Testläufer berichten vom 2. uniVersa-Nürnberg-Marathon

2. uniVersa-Nürnberg-Marathon

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen. Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln? Dann klicken Sie hier.

Unsere Empfehlung

TOP-Läufe
Deutschlands


10. 4. 2005
Bonn-Marathon
Bonn Marathon

17. 4. 2005

23. 4. 2005
Marathon Ingolstadt

24. 4. 2005
Halbmarathon Meran-Algund

8. 5. 2005

8. 5. 2005
Mainz-Marathon

21. 5. 2005
Rennsteiglauf

22. 5. 2005

29. 5. 2005
Trollinger Marathon Heilbronn

Stuttgarter Zeitung-Lauf 5. 6. 2005
Stuttgarter Zeitung Lauf

11. 6. 2005

19. 6. 2005
Hegau Halbmarathon

17. 7. 2005
Füssen i. Allgäu
König Ludwig Marathon Füssen

28. August 2005

Dort, wo die einst die
Dampflok schnaufte

3. 9. 2005

10. 9. 2005
ebm-Marathon

11. September 2005

18. 9. 2005
Brombachsee-Marath.
Brombachsee Marathon

18. 9. ´05
Neumarkter Stadtlauf
Neumarkter Stadtlauf

8./9. 10. 2005

2. 4. 2006
Deutsche Weinstraßen Marathon


running-pur ONLINE
Ein Beitrag von running-pur ONLINE

 


Bericht von Martin Linek über den 2. uniVersa-Nürnberg-Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Martin Linek][

Mit Stefan Schubart beim 2. uniVersa-Nürnberg-Marathon

Stefan Schubart wollte in 14 Tagen 1000km in Süddeutschland laufen, ein Benefizlauf zugunsten von 3 Kinderhilfsorganisationen. Professionell organisiert sollte der uniVersa-Nürberg-Marathon krönender Abschluss seiner Tour werden. Es kam anders. Am Samstag bei Ankunft in Nürnberg fehlten ihm noch 100km um die Tausend voll zu machen. Schmerzen ließen es nicht wahrscheinlich erscheinen, den Marathon in der vorgegebenen Zeit zu finishen. Nachfrage bei den Organisatoren, ob den der Start mit den Halbmarathonläufern möglich sei um dann die Marathondistanz zu
laufen, werden verneint. Also wird umdisponiert. Stefan läuft sich am Sonntag morgen schon mal warm, 22km. Ich treffe Stefan kurz vorm Start des Halbmarathons. Ich hatte mir überlegt mit ihm zusammen die Marathondistanz zu bewältigen. Gedanklich bin ich schon darauf fixiert einen langsamen Marathon zu laufen. Dann die Hiobsbotschaft für mich: Stefan läuft „nur“ den Halbmarathon. Er möchte auf jeden Fall im Stadion einlaufen. Ich kann ihn nicht mehr überzeugen, auch meine Nachfragen beim Veranstalter sich fruchtlos. Ob er sich die ganze Tour denn so schmerzhaft vorgestellt habe, möchte ich von ihm wissen. „Nein“ ist seine knappe und präzise Antwort. Wie lange denn die längste Strecke war die er vorher gelaufen war: „70 km“. Respekt, von einer optimalen Vorbereitung auf so eine Herausforderung kann man da wirklich nicht sprechen. Umso bemerkenswerter seine Wille, die Sache bis zum letzen Kilometer durch zuziehen. Zusammen mit seiner Begleiterin Yvonne macht er sich auf den Halbmarathon. Ich habe noch eine halbe Stunde und werde auch alleine heute langsam laufen.
Start ist vor der ehemaligen Haupttribüne des Reichsparteitagsgeländes, Startschuß, das Feld setzt sich zügig in Bewegung. Nach wenigen Minuten sind alle Läufer auf der Strecke. Zunächst geht’s um den Ortsteil Langwasser herum, die Straßen sind halbseitig gesperrt, es ist genügend Platz zum Laufen da. Die erste Wasserstation bei km 4,5. Zum meinem Erstaunen: kohlesäurehaltiges Wasser! Die ersten der insgesamt 24 Bands und Musikgruppen am Straßenrand werden passiert. Ein unverständlicher Schlenker um das Frankenzentrum herum, dann an der Messe vorbei die Münchner Straße entlang bis zur Bayernstraße. Am Volksfestplatz und Kongresshalle vorbei die breite Straße entlang und bei km 15 befindet man sich wieder an der Arena. Dort laufen mittlerweile die ersten Halbmarathonies mit ihren Medallien herum, wir haben noch 2/3 vor uns. In der Hans-Kalb-Straße kommen mir dann Stefan und Yvonne entgegen, der Stefan läuft noch ganz schön locker, dafür das er schon fast 1000 km in den Beinen hat! Wir winken uns zu und schon geht’s weiter. 1000% besser als beim letzten Mal, sagt die Läuferin neben mir, auf die Stimmung hier angesprochen. Am Clubgelände vorbei geht’s jetzt die Regensburger Straße entlang Richtung Innenstadt. Ich fange schon mal das Rechnen an: um pünklich um 15Uhr im Stadion einzulaufen, kann ich ein Tempo von 10Minuten pro KM laufen. Das beruhigt ungemein. Vor der Ostendstraße begleitet mich ein Polizist ein Stück des Weges. Wir unterhalten uns sehr nett miteinander, laufen am längsten Anfeuerungsplakat der Welt vorbei (was man aus Tapete alles machen kann!) ich reduziere mein Tempo, es müssten eigentlich gleich die führenden Marathonies entgegenkommen, da würd ich gerne noch Fotos machen. Stehen bleiben möchte ich jedoch nicht, als ich 200m hinter dem Business Tower schon an der Verpflegungsstation bin, höre ich hinter mir das Hupkonzert der Führungsfahrzeuge, da hätte ich schon noch warten können.
Das Läuferfeld ist jetzt in meinem Bereich schon ziemlich ausgedünnt. Ich lasse Patricia vorbeiziehen, sie läuft ihren ersten Marathon, ist super gut gelaunt, hoffentlich bleibt sie das auch bis ins Ziel. Eine Runde um Sankt Jobst und dann geht es am Wöhrder See entlang Richtung Innenstadt. Mittlerweile laufe ich alleine am Ende des Feldes. Der Besenwagen hält diskret Abstand, wir haben auch noch über 20 Minuten Vorsprung und ich werde die Zeit voll auskosten. Ich laufe auf die Streckenposten zu, bedanke mich bei ihnen für das lange Warten und mit den Worten : „Nach mir kommt keiner mehr, ihr könnt jetzt gehen“ verabschiede ich mich. Leider kann ich in der Altstadt keine Läuferfotos machen, außer mir sind keine Läufer mehr da und nur die Sehenswürdigkeiten zu fotografieren macht auch keinen Sinn. Zuschauer sind noch genügend an der Strecke und die auf der Gegenfahrbahn wartenden Autofahrer animiere ich dazu, mich durch Hupen zu unterstützen. Über die Kaiserstraße geht es an der Lorenzkirche vorbei Richtung Weißer Turm, hier ist noch richtig was los. Dann geht’s durch die Breite Gasse, das hätte ja wirklich nicht sein müssen. Irgendwann beschließ ich mit Cola anzufangen, das hätte ich besser sein lassen, an den folgenden Verpflegungstationen ist Cola aus. Was ich jetzt erlebe ist der Traum aller Läufer: Alleine auf gesperrten Straßen durch die Stadt laufen! Zeit hab ich noch genug, ein Streckenposten verunsichert mich kurz mit dem Hinweis um halb drei sei Zielschluß, sofort versichere ich mich beim Besenwagen zurück: Alles ok, um 3 ist Schicht. Stellenweise ist es schon recht schwül, das Thermometer an der uniVersa-Zentrale am Rathenauplatz zeigt 20 Grad. In der Sebalder Altstadt feuert mich ein entgegenkommender ahrradfahrer an den ich zunächst nicht erkenne. Er hat ein Badwater Finishershirt an, auf dem Fahrrad schläft im Kindersitz seine Tochter. Es ist Robert Wimmer, Botschafter der www.vollmondmarathon.de und Sieger des Transeuropalaufes. Er begleitet mich kurz, mit den Worten „du bist eine Bank“ lässt er mich ziehen. Ja, Punktlandung zum Zielschluß heißt heute die Devise.Nochmal um St. Jobst rum , einmal links einmal recht heute und den bekannten Weg wieder zurück zum Frankenstadion. Ich hätte mir gerne eine abwechslungsreichere Strecke gewünscht. Am Horizont vor mir sehe ich langsam den vorletzen Läufer auftauchen, am Ostring überhole ich ihn, motiviere ihn noch mitzulaufen, aber Mike schaut schon ziemlich ko aus. Ich muss ihn zurücklassen, möchte ich nicht vor verschlossenen
Toren stehen. Die letzten Zuschauer werden von den ersten Fans abgelöst die zum Heimspiel des Clubs gegen Gladbach pilgern, auch die Gladbachfans feuern mich feste an, danke Jungs heut Abend werdet ihr trotzdem verlieren, ich sollte nicht recht behalten mit meiner Prophezeiung.
Da bin ich auch schon am Stadion, fehlende Meter werden noch auf einer Pedelstrecke absolviert, da kommt ein Ordnung und meldet Zielschluß ist , wenn der letzte im Ziel ist. Mein Ziel vor Augen , bleib ich erst mal stehen und warte auf Mike. Ich lasse ihn höflich überholen und treibe ihn die letzen Meter ins Stadion. Mit Begeisterung werden wir von den letzten verbleibenden Helfern gefeiert. Medallien werden umgehängt und das Baumwoll Finisher Shirt nehmen wir in Empfang. Der TAO-Zielbogen fällt unmittelbar nach unserer Ankunft, 2637 erreichten heute vor mir das Ziel, 1143 davon auf der 42km Strecke. Der schnellste war der Vorjahressieger Hannes Schmidt, diesmal in 2.38, er fing noch im Stadion in einem packenden Finale den bislang führenden ab. Und Stefan? Als er
ins Stadion einlief, waren noch ca. 3000 Zuschauer auf den Tribünen. Würde jeder von denen 2 € auf das Konto 100 330 990 Bankleitzahl 733 698 230 Raiffeisenbank Westallgäu, Kennwort 1000km überweisen, würde sich der bisher von ihm erlaufene Betrag mal geschwind verdoppeln. Und es geht weiter. 2 Superdrehstühle in 1000km Sonderausfertigung von seinem Sponsor Steifensand werden noch über seine Homepage versteigert (www.1000kilometer.de) Und die fehlenden km? Die hat Stefan am Montag noch nachgeholt. Einmal Nürnberg - Kühnhofen (bei Hersbruck) und zurück
in strömendem Regen, Stefan herzlichen Glückwunsch, jetzt bist du ein waschechter Ultraläufer! Und was ist dein nächstes Projekt?