalpines Gelände mit schnee- und geröllbedeckten
Pfaden. Nach solchen Herausforderungen scheint der NB 904 geradezu zu
lechzen. Da macht sich eigentlich nur sein naturgemäß relativ
hohes Gewicht (zumindest am Anstieg) unangenehm bemerkbar. Mein Testurteil
für die Kategorie Trailschuh: 2+. Als Allroundschuh: 4- (aber das
soll er ja auch nicht sein).
Abschließend vielen Dank, dass ich an dem Test teilnehmen durfte
und so erstmalig in den Laufgenuss eines New Balance Schuhs kam. Ich hoffe,
meine Aussagen erleichtern dem ein oder anderen die Wahl beim (Trail-)Schuhkauf.
Der Redaktion und allen Lesern wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest
und einen guten Start ins neue Jahr!
Viele Grüße
Christopher Glogau
Christopher
Glogau: 3. Bericht (10. 12. 2001)
Gestern habe ich den
NB 904 zum ersten Mal für eine längere Strecke verwendet, nämlich
für einen lockeren 20 km Lauf. Da ich früh morgens losgelaufen
bin und es in der Nacht gefroren hatte, war der Boden zu einem großen
Teil sehr hart, es gab aber auch einige bereits angetaute, feuchte bis
matschige Passagen und so gut wie keinen Asphalt. Ideales Gelände
also, um die Qualitäten des 904 auf die Probe zu stellen. Da gefrorener
Boden ungefähr die gleichen "tollen" Dämpfungseigenschaften
wie Asphalt besitzt, war es nicht überraschend, dass der Laufkomfort
auf diesen Stücken eher gering war. Für solche Untergründe
ist der Schuh einfach nicht geeignet. Dazu kommt noch, dass ich evtl.
etwas zu leicht für das Dämpfungssystem des 904 bin und deshalb
eine gewisse Dämpfung vermisse.
Sobald der Untergrund feucht und aufgeweicht wurde, griff das Profil wie
gehabt entschlossen zu und gab sicheren Halt. Leider waren die gefrorenen
Passagen gestern in der Überzahl, so dass ich mir jenseits der 10
km gewünscht habe, doch lieber einen anderen Schuh anzuhaben. Dazu
kam, dass ich Probleme mit dem bereits in meinem ersten Bericht erwähnten
zu engen Zehenraum des Schuhs bekam. So fühlte ich mich im Zehenbereich
ziemlich eingeengt, was bis zum Ende des Laufs anhielt.
Dass das Läufchen dennoch sehr entspannend und angenehm verlief,
war wohl zum einen dem sonnigen Wetter und zum anderen den insgesamt durchaus
noch befriedigenden Laufeigenschaften des NB 904 auch auf gefrorenem Boden
zu verdanken. Sein Terrain sind solche Untergründe jedoch beileibe
nicht. Ich würde ja gerne mal auf Schnee damit laufen, doch ob es
hier im Rheinland mal schneit, ist ja immer ziemlich ungewiss. Trockene,
hartgefrorene Böden werde ich jedoch in Zukunft mit dem 904 meiden
und stattdessen lieber auf einen flexibleren Schuh wie den Asics DS Trainer
zurückgreifen. Bleibt also zu hoffen, dass es bald wieder richtig
schüttet und sich die Feldwege in Schlammpisten verwandeln - jedenfalls
aus Sicht eines Trailschuhtesters.
Bis zum nächsten Mal
Viele Grüße
Christopher Glogau
Christopher
Glogau: 2. Bericht (7. 12. 2001)
In der vergangenen
Woche habe ich dem 904 zum ersten Mal eine Trainingsrunde ausschließlich
auf Wald- und Schotterboden gegönnt. Der Untergrund war teilweise
vom tagelangen Regen aufgeweicht und zusätzlich durch groben Schotter
schwer zu belaufen. Hier erwies sich der Schuh wie bei den bisherigen
Trail-Einsätzen als sehr stabil und angenehm. Die Strecke war wie
geschaffen für die grobe Sohle des 904, die sich gewohnt bissig in
den lockeren Untergrund krallte.
Die Passform des Schuhs hat sich weiter verbessert und mittlerweile durch
das vermehrte Tragen wohl meinen Füßen angepasst. Das Druckgefühl
im Zehenraum ist nahezu verschwunden, so dass ich den Schuh nun wirklich
genießen kann. Dennoch habe ich es nicht gewagt, ihn beim gestrigen
Siebengebirgsmarathon zu tragen. Dafür war er mir einerseits noch
zu wenig eingelaufen und andererseits auch etwas zu schwer. Wobei sich
angesichts der sehr aufgeweichten Strecke der Einsatz vielleicht doch
gelohnt hätte. Nun ja, meine Asics DS Trainer haben mich auch gut
ins Ziel gebracht. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich in ihnen bei weitem
nicht den Griff in matschigen Passagen hatte, wie ihn mir der 904 in meinen
Trainingsläufen zuvor geboten hatte.
Bis nächste Woche.
Christopher
Christopher
Glogau: 1. Bericht (27. 11. 2001)
Hallihallo!
Vergangenen Donnerstag erhielt ich den NB 904 und bin deshalb direkt noch
mal für ein kurzes Testläufchen raus in den Regen. Nach dem
Auspacken überraschte mich der Schuh erst einmal positiv durch seine
relativ große Flexibilität, was ich angesichts der soliden
Verarbeitung nicht unbedingt erwartet habe. Die robuste, stark profilierte
Sohle ließ jedoch sofort darauf schließen, dass der Schuh
nun wirklich nicht für die Straße gemacht ist. Beim Anziehen
stellte sich heraus, dass der Zehenraum für meine Füße
recht schmal ist. Dies störte beim Laufen jedoch nicht weiter und
war nur auf den ersten Kilometern zu spüren.
Der erste (Sicht-)Eindruck bestätigte sich beim Loslaufen dann unmittelbar.
Ich war zunächst auf nassem Asphalt unterwegs und bekam dort die
Nachteile der stark profilierten Sohle zu spüren. Der Schuh rollt
recht hart ab und gibt in Kurven nur wenig Seitenhalt, da er augrund seiner
Profilstruktur auf glatten Belägen wenig Auflagefläche besitzt.
Doch für solche Strecken ist er ja augenscheinlich auch nicht gedacht.
Richtig gut wurde es, als ich auf unbefestigtes Geläuf kam, und der
Schuh seine Qualitäten richtig ausspielen konnte. Die Sohle sorgt
für ausgezeichneten Griff, vor allem auf Matsch und weichem Boden.
Schotter bzw. Kieselsteine sind jedoch weniger die Domäne des NB
904. Hier gibt der Schuh wenig Kontrolle und lässt den Lauf zu einer
recht wackligen Angelegenheit werden. Sehr positiv ist mir hingegen der
gute Nässeschutz aufgefallen, der für trockene Socken trotz
strömendem Regens sorgte. Lediglich vor oben hereinlaufendem Wasser
kann einen auch der 904 nicht bewahren, was nicht weiter verwunderlich
ist.
Begeistert von den guten Trail-Eigenschaften suchte ich mir für den
Samstag Morgen eine mit längeren Matsch-Stücken versetzte 12
km Strecke, die den ultimativen Test für die Geländefähigkeit
des Schuhs darstellen sollte. Diesen Test hat der NB 904 mit Bravour bestanden.
Selbst bei mehrere cm tiefem Matsch und großen Pfützen krallt
sich das ausgezeichnete Profil kompromisslos in den Untergrund und bietet
maximale Bewegungskontrolle und sichere Führung. Da war es richtig
schade, dass der Rückweg wieder über Asphalt führte, wo
das harte Abrollverhalten etwas Komfort vermissen ließ.
Die Passform des Schuhs kann ich nach den mittlerweile durchgeführten
Läufen als sehr gut bezeichnen. Es gibt keine Druck- oder Scheuerstellen.
Nach der Matsch-Runde sieht der 904 jetzt wenigstens auch auf den ersten
Blick nach Trail Schuh aus, aber nur äußerlich, denn der gute
Nässeschutz hat auch bei dieser Härteprüfung voll überzeugt
und mich vor feuchten Füßen bewahrt.
Ich kann schon jetzt sagen, dass der New Balance ein reinrassiger Geländeschuh
ist und aufgrund seiner Sohlenkonstruktion und seines relativ hohen Gewichts
sicher nicht mein favorisierter Begleiter bei schnelleren Trainingsläufen
auf Asphalt sein wird. Für Geländeläufe auf Waldboden,
vor allem bei Nässe und sicher auch bei Schnee (was ich noch nicht
testen konnte), überzeugt er aber durch hohen Laufkomfort und gute
Stabilität, ohne unflexibel oder schwerfällig zu sein.
Die Verarbeitung scheint mir sehr hochwertig und akkurat, jedoch werden
die weiteren Läufe hier mehr Gewissheit bringen. Soviel für
heute - mal sehen, was die nächsten Trainingseinheiten mit dem Schuh
bringen.
Bis die Tage.
Christopher Glogau
Christopher
Glogau: Berwerbungsschreiben (15. 11. 2001)
Sehr geehrte Damen
und Herren,
hiermit bewerbe ich mich als Tester für den o. g. Laufschuh. Ich
bereite mich derzeit auf einen Landschaftsmarathon am 2. Dezember vor
(Siebengebirgsmarathon), weshalb ich häufig auf unebenem, der Jahreszeit
entsprechend matschigem Geläuf unterwegs bin. Meine Wochenumfänge
betragen in der aktuellen Marathonvorbereitung in den intensiven Wochen
zwischen 135 und 160 km. Meinen letzten Marathon bin ich in Berlin dieses
Jahr gelaufen (2:43:37, Platz 235). Marathon ist meine bevorzugte Distanz,
daneben mag ich auch die HM-Strecke recht gerne. Ich laufe seit 10 Jahren
relativ regelmäßig, habe aber zwischendurch auch intensiver
Triathlon betrieben (2. Bundesliga und Regionalliga). Seit gut 2 Jahren
konzentriere ich mich nun ganz auf den Laufsport und dabei im wesentlichen
auf den Marathon.
Letztes Jahr bin ich in Davos beim Swiss Alpine die 42 km gelaufen, was
mir meine Grenzen am Berg mehr als deutlich gemacht hat. Dennoch lasse
ich mich davon nicht abschrecken und plane einen Start beim Jungfrau-Marathon
nächstes Jahr, um mal wieder etwas Abwechslung zu den Stadtmarathons
zu bekommen. Dieses Jahr bin ich auch noch beim 1. Bonn Marathon angetreten
(2:48:21). Berlin war inkl. Davos mein 5. Marathon. Bislang konnte ich
mich zeitlich immer verbessern, doch wird das vermutlich bei den nächsten
Läufen immer schwieriger, obwohl ich sowohl Qualität als auch
Umfang des Trainings ausgebaut habe und weiter ausbauen
will.
Ich bin Mitglied
in unserer Betriebssportgruppe, für die ich bei Wettkämpfen
starte, gehöre ansonsten aber keinem Verein mehr an und gestalte
meine Trainingspläne selbst. Als Angestellter bleibt mir zum Training
alternativ der Morgen oder der Abend, meistens laufe ich jedoch abends,
da ich mich dabei besser und vor allem wacher fühle. Für das
Training verwende ich immer ca. 5-6 paar Schuhe im Wechsel, je nach Streckenlänge,
geplantem Tempo und Bodenbeschaffenheit. Ich glaube, mittlerweile ein
recht kompetentes Urteil über die Qualitäten eines Laufschuhs
abgeben zu können. Ich würde mich freuen, mal wieder einen New
Balance zu laufen, da ich hauptsächlich Asics (aber auch Fila, gelegentlich
Nike und adidas) verwende (DS Trainer, Lyte, Tiger Paw) und gerne einen
Vergleich hierzu ziehen würde. Meine Schuhgröße ist bei
Laufschuhen
übrigens 44,5.
Ich würde mich freuen, bei dem Test mitmachen zu dürfen und
verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Christopher Glogau
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