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Testläufer berichten vom
32. GutsMuths Rennsteiglauf
32. GutsMuths Rennsteiglauf
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bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten
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Unsere Empfehlung

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16. 5. 2004

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24. 10. 2004

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Bericht von Wolfgang Wellensiek über
den 32. GutsMuths Rennsteiglauf
][ zu
Testberichten anderer Veranstaltungen
][
][Wolfgang Wellensiek][Sven
Löschengruber][
Auch die Stimmung kommt nicht zu kurz....
Für die Teilnahme am Rennsteiglauf habe ich mich spontan ca. 3 Wochen
vor dem Lauf entschieden. Die Bestätigung der Anmeldung seitens des
Veranstalters klappte unkompliziert per Mail, so das ich wenige Tage später
schon in der Teilnehmerliste verzeichnet war. Auch die Meldebestätigung
per Postkarte kam noch rechtzeitig vor der Veranstaltung.
Ich habe mich auf Grund der Entfernung von über 400km für eine
Anreise am Freitag mit Übernachtung in der Turnhalle/Schule in Neuhaus
am Rennweg entschieden. Daher konnte ich auch am Freitag in aller Ruhe
die Startunterlagen abholen. Diese wurden in einem Gebäude in der
Nähe der GutsMuths Halle ausgegeben, so das alles sehr übersichtlich
organisiert war. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch direkt eine Fahrkarte
für die Rückfahrt vom Ziel nach Neuhaus gekauft. Für EUR
2 konnte man in Schule oder Turnhalle übernachten. Nachdem ein Platz
dort reserviert war ging es zur obligatorischen Kloßparty in der
GutsMuths Halle. Die Kloßparty stellt beim Rennsteiglauf die regionale
Alternative zur Nudelparty dar. Untermalt wurde die Party von Volkstümlicher
Musik die zusammen mit dem Moderator und Köstritzer Schwarzbier echte
Bierzeltstimmung aufkommen lies...
Am Samstag hieß es dann um 6.00 Uhr Aufstehen, das Wetter sah schon
verheißungsvoll aus, auch wenn es noch recht kühl war. Dennoch
habe ich die Auswahl der Laufbekleidung bis nach dem Frühstück
verschoben, das wieder in der GutsMuths Halle angeboten wurde. So langsam
kam der Start näher und ich begab mich auf den Startplatz, wo auch
schon die Wagen für die Kleidersäcke warteten. Diese wurden
zum Zielort transportiert. Die "Aufwärmphase" wurde wieder
vom Moderator samt Trachtenkapelle gestaltet, so das die letzte halbe
Stunde wie im Flug verging. Nach dem Startschuß führte die
Strecke durch ein Starttor, wo es recht eng zuging. Danach war aber schnell
das finden des eigenen Tempos möglich. Nachdem die ersten fünf
Kilometer auf der Straße geschafft waren ging es endlich in einen
Waldweg, wo der eigentliche Lauf begann. Alle fünf Kilometer waren
Kilometerschilder ausgestellt, was bei einem Geländelauf auch ausreichend
ist. Verpflegungsstellen gab es ca. alle zehn Kilometer, diese waren wohl
ziemlich komplett bestückt, wovon ich allerdings bis auf den Tee
keinen Gebrauch gemacht habe. Als Besonderheit wird hier auch (Hafer-?)Schleim
angeboten, aber wie gesagt - keine praktischen Erfahrungen. Besonders
schwer gefallen ist mir ein stark gerölliges Gefällstück
nach Kilometer 23.
Die wellige Strecke hat mir sehr gut gefallen, auch wenn natürlich
die abschließende Steigung zum Sportplatz in Schmiedefeld wirklich
"auf letzer Rille" gelaufen wird. Im Ziel angekommen war wieder
alles optimal organisiert, von der Ausgabe der Kleiderbeutel über
die Massage bis zur Beschilderung zu den Bussen für den Rücktransport.
Die Siegerehrung habe ich nicht abgewartet, da ich mit Busfahrt und anschließender
Heimfahrt noch einige Stunden unterwegs war. Insgesamt hat mir meine erste
Teilname am GutsMuths Rennsteiglauf viel Spaß gemacht es ist eine
lockere aber super organisierte Veranstaltung bei der auch die Stimmung
außerhalb des Laufes nicht zu kurz kommt.
Bis zum nächsten Mal
Wolfgang
Startnummer 5832
Bericht von Sven Löschengruber über
den 32. GutsMuths Rennsteiglauf
][ zu
Testberichten anderer Veranstaltungen
][
][Wolfgang Wellensiek][Sven
Löschengruber][
Der etwas schwierigere und längere Marathon
Nachdem ich bereits einige Stadtmarathons bewältigt habe, möchte
ich einmal etwas völlig anderes versuchen, nämlich Europas größten
und traditionellsten Crosslauf, den Rennsteiglauf. Da freut es mich sehr,
dass ich von running-pur als Tester für dieses Ereignis ausgewählt
werde. Eine Woche zuvor will ich noch als letzten Formtest den Halbmarathon
in Mainz laufen, doch unterwegs klappt es so gut, dass ich zu Ende renne
und eine neue persönliche Bestzeit aufstelle (3:26:59 Std). In Ziel
ist dadurch aber das Unternehmen "Rennsteig" in Frage gestellt.
Ich überlege, ob ich mich zum Halbmarathon ummelden soll, unterlasse
dies aber, da ich mich einerseits recht gut erhole und andererseits das
offene Ziel von großzügig bemessenen 9 Stunden beruhigt. Sollte
alles schief gehen, könnte ich die komplette Strecke notfalls walken.
Dank des sehr guten Internetauftritts des Veranstalters bin ich bereits
über die wichtigsten Dinge vorab informiert. Leider bekomme ich trotz
zweimaligen Mailens keine Antwort, wie die Sammelunterkunft organisiert
ist. Ich weiß nur, dass sie nur in begrenztem Maße zur Verfügung
steht und nicht vorab reserviert werden kann Am Freitag geht es aus dem
Rhein-Main-Gebiet nach Neuhaus am Rennweg. Nach gut 3 1/2 Stunden komme
ich an. Das Finden des Wettkampfzentrums ist problemlos, da man vom Ortseingang
gut durch Schilder geleitet wird. Die Startunterlagen erhalte ich von
den freundlichen Helfern sehr schnell, da noch nicht so viel los ist.
Hier erfahre ich auch, dass die Sammelunterkunft
in den Klassenräumen der Schule direkt am Start ist und ich beziehe
dort, mit Isomatte und Schlafsack ausgerüstet, mein Quartier. Anschließend
geht es zur großen Kloßparty in die GutsMuths-Halle. Dies
ist eine absolute Novität, denn statt der obligatorischen Nudeln
werden Rouladen, Klöße und Rotkraut (wirklich lecker) verspeist.
Eine Abstimmung im Internet hat diesen Sonderweg bestätigt und ich
kann im Nachhinein sagen, dass es auch mit keineswegs geschadet hat. Die
Kloßparty hat wirklich den Namen "Party" verdient, denn
begleitet wird das Essen von stimmungsvoller Musik der "Ansbachtaler".
Gut gesättigt lege ich mich im Anschluss schlafen.
Am Renntag erwache ich bei schönstem Laufwetter. Die Sonne scheint
und die Temperaturen sind bei etwa 12°C optimal. Kurz vor dem Start
nochmals die Toiletten aufgesucht, von denen in der Schule genügend
zur Verfügung stehen und dann auf zum Startplatz. Dort wird den Teilnehmern
schon musikalisch eingeheizt. Pünktlich um 9 Uhr fällt der Startschuss
und dank der Chipzeitnahme und der Vernunft der Teilnehmer kommt es beim
Nadelöhr des Starts (von einem großen Platz verengt sich die
Strecke auf Straßenbreite) zu keinerlei Stress. Die Strecke beginnt
mit einer stetigen Steigung nach Neuhaus. Auffallend ist, wie locker die
meisten Teilnehmer das Unterfangen angehen. Statt der ständigen Überholmanöver,
die man von den Stadtmarathons kennt, lässt man es einfach laufen.
Unzählige "Mehrfachtäter", erkennbar an den zusätzlichen
Hinweisen wie "2o x dabei", bewältigen die ersten Kilometer
auf Asphalt. Ich nehme mir vor, möglichst lange einen 6er Schnitt
zu laufen, um das Ziel deutlich unter 5 Stunden zu erreichen. Problematisch
ist für mich hierbei, dass ich unterwegs keine einzelnen Kilometerangaben
sehe. Erst nach 5 Kilometern bekomme ich eine Orientierung und stelle
fest, dass ich gut in der Zeit liege. Endlich geht es von der Straße
runter auf teils aufgeweichten Waldboden und Richtung erste Verpflegungsstelle
bei Kilometer 10,6 muss ich eine kräftige Steigung überwinden.
Die Verpflegungsstation ist ausreichend bestückt und die netten Helfer
haben Anfeuerungen und aufmunternde Worte für uns. Von hier geht
es leicht bergab und man kann wieder etwas Tempo aufnehmen. Übertreiben
sollte man jedoch nicht, denn von der Eisberger Ausspanne (Km 15), einem
weiteren Getränkepunkt, geht es knapp 4 Kilometer aufwärts zum
höchsten Punkt der Strecke, der Turmbaude Masserberg auf 841 m über
NN. An dieser Verpflegungsstelle nehme ich die ersten Bananenstücke
zu mir, den angebotenen Schleim lasse ich aber doch links liegen. Nun
fällt die Strecke steil bergab. Da meine Muskeln wegen des beständigen
gemäßigten Tempos noch nicht übersäuert sind, kann
ich es laufen lassen. Schon kurz danach kommt der nächste Anstieg
von Masserberg auf den Ersteberg. Einige Läufer sind schon zu Bergwalkern
geworden, mir ergeht es noch recht gut und ich trabe weiter. Nun geht
es sehr steil bergab, wir verlieren innerhalb von 2 Kilometern gut 100
Höhenmeter. Bei einigen Engstellen können im Streckenverlauf
keine zwei Personen nebeneinander laufen, doch die Vernunft aller siegt
über den Drang um Sekunden. In der Gegend um Neustadt bei Kilometer
30 werde ich ebenfalls zum Geher. Wie fast alle Mitläufer in meinem
Zeitbereich geht es langsam, aber beständig einige Zacken auf den
Burgberg und zur Getränkestelle Großer Dreiherrenstein hinauf.
5 Kilometer vor dem Ziel ereilt uns eine weitere Wand, der Meisenhügel.
Gestärkt durch weitere Bananen kann ich es von dort ab laufen lassen,
denn es geht erst gemäßigt, später steil bergab nach Schmiedefeld.
Dort feuern uns zahlreiche Zuschauer an. Wo nun der normale Marathon beendet
ist, steht eine letzte Prüfung für den Rennsteigläufer
auf dem Plan: Die letzten 700 Meter hinauf zum Ziel müssen durch
ein enger werdendes Spalier von Menschen bewältigt werden, wobei
nochmals 90 Höhenmeter zu überwinden sind. Ich hole die letzten
Energiereserven aus mir heraus und erreiche erschöpft, aber glücklich
das Ziel knapp unter 4 Stunden 15 Minuten. Umgehend bekomme ich eine Medaille
umgehängt und mache mich auf zum Getränkestand, der gut bestückt
ist. Dies kann man von der Zielverpflegung leider nicht behaupten. Die
Bananen sind bereits ausgegangen; wenigstens erhalte ich gegen Vorlage
eines Bons eine Fleischbrühe (leider ist das Zelt etwas entfernt)
und völlig woanders noch ein Bier. Gut gelöst ist die Gepäckausgabe,
bei der es zu keinerlei Wartezeit kommt. Ein großes Kompliment ist
der Ergebnisauswertung auszusprechen, denn nur wenige Minuten nach dem
Zieleinlauf halte ich bereits meine mehrfarbige Soforturkunde mit Gesamt-
und Alterklassenplatzierung in den Händen.Als Fazit möchte ich
sagen, dass der Rennsteiglauf vor allem wegen der sehr freundlichen Atmosphäre
und der Ruhe auf der Strecke -man hört fast nirgends andere Geräusche
als das Auftreten und Schnaufen der Läufer- empfehlenswert ist. Die
Strecke ist aufgrund der Topographie und der wechselnden Beschaffenheit
des Untergrunds ziemlich anspruchsvoll (überrascht hat mich, dass
etwa 15 Kilometer auf Asphalt zu absolvieren waren), doch das sollte den
auch den Marathoneinsteiger nicht abschrecken, da der Zielschluss mit
9 Stunden mehr als großzügig gewählt ist. Für 30
€ Startgebühr erhält man ein gutes Preis-Leistungsverhältnis
geboten, wobei man darüber nachdenken könnte, ob man (eventuell
für eine geringfügig höhere Gebühr) die Zielverpflegung
zumindest für die Marathon- und Supermarathonläufer verbessern
könnte.
Sven Löschengruber,
Lauftreff Bruchköbel
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