Testläufer berichten vom 32. GutsMuths Rennsteiglauf

32. GutsMuths Rennsteiglauf

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen. Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln? Dann klicken Sie hier.

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running-pur ONLINE
Ein Beitrag von running-pur ONLINE

 


Bericht von Wolfgang Wellensiek über den 32. GutsMuths Rennsteiglauf
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Wolfgang Wellensiek][Sven Löschengruber][

Auch die Stimmung kommt nicht zu kurz....

Für die Teilnahme am Rennsteiglauf habe ich mich spontan ca. 3 Wochen vor dem Lauf entschieden. Die Bestätigung der Anmeldung seitens des Veranstalters klappte unkompliziert per Mail, so das ich wenige Tage später schon in der Teilnehmerliste verzeichnet war. Auch die Meldebestätigung per Postkarte kam noch rechtzeitig vor der Veranstaltung.
Ich habe mich auf Grund der Entfernung von über 400km für eine Anreise am Freitag mit Übernachtung in der Turnhalle/Schule in Neuhaus am Rennweg entschieden. Daher konnte ich auch am Freitag in aller Ruhe die Startunterlagen abholen. Diese wurden in einem Gebäude in der Nähe der GutsMuths Halle ausgegeben, so das alles sehr übersichtlich organisiert war. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch direkt eine Fahrkarte für die Rückfahrt vom Ziel nach Neuhaus gekauft. Für EUR 2 konnte man in Schule oder Turnhalle übernachten. Nachdem ein Platz dort reserviert war ging es zur obligatorischen Kloßparty in der GutsMuths Halle. Die Kloßparty stellt beim Rennsteiglauf die regionale Alternative zur Nudelparty dar. Untermalt wurde die Party von Volkstümlicher Musik die zusammen mit dem Moderator und Köstritzer Schwarzbier echte Bierzeltstimmung aufkommen lies...
Am Samstag hieß es dann um 6.00 Uhr Aufstehen, das Wetter sah schon verheißungsvoll aus, auch wenn es noch recht kühl war. Dennoch habe ich die Auswahl der Laufbekleidung bis nach dem Frühstück verschoben, das wieder in der GutsMuths Halle angeboten wurde. So langsam kam der Start näher und ich begab mich auf den Startplatz, wo auch schon die Wagen für die Kleidersäcke warteten. Diese wurden zum Zielort transportiert. Die "Aufwärmphase" wurde wieder vom Moderator samt Trachtenkapelle gestaltet, so das die letzte halbe Stunde wie im Flug verging. Nach dem Startschuß führte die Strecke durch ein Starttor, wo es recht eng zuging. Danach war aber schnell das finden des eigenen Tempos möglich. Nachdem die ersten fünf Kilometer auf der Straße geschafft waren ging es endlich in einen Waldweg, wo der eigentliche Lauf begann. Alle fünf Kilometer waren Kilometerschilder ausgestellt, was bei einem Geländelauf auch ausreichend ist. Verpflegungsstellen gab es ca. alle zehn Kilometer, diese waren wohl ziemlich komplett bestückt, wovon ich allerdings bis auf den Tee keinen Gebrauch gemacht habe. Als Besonderheit wird hier auch (Hafer-?)Schleim angeboten, aber wie gesagt - keine praktischen Erfahrungen. Besonders schwer gefallen ist mir ein stark gerölliges Gefällstück nach Kilometer 23.
Die wellige Strecke hat mir sehr gut gefallen, auch wenn natürlich die abschließende Steigung zum Sportplatz in Schmiedefeld wirklich "auf letzer Rille" gelaufen wird. Im Ziel angekommen war wieder alles optimal organisiert, von der Ausgabe der Kleiderbeutel über die Massage bis zur Beschilderung zu den Bussen für den Rücktransport.
Die Siegerehrung habe ich nicht abgewartet, da ich mit Busfahrt und anschließender Heimfahrt noch einige Stunden unterwegs war. Insgesamt hat mir meine erste Teilname am GutsMuths Rennsteiglauf viel Spaß gemacht es ist eine lockere aber super organisierte Veranstaltung bei der auch die Stimmung außerhalb des Laufes nicht zu kurz kommt.
Bis zum nächsten Mal
Wolfgang
Startnummer 5832


Bericht von Sven Löschengruber über den 32. GutsMuths Rennsteiglauf
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Wolfgang Wellensiek][Sven Löschengruber][

Der etwas schwierigere und längere Marathon

Nachdem ich bereits einige Stadtmarathons bewältigt habe, möchte ich einmal etwas völlig anderes versuchen, nämlich Europas größten und traditionellsten Crosslauf, den Rennsteiglauf. Da freut es mich sehr, dass ich von running-pur als Tester für dieses Ereignis ausgewählt werde. Eine Woche zuvor will ich noch als letzten Formtest den Halbmarathon in Mainz laufen, doch unterwegs klappt es so gut, dass ich zu Ende renne und eine neue persönliche Bestzeit aufstelle (3:26:59 Std). In Ziel ist dadurch aber das Unternehmen "Rennsteig" in Frage gestellt. Ich überlege, ob ich mich zum Halbmarathon ummelden soll, unterlasse dies aber, da ich mich einerseits recht gut erhole und andererseits das offene Ziel von großzügig bemessenen 9 Stunden beruhigt. Sollte alles schief gehen, könnte ich die komplette Strecke notfalls walken. Dank des sehr guten Internetauftritts des Veranstalters bin ich bereits über die wichtigsten Dinge vorab informiert. Leider bekomme ich trotz zweimaligen Mailens keine Antwort, wie die Sammelunterkunft organisiert ist. Ich weiß nur, dass sie nur in begrenztem Maße zur Verfügung steht und nicht vorab reserviert werden kann Am Freitag geht es aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Neuhaus am Rennweg. Nach gut 3 1/2 Stunden komme ich an. Das Finden des Wettkampfzentrums ist problemlos, da man vom Ortseingang gut durch Schilder geleitet wird. Die Startunterlagen erhalte ich von den freundlichen Helfern sehr schnell, da noch nicht so viel los ist. Hier erfahre ich auch, dass die Sammelunterkunft
in den Klassenräumen der Schule direkt am Start ist und ich beziehe dort, mit Isomatte und Schlafsack ausgerüstet, mein Quartier. Anschließend geht es zur großen Kloßparty in die GutsMuths-Halle. Dies ist eine absolute Novität, denn statt der obligatorischen Nudeln werden Rouladen, Klöße und Rotkraut (wirklich lecker) verspeist. Eine Abstimmung im Internet hat diesen Sonderweg bestätigt und ich kann im Nachhinein sagen, dass es auch mit keineswegs geschadet hat. Die Kloßparty hat wirklich den Namen "Party" verdient, denn begleitet wird das Essen von stimmungsvoller Musik der "Ansbachtaler". Gut gesättigt lege ich mich im Anschluss schlafen.
Am Renntag erwache ich bei schönstem Laufwetter. Die Sonne scheint und die Temperaturen sind bei etwa 12°C optimal. Kurz vor dem Start nochmals die Toiletten aufgesucht, von denen in der Schule genügend zur Verfügung stehen und dann auf zum Startplatz. Dort wird den Teilnehmern schon musikalisch eingeheizt. Pünktlich um 9 Uhr fällt der Startschuss und dank der Chipzeitnahme und der Vernunft der Teilnehmer kommt es beim Nadelöhr des Starts (von einem großen Platz verengt sich die Strecke auf Straßenbreite) zu keinerlei Stress. Die Strecke beginnt mit einer stetigen Steigung nach Neuhaus. Auffallend ist, wie locker die meisten Teilnehmer das Unterfangen angehen. Statt der ständigen Überholmanöver, die man von den Stadtmarathons kennt, lässt man es einfach laufen. Unzählige "Mehrfachtäter", erkennbar an den zusätzlichen Hinweisen wie "2o x dabei", bewältigen die ersten Kilometer auf Asphalt. Ich nehme mir vor, möglichst lange einen 6er Schnitt zu laufen, um das Ziel deutlich unter 5 Stunden zu erreichen. Problematisch ist für mich hierbei, dass ich unterwegs keine einzelnen Kilometerangaben sehe. Erst nach 5 Kilometern bekomme ich eine Orientierung und stelle fest, dass ich gut in der Zeit liege. Endlich geht es von der Straße runter auf teils aufgeweichten Waldboden und Richtung erste Verpflegungsstelle bei Kilometer 10,6 muss ich eine kräftige Steigung überwinden. Die Verpflegungsstation ist ausreichend bestückt und die netten Helfer haben Anfeuerungen und aufmunternde Worte für uns. Von hier geht es leicht bergab und man kann wieder etwas Tempo aufnehmen. Übertreiben sollte man jedoch nicht, denn von der Eisberger Ausspanne (Km 15), einem weiteren Getränkepunkt, geht es knapp 4 Kilometer aufwärts zum höchsten Punkt der Strecke, der Turmbaude Masserberg auf 841 m über NN. An dieser Verpflegungsstelle nehme ich die ersten Bananenstücke zu mir, den angebotenen Schleim lasse ich aber doch links liegen. Nun fällt die Strecke steil bergab. Da meine Muskeln wegen des beständigen gemäßigten Tempos noch nicht übersäuert sind, kann ich es laufen lassen. Schon kurz danach kommt der nächste Anstieg von Masserberg auf den Ersteberg. Einige Läufer sind schon zu Bergwalkern geworden, mir ergeht es noch recht gut und ich trabe weiter. Nun geht es sehr steil bergab, wir verlieren innerhalb von 2 Kilometern gut 100 Höhenmeter. Bei einigen Engstellen können im Streckenverlauf keine zwei Personen nebeneinander laufen, doch die Vernunft aller siegt über den Drang um Sekunden. In der Gegend um Neustadt bei Kilometer 30 werde ich ebenfalls zum Geher. Wie fast alle Mitläufer in meinem Zeitbereich geht es langsam, aber beständig einige Zacken auf den Burgberg und zur Getränkestelle Großer Dreiherrenstein hinauf. 5 Kilometer vor dem Ziel ereilt uns eine weitere Wand, der Meisenhügel. Gestärkt durch weitere Bananen kann ich es von dort ab laufen lassen, denn es geht erst gemäßigt, später steil bergab nach Schmiedefeld. Dort feuern uns zahlreiche Zuschauer an. Wo nun der normale Marathon beendet ist, steht eine letzte Prüfung für den Rennsteigläufer auf dem Plan: Die letzten 700 Meter hinauf zum Ziel müssen durch ein enger werdendes Spalier von Menschen bewältigt werden, wobei nochmals 90 Höhenmeter zu überwinden sind. Ich hole die letzten Energiereserven aus mir heraus und erreiche erschöpft, aber glücklich das Ziel knapp unter 4 Stunden 15 Minuten. Umgehend bekomme ich eine Medaille umgehängt und mache mich auf zum Getränkestand, der gut bestückt ist. Dies kann man von der Zielverpflegung leider nicht behaupten. Die Bananen sind bereits ausgegangen; wenigstens erhalte ich gegen Vorlage eines Bons eine Fleischbrühe (leider ist das Zelt etwas entfernt) und völlig woanders noch ein Bier. Gut gelöst ist die Gepäckausgabe, bei der es zu keinerlei Wartezeit kommt. Ein großes Kompliment ist der Ergebnisauswertung auszusprechen, denn nur wenige Minuten nach dem Zieleinlauf halte ich bereits meine mehrfarbige Soforturkunde mit Gesamt- und Alterklassenplatzierung in den Händen.Als Fazit möchte ich sagen, dass der Rennsteiglauf vor allem wegen der sehr freundlichen Atmosphäre und der Ruhe auf der Strecke -man hört fast nirgends andere Geräusche als das Auftreten und Schnaufen der Läufer- empfehlenswert ist. Die Strecke ist aufgrund der Topographie und der wechselnden Beschaffenheit des Untergrunds ziemlich anspruchsvoll (überrascht hat mich, dass etwa 15 Kilometer auf Asphalt zu absolvieren waren), doch das sollte den auch den Marathoneinsteiger nicht abschrecken, da der Zielschluss mit 9 Stunden mehr als großzügig gewählt ist. Für 30 € Startgebühr erhält man ein gutes Preis-Leistungsverhältnis geboten, wobei man darüber nachdenken könnte, ob man (eventuell für eine geringfügig höhere Gebühr) die Zielverpflegung zumindest für die Marathon- und Supermarathonläufer verbessern könnte.
Sven Löschengruber,
Lauftreff Bruchköbel