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Praxiserfahrung von

  1. Antje Belke
  2. Birgit Scharf
  3. M.G.P Will
  4. Jörg Dietrich
  5. Janine Härtel

 

 

Lauferfahrung New Balance 762

Fünf Tester/innen berichten über ihre Erfahrungen

 

Jörg Dietrich: 4. Erfahrung (28. 2. 2001)


Jörg Dietrich, 4. Erfahrung


Hallo running-pur LeserInnen,
die letzten Stra©¨enläufe des Vorjahres und die Cross-Saison sind vorbei.
Anla©¨ genug für eine weitere Zwischenbilanz im Laufschuhtest des NB 762. Nach
weiteren 220 km ist der Kilometerstand damit auf über 350 km gestiegen. Ich
habe den Schuh ausschlie©¨lich als Trainingsschuh auf Wegen eingesetzt, d. h.
nicht im Wettkampf und nicht beim Cross. Dabei war es gelegentlich nicht zu
vermeiden, da©¨ Schnee, Eis und aufgeweichter Boden den Untergrund verändert
hatten. Das war jedoch kein Problem betreffend Halt und Grip. Auch beim ¡long
jog“ im Dauerregen hat der Schuh seine Bewährung bestanden: die Feuchtigkeit
kommt nur sehr langsam durch und hat zumindest bei mir nicht zu Blasenbildung
oder anderen Beeinträchtigungen geführt. Kalte Fü©¨e habe ich auch nie
gekriegt. Selbst längere steile Bergabpassagen auf Asphalt blieben ohne
körperliche Folgen, dank rutschsicherem Profil, guter Dämpfung und
ausreichend gro©¨em Zehenraum. Wie bei einer Mittesterin hat der NB 762 bei
mir den Status eines ¡liebgewordenen Trainingslatschen“ erreicht. Bei
insgesamt 7 von mir benutzten Laufschuhen (incl. Wettkampf- und
Cross-Schuhen) führt er derzeit mit 32 % die Hitparade beim Gebrauch an.
Sogar im Winterurlaub war er dabei. Schwerpunkte sind jedoch ganz klar die
kurzen Strecken auf Asphalt in der Nachbarschaft und der lange Lauf durch
Wald und Feld. Ob ich jedoch meine Leistungssteigerung im Wettkampf (35:39
min auf 10 km und 2:58:27 h im Marathon) seit dem Training mit dem NB 762
diesem zu verdanken habe, will ich nicht behaupten. Verhindert hat er sie
jedenfalls nicht, und Schmerzen habe ich zur Zeit auch nirgendwo. Also: der
NB 762 ist für mich augenblicklich der stabile Trainingsschuh der Wahl, den
ich mir aus funktionellen, ästhetischen und ökonomischen Gründen auch kaufen
würde. Da jetzt aber erst ein Drittel der "Lebenszeit" um ist, werde ich mich
später wohl noch einmal zur Haltbarkeit und Tauglichkeit bei wärmeren
Temperaturen äu©¨ern. Bis dann!
Herzliche Grü©¨e
Jörg Dietrich

Jörg Dietrich: 3. Erfahrung


3. Testbericht, 30. 11. 2000
Hallo running-pur!

Weitere 65 Trainingskilometer im NB 762 sind absolviert. Insgesamt bin ich
jetzt über 100 km im Testschuh gelaufen. Zuletzt überwiegend auf befestigten
Wegen. Das liegt einerseits an der Jahreszeit: die Waldwege sind matschig,
tiefgründig und glatt; das Licht an den Tagesrandzeiten beleuchtet die Wege
nur noch schwach. Andererseits am Schuh. Der NB 762 läuft sich einfach gut
auf harten Belägen. Ob kurze oder lange Distanzen, langsame oder schnelle
Einheiten, er macht alles klaglos mit. Seit dem letzten Bericht für runnig
pur bin ich das Training sogar ausschließlich mit dem NB 762 gelaufen. Den
Volkslauf am letzten Wochenende auf einem reinen Straßenkurs über 10 km habe
ich in Wettkampfschuhen eines anderen Herstellers bestritten. Wie auf Flügeln
habe ich meine Altersklasse gewonnen. Das Training erschien mir im nachhinein
wie mit Gewichten. Das ist vielleicht etwas übertrieben. Denn eine spürbare
Last war mir der Trainingsschuh nie. Eher eine Versicherung gegen
Übertreibung und ein Schutz vor Verletzung. Keine Blase, keine Druckstelle,
keine Probleme mit Sehnen, Knien oder Rücken. Außerdem - dank der
großflächigen Reflektoren, die auch bei starker Verschmutzung nie ganz
erblinden - hat man in der Dämmerung stets ein sicheres Gefühl. Noch ein
gewagter Vergleich: ich schätze den NB 762 inzwischen als treuen Kameraden
wie einen gut eingelaufenen Wanderschuh auf großer Fahrt. So könnte das jetzt
gerne noch 1000 km weitergehen. Dann hätte ich noch eine zeitlang zu
berichten, durch die Cross-Saison mit Eis und Schnee über die Frühlingsläufe
bis zum Verhalten bei großer Hitze.
Bis bald!
Jörg Dietrich

Jörg Dietrich: 2. Erfahrung


2. Bericht, 7. 11. 2000
41 km liegen hinter uns. Zunächst 4 km langsames Einlaufen auf Asphalt. Die
ersten Schritte mit neuen Schuhen sind wohl immer die intensivsten. Volle
Dämpfung. Harter Grip. Neue Motivation. Gutes Gefühl. Die Straße ist naß. Der
Halt in den Schuhen ist fest. Kein Rutschen und kein Patschen. Beim Ausziehen
spüre ich, wie sich die weiche Zunge etwas nach innen eingerollt und gefaltet
hat. Durch ihr großes Volumen war das beim Laufen nicht zu spüren. Dann der
erste lange Lauf: 32 km durch den Wald mit unterschiedlichem Belag. Überall
nasse Blätter, an vielen Stellen Matsch und Pfützen. Beim Ausweichen nutze
ich manchmal die schräge Böschung. Der Schuh läuft wie auf Schienen. Die
Sohle läßt keine Unebenheiten des Untergrundes spüren. Trotzdem fühle ich
mich am wohlsten auf festem Untergrund wie Beton und Asphalt. Das liegt
sicher an der starken Dämpfung. Starker Gegenwind auf einem kahlen Abschnitt
läßt mich jedes Gramm spüren. Das ist wohl der Preis für gute Dämpfung und
Stütze. Nach dem Lauf ist Schuhputz angesagt. Ohne Mühe läßt sich der grobe
Schmutz von Schaft und Sohle entfernen. Lediglich an der medialen Stütze habe
ich mit der Bürste etwas mehr Arbeit. Das liegt an der feinen Gliederung der
"Stability-Web" (also Netz) genannten Struktur. Am oberen Schaftabschluß und
innen wird der Schuh wohl nicht lange weiß bleiben. Selbst die Einlegesohle
ist weiß. Sehr gut: sie ist herausnehmbar und kann (auch durch fremde Sohlen)
ersetzt werden. So gut, wie sie (zusätzlich) gedämpft ist, wird man sich
einen Ersatz allerdings überlegen. Auch die weißen Schnürsenkel sehen jetzt
nicht mehr so neu aus. Ein weiteres positives Detail: die Lochung des
Schaftes ist so weit hochgezogen, daß für jeden Bedarf und für alle Varianten
der Schnürung genügend Spielraum gegeben sein sollte. Heute waren nach kurzer
Pause und Wechsel auf einen anderen Schuh dann noch einmal 9 km Straße
angesagt. Nach dem Aufwärmen laufe ich 2 km im 10 -km-Wettkampftempo. Der
Schuh geht mühelos mit. Das heißt, ich spüre ihn nicht als Ballast. Bei den
letzten 2 Kilometern habe ich dann das Gefühl, daß vom Schuh keine Dynamik
mehr ausgeht. Wind und ein feiner Nieselregen machen mir etwas zu schaffen.
Ich trabe nach Hause. Kontrolle nach dem Ausziehen: Das Mikroprofil an der
hinteren Fersenkante ist glattgelaufen. Funktionell habe ich es allerdings
nicht vermißt. Am Wochenende will ich an einem Volkslauf über 10 km
teilnehmen. Die Strecke ist zwar glatt aber hügelig. Es wird kalt und windig.
Ich werde wohl die Wettkampfschuhe bevorzugen. Aber vorher wird im New
Balance trainiert. Beigefügt erhaltet ihr heute ein Bild von mir (Nr. 733)
beim letzten Wettkampf (10 km in 36:25 min).
Viele Grüße,
Jörg Dietrich

Jörg Dietrich: 1. Erfahrung


1. Bericht, 30. 10. 2000
Heute sind sie gekommen. Ob neue Kunststoff-Schuhe immer so ungesund riechen
müssen? Noch nie bin ich in Schuhen dieser Marke gelaufen. Auf dem
eingenähten Etikett steht - unerwartet -"made in England". Außerdem die Größe
und die Weite. Zunächst denke ich ans Zurückschicken, weil die (deutsche)
Größe nicht stimmt - eine halbe Nummer zu groß, und die Weite zu weit (width)
für meinen eher schmalen Fuß scheint. Beim Vergleich mit meinen anderen
Laufschuhen, stelle ich dann fest, daß die amerikanischen Größenangaben
übereinstimmen, nur die europäischen um eine halbe Nummer differieren. Eine
erste Gehprobe nach dem Einfädeln in die engen Löcher der Schnürung stimmt
mich endgültig um. Die Schuhe passen. Sie lassen sich sehr gut mit der
Schnürung fixieren. Für Eilige ist das System allerdings nicht gemacht. Wer
die Schuhe kaufen will, ohne sie anprobieren zu können, sollte nicht zu klein
bestellen. Die Optik ist angenehm zurückhaltend, nicht so kraftmeiernd und
wulstig-verschnörkelt, eher filigran und funktionsorientiert. Dunkelblau,
silbergrau und weiß dominieren, drei weitere Farben (mittelblau, schwarz,
gelb) sind sparsam als Kontrast oder Abstufung eingesetzt. Der Schuh sieht
leichter und schmaler aus, als er ist. Ich will ihn als Stabilschuh ja auch
im täglichen Training und nicht im Wettkampf einsetzen. Die Sohle ist
vergleichsweise dick. Deutlich sind die (harten) Pronationsstützen und die
(weiche) Fersendämpfung schon beim langsamen Gehen zu spüren. Ungewöhnlich
ist die tiefe Flexkerbe quer über die Fersensohle. Das Profil ist zwar stark
gegliedert, macht aber durch seine Höhe trotzdem einen groben Eindruck. Die
Laufsohle fühlt sich hart an. Der Einsatz auf Asphalt wird zeigen, wie
abriebfest sie ist. (Hier hat mein 1999'er Adidas Supernova seine
Schwachstelle.) Der erste Eindruck ist insgesamt positiv. Der Schuh gefällt
mir. Ich werde ihn behalten. Heute ist draußen Sturm, sonst würde ich gleich
loslaufen.
Jörg Dietrich

Jörg Dietrich: Bewerbungsschreiben


Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie suchen einen Tester für Laufschuhe. Ich würde diese Rolle gerne
übernehmen. Ich bin 46 Jahre alt, wiege 67 kg, habe Schuhgröße 44, laufe im Training ca. 50 km in der Woche und am Wochenende 10 km Volksläufe oder Halbmarathon. 1 -2 mal im Jahr nehme ich auch an Marathonläufen teil. 4 - 5 mal im Jahr bin ich zu Wettkämpfen auf der Bahn. Und das sind meine Zeiten: 17:45 min auf 5000, 36.55 min auf 10000, 1:25 Std. für Halb- und 3:20 Std. für Marathon.

eMail: mailto:joergdietr@aol.com
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Dietrich