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Testläufer berichten vom
2. uniVersa-Nürnberg-Marathon
2. uniVersa-Nürnberg-Marathon
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Bericht von Martin Linek über den
2. uniVersa-Nürnberg-Marathon
][ zu
Testberichten anderer Veranstaltungen
][
][Martin Linek][
Mit Stefan Schubart beim 2. uniVersa-Nürnberg-Marathon
Stefan Schubart wollte in 14 Tagen 1000km in Süddeutschland laufen,
ein Benefizlauf zugunsten von 3 Kinderhilfsorganisationen. Professionell
organisiert sollte der uniVersa-Nürberg-Marathon krönender Abschluss
seiner Tour werden. Es kam anders. Am Samstag bei Ankunft in Nürnberg
fehlten ihm noch 100km um die Tausend voll zu machen. Schmerzen ließen
es nicht wahrscheinlich erscheinen, den Marathon in der vorgegebenen Zeit
zu finishen. Nachfrage bei den Organisatoren, ob den der Start mit den
Halbmarathonläufern möglich sei um dann die Marathondistanz
zu
laufen, werden verneint. Also wird umdisponiert. Stefan läuft sich
am Sonntag morgen schon mal warm, 22km. Ich treffe Stefan kurz vorm Start
des Halbmarathons. Ich hatte mir überlegt mit ihm zusammen die Marathondistanz
zu bewältigen. Gedanklich bin ich schon darauf fixiert einen langsamen
Marathon zu laufen. Dann die Hiobsbotschaft für mich: Stefan läuft
nur den Halbmarathon. Er möchte auf jeden Fall im Stadion
einlaufen. Ich kann ihn nicht mehr überzeugen, auch meine Nachfragen
beim Veranstalter sich fruchtlos. Ob er sich die ganze Tour denn so schmerzhaft
vorgestellt habe, möchte ich von ihm wissen. Nein ist
seine knappe und präzise Antwort. Wie lange denn die längste
Strecke war die er vorher gelaufen war: 70 km. Respekt, von
einer optimalen Vorbereitung auf so eine Herausforderung kann man da wirklich
nicht sprechen. Umso bemerkenswerter seine Wille, die Sache bis zum letzen
Kilometer durch zuziehen. Zusammen mit seiner Begleiterin Yvonne macht
er sich auf den Halbmarathon. Ich habe noch eine halbe Stunde und werde
auch alleine heute langsam laufen.
Start ist vor der ehemaligen Haupttribüne des Reichsparteitagsgeländes,
Startschuß, das Feld setzt sich zügig in Bewegung. Nach wenigen
Minuten sind alle Läufer auf der Strecke. Zunächst gehts
um den Ortsteil Langwasser herum, die Straßen sind halbseitig gesperrt,
es ist genügend Platz zum Laufen da. Die erste Wasserstation bei
km 4,5. Zum meinem Erstaunen: kohlesäurehaltiges Wasser! Die ersten
der insgesamt 24 Bands und Musikgruppen am Straßenrand werden passiert.
Ein unverständlicher Schlenker um das Frankenzentrum herum, dann
an der Messe vorbei die Münchner Straße entlang bis zur Bayernstraße.
Am Volksfestplatz und Kongresshalle vorbei die breite Straße entlang
und bei km 15 befindet man sich wieder an der Arena. Dort laufen mittlerweile
die ersten Halbmarathonies mit ihren Medallien herum, wir haben noch 2/3
vor uns. In der Hans-Kalb-Straße kommen mir dann Stefan und Yvonne
entgegen, der Stefan läuft noch ganz schön locker, dafür
das er schon fast 1000 km in den Beinen hat! Wir winken uns zu und schon
gehts weiter. 1000% besser als beim letzten Mal, sagt die Läuferin
neben mir, auf die Stimmung hier angesprochen. Am Clubgelände vorbei
gehts jetzt die Regensburger Straße entlang Richtung Innenstadt.
Ich fange schon mal das Rechnen an: um pünklich um 15Uhr im Stadion
einzulaufen, kann ich ein Tempo von 10Minuten pro KM laufen. Das beruhigt
ungemein. Vor der Ostendstraße begleitet mich ein Polizist ein Stück
des Weges. Wir unterhalten uns sehr nett miteinander, laufen am längsten
Anfeuerungsplakat der Welt vorbei (was man aus Tapete alles machen kann!)
ich reduziere mein Tempo, es müssten eigentlich gleich die führenden
Marathonies entgegenkommen, da würd ich gerne noch Fotos machen.
Stehen bleiben möchte ich jedoch nicht, als ich 200m hinter dem Business
Tower schon an der Verpflegungsstation bin, höre ich hinter mir das
Hupkonzert der Führungsfahrzeuge, da hätte ich schon noch warten
können.
Das Läuferfeld ist jetzt in meinem Bereich schon ziemlich ausgedünnt.
Ich lasse Patricia vorbeiziehen, sie läuft ihren ersten Marathon,
ist super gut gelaunt, hoffentlich bleibt sie das auch bis ins Ziel. Eine
Runde um Sankt Jobst und dann geht es am Wöhrder See entlang Richtung
Innenstadt. Mittlerweile laufe ich alleine am Ende des Feldes. Der Besenwagen
hält diskret Abstand, wir haben auch noch über 20 Minuten Vorsprung
und ich werde die Zeit voll auskosten. Ich laufe auf die Streckenposten
zu, bedanke mich bei ihnen für das lange Warten und mit den Worten
: Nach mir kommt keiner mehr, ihr könnt jetzt gehen verabschiede
ich mich. Leider kann ich in der Altstadt keine Läuferfotos machen,
außer mir sind keine Läufer mehr da und nur die Sehenswürdigkeiten
zu fotografieren macht auch keinen Sinn. Zuschauer sind noch genügend
an der Strecke und die auf der Gegenfahrbahn wartenden Autofahrer animiere
ich dazu, mich durch Hupen zu unterstützen. Über die Kaiserstraße
geht es an der Lorenzkirche vorbei Richtung Weißer Turm, hier ist
noch richtig was los. Dann gehts durch die Breite Gasse, das hätte
ja wirklich nicht sein müssen. Irgendwann beschließ ich mit
Cola anzufangen, das hätte ich besser sein lassen, an den folgenden
Verpflegungstationen ist Cola aus. Was ich jetzt erlebe ist der Traum
aller Läufer: Alleine auf gesperrten Straßen durch die Stadt
laufen! Zeit hab ich noch genug, ein Streckenposten verunsichert mich
kurz mit dem Hinweis um halb drei sei Zielschluß, sofort versichere
ich mich beim Besenwagen zurück: Alles ok, um 3 ist Schicht. Stellenweise
ist es schon recht schwül, das Thermometer an der uniVersa-Zentrale
am Rathenauplatz zeigt 20 Grad. In der Sebalder Altstadt feuert mich ein
entgegenkommender ahrradfahrer an den ich zunächst nicht erkenne.
Er hat ein Badwater Finishershirt an, auf dem Fahrrad schläft im
Kindersitz seine Tochter. Es ist Robert Wimmer, Botschafter der www.vollmondmarathon.de
und Sieger des Transeuropalaufes. Er begleitet mich kurz, mit den Worten
du bist eine Bank lässt er mich ziehen. Ja, Punktlandung
zum Zielschluß heißt heute die Devise.Nochmal um St. Jobst
rum , einmal links einmal recht heute und den bekannten Weg wieder zurück
zum Frankenstadion. Ich hätte mir gerne eine abwechslungsreichere
Strecke gewünscht. Am Horizont vor mir sehe ich langsam den vorletzen
Läufer auftauchen, am Ostring überhole ich ihn, motiviere ihn
noch mitzulaufen, aber Mike schaut schon ziemlich ko aus. Ich muss ihn
zurücklassen, möchte ich nicht vor verschlossenen
Toren stehen. Die letzten Zuschauer werden von den ersten Fans abgelöst
die zum Heimspiel des Clubs gegen Gladbach pilgern, auch die Gladbachfans
feuern mich feste an, danke Jungs heut Abend werdet ihr trotzdem verlieren,
ich sollte nicht recht behalten mit meiner Prophezeiung.
Da bin ich auch schon am Stadion, fehlende Meter werden noch auf einer
Pedelstrecke absolviert, da kommt ein Ordnung und meldet Zielschluß
ist , wenn der letzte im Ziel ist. Mein Ziel vor Augen , bleib ich erst
mal stehen und warte auf Mike. Ich lasse ihn höflich überholen
und treibe ihn die letzen Meter ins Stadion. Mit Begeisterung werden wir
von den letzten verbleibenden Helfern gefeiert. Medallien werden umgehängt
und das Baumwoll Finisher Shirt nehmen wir in Empfang. Der TAO-Zielbogen
fällt unmittelbar nach unserer Ankunft, 2637 erreichten heute vor
mir das Ziel, 1143 davon auf der 42km Strecke. Der schnellste war der
Vorjahressieger Hannes Schmidt, diesmal in 2.38, er fing noch im Stadion
in einem packenden Finale den bislang führenden ab. Und Stefan? Als
er
ins Stadion einlief, waren noch ca. 3000 Zuschauer auf den Tribünen.
Würde jeder von denen 2 € auf das Konto 100 330 990 Bankleitzahl
733 698 230 Raiffeisenbank Westallgäu, Kennwort 1000km überweisen,
würde sich der bisher von ihm erlaufene Betrag mal geschwind verdoppeln.
Und es geht weiter. 2 Superdrehstühle in 1000km Sonderausfertigung
von seinem Sponsor Steifensand werden noch über seine Homepage versteigert
(www.1000kilometer.de) Und die fehlenden km? Die hat Stefan am Montag
noch nachgeholt. Einmal Nürnberg - Kühnhofen (bei Hersbruck)
und zurück
in strömendem Regen, Stefan herzlichen Glückwunsch, jetzt bist
du ein waschechter Ultraläufer! Und was ist dein nächstes Projekt?
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