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VORBERICHT VON ANTON LAUTNER über
den Medien-Marathon
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zu Testberichten anderer
Veranstaltungen ][
][ Vorbericht Antonn Lautner
][ Hauptbericht Antonn Lautner
][Martin Schöll ][
Ingo Becker ][ Dorothea
Möller ][
Hallo liebe Lauffreunde,
vielen Dank erst mal dem running-pur-Team, dass sie mich als Marathon-Tester
des Medien-marathon in München ausgesucht haben. Hier ein kurzer
Vorabbericht:
In der Vorbereitungszeit habe ich im Schnitt 70 bis 100 Kilometer pro
Woche gemacht. Die letzten zwei Wettkämpfe sind ganz gut gelaufen
und hier möchte ich doch ein bischen dafür werben. Am 30.09.
fand der Reisberglauf in Gaimersheim (das liegt wenige Kilometer nordwestlich
von Ingolstadt) über 14 Kilometer (für Frauen die Hälfte)
hügelauf und hügelab statt. Dies war der letzte Lauf des Sport-IN-Laufcups
statt. Der Cup bestand in diesem Jahr aus acht Veranstaltungen, wofür
für die Gesamtwertung fünf Läufe benötigt werden.
Die acht Veranstalter sind alle max. im 20-Kilometer-Umkreis von Ingolstadt
entfernt und haben eine Beteiligung bis 400 Teilnehmer. Sport-IN hat diesen
Cup vor mehreren Jahren ins Leben gerufen. In diesem Jahr ist der Zuwachs
deutlich in die Höhe geschnellt, nicht zuletzt durch den im Mai stattgefundenen
1. Ingolstädter Halbmarathon (Termin 2002 am 27.04.) mit einer Rekordbeteiligung
von gut 2500 Läufern. Die Cupwertung nebst Bildern von den Wettkämpfen
sind unter www.sport-in.net einsehbar. Das war ein toller Service für
uns Läufer.
Mein letzter Wettkampf ging über die Halbmarathonstrecke in Furth
im Wald am 07.07. Dieser Ort ist, wie der Name vermuten läßt,
an der Grenze zu Tschechien. Die Besonderheit dieser Veranstaltung liegt
darin, dass der Veranstalter die Halbmarathonis per Bus über die
Grenze in die Partnerstadt Domazlice chauffiert, wo der Stadt erfolgt.
Die Strecke führt dann durch die Wälder des Böhmer- und
Bayerischen Waldes nach Furth zurück. Selbst ein kleines tschechisches
Dörfchen mit dem biblischen Namen Babylon wird durchquert. Für
die eingebauten 300 Höhenmeter sollte man sich die Kräfte gut
einteilen, da im letzten Drittel doch die schwersten Steigungen enthalten
sind. Für weniger erfahrene Sportler gibts auch Strecken über
zehn und fünf Kilometer. Veranstalter sind neben Sportvereinen aus
beiden Städten beide Stadtverwaltungen. Auskünfte gibts
über die Tourist-Information Furth im Wald, Schlossplatz 1, 93437
Furth im Wald (Tel. 09973/509-80; FAX 509-85).
Doch nun zum Medienmarathon: Vorbereitet auf den langen Kanten bin ich,
denke ich, schon. Ich wünsche uns allen, dass sich am Sonntag ein
friedvolles Lauferlebnis mit guter Organisation unter weiß-blauen
Himmel entwickeln wird. Für den Testbericht werde ich mir die Strecke
und das ganze Drumherum genau anschauen. Allen, die am 14.10. in München
oder anderswo einen Marathon unter die Laufsohlen nehmen, wünsche
ich viel Glück und dass sie das Ziel wieder gesund erreichen werden.
Euer Tester
Anton Lautner
BERICHT VON ANTON LAUTNER über den
Medien-Marathon
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Hallo liebe Marathonfreunde,
hier folgt mein ³Testergebnis des Medienmarathons in München.
An dieser Stelle will ichrunning-pur für den ermöglichten Lauf
in unserer bayerischen Landeshauptstadt danken.
Nudelparty/Marathonmesse (13.09.2001):
Bereits innerhalb München ist die Zufahrt zur Marathonmesse (Alte
Messe München unweit der Theresienwiese) ausgeschildert, so dass
man sich nicht mittels Stadtplan orientieren muss. Die Ausgabe der Startunterlagen
war vom Veranstalter gut organisiert. Durch die Vielzahl der Helfer mussten
die Marathonis nie mehr als zwei bis drei Minuten warten. Auch die Ausleihe
der Chips ging problemlos vonstatten, es wurde sogar noch ein ³Gegencheck
der persönlichen Daten vorgenommen, um evtl. Fehler möglichst
gering zu halten. Die Startertüte enthielt neben der Startnummer
einen Nudelgutschein, diverses Werbematerial, zwei Fragebogen einer orthopädischen
Klinik, einer Sonderveröffentlichung der Süddeutschen Zeitung,
die Starterinformationen und ein Snack mit Nüssen und Trockenfrüchten.
Sogar ein Schwamm fand sich in der Tüte, den könnten wir morgen
brauchen, denn nach eventuellen Nebel am Morgen wird es um die Mittagszeit
ziemlich warm werden.
Bei der Nudelparty, laut Ausschreibung jogg.brunch genannt, gab es ein
schmackhaftes Nudelgericht in drei Variationen. Auch hier ohne Wartezeiten.
Das Platzangebot für die Einnahme der für den morgigen Tag wichtigen
³Henkersmahlzeit war großzügig bemessen.
Die Marathonmesse bot von diversen Herstellern allerlei Laufsportartikel.
Verschiedene Reisebüros und Laufveranstalter aus Deutschland, Österreich,
Schweiz, Italien informierten über anstehende Events in diesem oder
im nächsten Jahr. Eine nette Geste bot der Südtiroler Marathon
(Bozen): Hier wurde original Südtiroler Speck (wir sagen dazu Geräuchertes)
und Wein zum Verkosten gereicht!
Eine kleine Kritik will ich jedoch anbringen: Die Beleuchtungsverhältnisse
in der Halle waren mir zu düster, es war somit nicht so hell, wie
wir es von anderen Veranstaltern gewohnt sind. Vielleicht machte es auch
die strahlende Sonne im Freien aus.
medien.marathon münchen (14.10.2001)
Die Anfahrt zum Start im Olympiagelände gelang über den Mittleren
Ring problemlos. Die Einweisung in die Parkplätze an der Parkharfe
ging schnell vonstatten. Nach einer kurzen Orientierung(-slosigkeit) fanden
wir den richtigen Weg zur Zentralen Hochschulsportanlage, wo die Läufer
Ameisen gleich in die verschiedenen Richtungen wuselten (Kleiderabgabe,
Toiletten etc.). Eine kleine Verbesserungsmöglichkeit fanden wir
aber, da die Ausgabe der Startnummern am Starttag nicht in der Hochschulsportanlage,
sondern am Coubertinplatz stattfand. Mehrere Läufer suchten die Ausgabe
am Zielort. Es wäre vielleicht besser, dies gleich am Zielort zu
erledigen, da hier auch die Kleiderabgabe stattfand.
Einen Kritikpunkt habe ich jedoch anzubringen: Zur Kleiderablage gelangt
man nur durch eine Tür, welche nur einen ³Einbahnverkehr pro
Richtung zuließ. Um seine Siebensachen abzulagern, musste man schätzungsweise
zehn Minuten (vielleicht auch mehr) anstehen, um durch dieses ominöse
Hindernis zu gelangen. Da ich annehme, dass man auch über die Rückseite
des Gebäudes zur Ablage kommen konnte, würden evtl. Hinweisschilder
oder Helfer die unangenehme Situation entschärfen. Als wir uns etwa
20 Minuten vor dem Start auf den Weg zum Spiridon-Louis-Ring machten (10
Minuten Gehweg), stand noch eine dichte Läufertraube mit Kleidersäcken
vor dem Eingang. Eine Arbeitskollegin von mir, die einmal bei einen Marathon
zuschauen wollte, berichtete mir von mehreren Läufern, die 15 Minuten
nach dem Startschuß dem Feld hinterhersprangen! War die Ursache
die zu schmale Tür?
Der Start war pünktlich um 09.00 Uhr auf dem Spiridon-Louis-Ring
neben dem Olympiastadion. Die Aufstellung geschah ohne feste Einteilung
in Startblöcke. Man appellierte an den Verstand der Teilnehmer sich
anhand des eigenen Leistungsvermögen richtig anzustellen. Das klappte
ganz gut. Positiv war auch, dass der Veranstalter mehrere Zeitläufer
zur Verfügung stellte. Mit etwa drei Minuten ³Verspätung
überquerte ich mit der Vereinskollegin Martina, die sich zum ersten
Mal dem Abenteuer Marathon stellte, die roten Matten. Die Wertung (Real-Time-Champion-Chip
mit 10 DM Leihgebühr) funktionierte tadellos.
Zur Strecke: Nach einem Schlenkerer durch den Olympiapark mit vielen
Zuschauern erreichten wir mit Kilometer sechs die mondäne Leopoldstrasse.
Erstes Highlight war für uns das Siegestor. Es ist dem Konstantinsbogen
in Rom nachgebildet, bekrönt von einer Bavaria mit Löwenquadriga.
Friedrich von Gärtner hat das Bauwerk 1843 begonnen und sein Schüler
Eduard Metzger hat es 1850 vollendet. Den Läufern bot sich hier ein
schöner Durchblick zur Ludwigs- und Theatinerkirche.
Mit Kilometer neun erreichten wir den Königsplatz: Diesen Ort konzipierte
König Ludwig I. mit seinen Architekten Leo von Klenze. Bauten des
Klassizismus wie die Glyptothek, die staatliche Antikensammlung mit seinem
wuchtigen Portal und die Prophyläen ließen uns immer wieder
links und rechts der Strecke schauen.
Am Karolinenplatz (Kilometer zehn) sahen wir den Obelisken, den Leo von
Klenze 1833 als Denkmal für die 30000 in napoleonischen Russlandfeldzug
gefallenen Bayern geschaffen hat. In diesem Streckenteil begegnete sich
das Läuferfeld mehrmals.
Es ging wieder auf die Ludwigstrasse bei Kilometer zwölf. Kurz danach
erreichten wir den Odeonsplatz. Zur linken sahen wir das Reiterdenkmal
für Ludwig I., das Max Widnmann 1862 ausführte. Geradeaus befindet
sich die Feldherrnhalle, ein klassizistischer Hallenbau nach florentinischem
Vorbild. Jetzt mussten wir schnell rechts schauen, denn da befindet sich
die Theatinerkircher St. Kajetan, die im italienischen Hochbarock errichtet
und im Rokoko vollendet wurde. Sie gilt als ein Wahrzeichen von München.
Das merkten wir auch am Zuspruch und Applaus der Zuschauer, die uns unmerklich
angetrieben haben.
Am Marienplatz (Kilometer dreizehn) grüsste uns das Neue Rathaus
und die Mariensäule. Das Rathaus wurde von Architekt Georg von Hauberrrisser
von 1867 bis 1908 erbaut. Für das Glockenspiel im Turmerker waren
wir leider zu früh dran. Einen Kilometer weiter tangierten wir das
Sendlinger Tor, welches eines der drei erhaltenen Tore der weitgehend
verschwundenen Stadtbefestigung darstellt. Das Tor stammt aus der zweiten
Befestigung Münchens unter Kaiser Ludwig dem Bayern um 1318.
Mit Kilometer fünfzehn erreichten wir das Deutsche Museum auf der
Museumsinsel. Eine Besichtigung ist zu empfehlen. Gleich links zu Beginn
der Rosenheimer Strasse befindet sich das Müllersche Volksbad, welches
vom dem Münchner Bürger Karl Müller spendiert und von Karl
Hocheder 1897 bis 1901 im Jugendstil erbaut wurde. Es folgte eine kleine
Steigung zum Kulturzentrum am Gasteig, ein moderner Musentempel für
alle Künste, u. a. Musikveranstaltungen mit den Münchner Philharmonikern.
Weiter führte die Strecke durch Haidhausen. Hier leider nur wenig
Zuspruch am Gelände des Ostbahnhofs. Berg am Laim, Baumkirchen, Steinhausen,
Arabellapart und Englschalking (Kilometer 24) waren die weiteren Stationen.
Auf diesem Teil ist besonders an den U- und S-Bahnhöfen vermehrtes
Zuschaueraufkommen festzustellen. Meine Vereinskollegin Martina hielt
weiterhin den Fünf-Minuten-Kurs (pro Kilometer). Das machte mich
etwas nachdenklich. Hoffentlich ist das ihr nicht zu schnell.
Durch Bogenhausen gings mit Schwung die Montgelasstrasse hinunter, über
die Isar hinweg und hinein in die Grüne Lunge Münchens, den
Englischen Garten (Kilometer 28). Zahlreiche Zuschauer (vom Chinesischen
Turm?) feuerten uns an. Ein Schild mit der Aufschrift ³Thomas QUÄL
DICH galt einem Mitläufer. Der Englische Garten ist ein Werk
eines Amerikaners: Benjamin Thompson hat ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts
erschaffen.
Kilometer 34führte uns wieder nach Schwabing. Hier wurde die Anfangsstrecke
in entgegengesetzter Richtung durchschritten. Ein kürzeres Pendelstück
(Kilometer 38) war noch mal etwas fürs Gemüt. Schnell führte
dann der Weg ins Olympiagelände. Kilometer 40 bot einen schönen
Anblick am Willi-Gebhardt-Ufer über den Olympiasee zum Olympiaturm,
Stadion und zum großen Zeltdach. Bei der Überquerung des Georg-Brauchle-Rings
jammerte noch ein Läufer über die Steigung. Ihm wurde meinerseits
entgegnet, dass auch sein innerer Schweinehund zu seinem Recht kommen
wollte. Kurzes Gelächter! Am Zielgelände liefen wir noch vorbei,
doch nach einer scharfen Rechtskurfe und einer Unterführung fanden
wir uns plötzlich auf der Tartanbahn wieder. Applaus der Zuschauer
und musikalische Unterstützung durch Bayern 3 trugen uns auf den
letzten 300 Metern zum Zielstrich. Geschafft! Und das unter drei Stunden
dreissig! Für die Marathon-Novizin Martina ein klasse Ergebnis.
Im Zielbereich erhielten wir als erstes eine Medaille mit einem schönen
Münchner Motiv umgehängt. Wasser, Elektrolyte, Red Bull (das
mag ich überhaupt nicht), Bananen und Müsliriegel halfen, das
körperlichen Wohlergehen wiederherzustellen. Bei der Massage (großzügiges
Platzangebot) musste man nur ein wenig warten. Heisse Duschen halfen auch
zur Regeneration. Die Rückgabe der Chips, Ausgabe der Voraburkunden
sowie das Gravieren der Medaillen (5,00 DM) ging verhälnismäßig
zügig voran. Die farbige Ergebnisbroschüre mit der persönlichen
Urkunde soll innerhalb acht Wochen im Briefkasten landen. Mit der Nettozeit
von 3.28.23 Stunden sind wir absolut zufrieden. Es ist uns sogar gelungen,
auf der zweiten Hälfte eine halbe Minute schneller zu sein als auf
der ersten.
Ein Blick auf die Webpage des Veranstalters zeigt mir beim Verfassen dieses
Berichtes, dass 6223 Teilnehmer (Rekord!) sich auf die Spuren des Spididon
Louis begaben. Das war ein Grieche, der 1896 bei den Olympischen Spielen
in Athen den Marathon gewann. Sieger wurden Andrej Naumov (Ukraine) in
2.13.56 und Valentina Delion (Moldawien) 2.43.41. Zu guter Letzt ein Lob
an den Veranstalter für das gelungene Event. München ist eine
Reise wert, besonders bei weiss-blauen Himmel wie heute.
Servus
Anton Lautner
BERICHT VON MARTIN SCHÖLL über
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Bericht von Martin Schöll, Testläufer
München Marathon 2001
Erst mal vielen Dank, daß ich als Testläufer für den 2.
Medien Marathon von München, am 14.10.2001, ausgewählt wurde.
Im letzten Jahr startete ja nach vier jähriger Pause wieder ein Marathon
in München. Es gab zum Teil negative Kritiken im Bezug auf Streckenverlauf,
Publikum und Versorgung der Läufer.
Eins vorweg, alle diese Punkte wurden in diesem Jahr verbessert. Aber
von Anfang an. Auf einer überschaulichen Messe nahm ich meine Startnummer
in Empfang. Die Läufertüte war nicht besonders umfangreich ausgestattet
( eine kleine Knabberprobe und sonst jede Menge Werbematerial), aber das
muß ja auch nicht sein.
Am Sonntag fuhren wir zum Start in der nähe des Olympiastadions.
Hier profitiert der München Marathon von der herrvorragenden Infrastruktur
des Olympiageländes. Die Startnummer berechtigte die Teilnehmer zur
kostenlosen Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ( hier könnte
Berlin noch was lernen). Den Startbereich hatte ich schnell gefunden und
ich reite mich bei den 4 Stunden Läufern ein. Das war mein Ziel,
da ich 14 Tage vorher schon in Berlin am Start war und dort meine Bestzeit
auf 3:27 Stunden verbessert hatte. Pünktlich um 9:00 Uhr gings los.
Der Startbereich war für die etwa 6200 Starter fast schon etwas eng
und Toiletten hätte es auch ein paar mehr geben können. Bei
perfektem Laufwetter von 13 Grad machte sich das Feld auf den Weg in Richtung
Schwabing. Die Verpflegung auf der Strecke war wirklich bestens organisiert.
Alle 2,5 KM gabs Wasser und Iso Getränke, die von ausreichend vielen
Helfern gereicht wurden. Besonders gut waren O2 Wasserflaschen, die das
Trinken und das Nachfüllen der Getränkegürtel sehr erleichterten.
Ab KM 25 gab es dann zusätzlich noch Riegel und Bananen. Ich persönlich
fände es sinnvoller bereits ab KM 15 mit fester Nahrung anzufangen.
Als ich dann bei KM 10 die Münchener Stadtmitte erreichte, machte
ich mein erstes positives Erlebnis mit dem Münchener Publikum. Tolle
Stimmung und viele Leute, ganz anders als erwartet. Der Streckenabschnitt
zwichen KM 18 und KM 22 im Industriegebiet um den Ostbahnhof ist relativ
unspektakulär. Bei 1:58 Stunen passierte ich die Halbmarathon Marke.
Ich lag also bestens im Plan für meine angepeilten 4 Stunden. Inzwischen
hatte die Sonne den Nebel verdrängt und die Temperaturen wurden langsam
wärmer. Durch Bogenhausen ging es in Richtung Englischer Garten.
Auch hier bei KM 30 war wieder tolle Stimmung. Die Bäume spendeten
wichtigen Schatten gerade beim Knackpunkt KM 32. Der Mann mit dem Hammer
hatte mich bis jetzt verschont und ich machte mich auf die letzten sechs
Kilometer
(identisch mit den ersten sechs). Jetzt kam ein hartes Stück für
viele Läufer, denn bis KM 40 gab es kaum Publikum, die Temperatur
war auf 22 Grad angestiegen und die Teilnehmer mussten noch eine kleine
Schleife bei KM 38 laufen. Hier brauchte der Veranstalter wohl noch dringend
zwei Kilometer. Ab KM 40 konnte man das Ziel im Hochschulstadion bereits
sehen und hören, das motivierte. Ausserdem waren jetzt auch wieder
mehr Zuschauer an der Strecke. Ich lief ins Stadion ein und legte die
letzten 300 Meter auf der Stadionbahn zurück. Geschafft, 3:56 Stunden
!! Die Verpflegung im Ziel war bestens und ich machte mich auf die Suche
nach dem Meetingpoint. Schilder gabs genügend für Massage, Erste
Hilfe, Duschen, Kleiderrückgabe, aber wo war nur der Meetingpoint?
Ich fand ihn einfach nicht und es konnte mir auch keiner sagen. Es gab
ihn aber, meine Frau hatte ihn gefunden und berichtete mir, daß
er viel zu klein und versteckt war.
Als Fazit bleibt festzuhalten. Der Medien Marathon ist auf dem besten
Weg einer der großen deutschen City Marathons werden zu können.
Etwas mehr Platz im Zielbereich, bessere Beschilderung und vielleicht
ja ein Zieleinlauf im Olympiastadion ( da war nämlich keine Veranstaltung)
und es gebe nichts mehr
BERICHT VON INGO BECKER über den Medien-Marathon
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"Na ja, von optimaler Vorbereitung kann man
sicher nicht sprechen, aber um meinen Bruder auf eine neue Bestzeit zu
ziehen, müßte es schon reichen." So hatte ich mir das
jedenfalls gedacht. Aber manchmal kommt eben alles ganz anders...
Wegen eines Familienfestes können wir (meine Frau, meine beiden Söhne
- 6 und 10 Jahre alt - und ich) erst am Samstag abend nach München
anreisen. Mein Bruder, der in München wohnt, hat bereits die Startunterlagen
besorgt. Das einzig ärgerlich daran ist, daß er mir auch einen
Chip kaufen mußte. Selbst stundenlanges Suchen hat meinen Chip zu
Hause nicht mehr zu Tage befördert. Ich bin mir fast sicher, daß
er irgendwann noch einmal in einem der unzähligen Verstecke auftaucht,
in denen mein kleiner Sohn seine Schätze "aufzuräumen"
pflegt.
Der Sonntagmorgen ist noch nicht einmal neblig - das wird warm heute.
Die U-Bahn ist spätestens ab Marienplatz voll. Schon in der U-Bahn
treffe ich die ersten Bekannten. Im Olympiagelände sind die Wege
weit. Zum Umkleiden und zur Kleiderabgabe gehen wir einfach der Masse
nach. Kurz ausziehen - die beigelegte Plastikfolie zum Wärmeschutz
braucht man schon vor 9 Uhr heute morgen nicht. Jetzt kommt es zu einem
der wenigen wirklich verbesserungsbedürftigen Punkte an dieser Veranstaltung:
Vor einer ca. 3 m breiten Tür drängeln sich Hunderte von Läufern,
die ihren Kleidersack loswerden wollen. Uns wird es bald zu lang, und
wir legen unsere Beutel einfach an einen markanten Punkt nahe am Ziel.
Auch der Weg zum Start ist relativ lang, man geht doch über 10 Minuten.
Die Startaufstellung ist Routine - auffällig ist aber, daß
der Start auf dem Spiridon-Louis-Ring sehr eng
ist - aber wo ist ein Start besser aufgehoben als auf einer Straße
dieses Namens... Startschuß von OB Ude - nach wenigen Sekunden sind
wir auch über die Matte gelaufen, nun läuft auch die Zeit für
uns. Erstaunlicherweise gibt es wenigstens in unserem Bereich kein Gedränge
und die ersten Kilometer gehen in einem 4:45-er Schnitt ab, genau wie
geplant.
Bei km 7 kurz vor dem Odeonsplatz steht meine Familie, meine Frau reicht
mir mein Getränk und läuft ein paar Meter neben mir her. Das
klappt ja alles hervorragend. Kurz nach der nächsten Rechtskurve
kommt uns die Spitze entgegen. Riesenabstände zeigen, daß hier
nur wenige echte Spitzenläufer am Start sind. Nach ca. 3,5 km kommen
auch wir wieder von
dieser Schleife zurück, wieder klappt der Treffpunkt mit der Familie
reibungslos. Kurz darauf treffe ich einen Bekannten aus meinem Dorf. Ich
flachse noch (im Gefühl, ihn deutlich im Griff zu haben), ob wir
wohl eine Dorfmeisterschaft laufen heute...
Weiter geht es wie geplant, immer in einem Schnitt zwischen 4:40 und 4:48.
Ruhige Passagen wechseln immer wieder ab mit Plätzen, an denen viele
Zuschauer stehen, so daß man immer etwas Abwechslung hat. Nicht
ständiger Trubel wie in Berlin aber auch nicht die "tote Hose"
wie bei früheren München-Marathons. Mein Bruder sieht immer
wieder Bekannte an der Strecke. Und ich? Ab km 25 merke ich, wie die Schmerzen
in der Bauchmuskulatur und im rechten Oberschenkel, die mich schon beim
Défi-Val-de-Travers im August zur Aufgabe gezwungen hatten, wieder
kommen. Bei km 32 ist mein Bruder völlig überrascht, als ich
ihm sage, er müsse jetzt alleine weiterlaufen. Ich schleppe mich
noch bis km 34,
wo wieder meine Familie wartet. Ich will aussteigen. Meine Frau redet
mir gut zu, und so stehe wieder auf und "laufe" die nächsten
8 km nach Hause - und das bei sommerlicher Hitze. Diese 8 km möchte
ich am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen. Ich schleppe mich
schließlich mit einer völlig indiskutablen Zeit ins Ziel, und
bin nur niedergeschlagen und deprimiert. Das Zielgelände im ZHS-Stadion
bringt eine dichte Atmosphäre und ist bei diesem Wetter wirklich
ein stimmungsvoller Abschluß des Marathons (so man ihn denn genießen
kann). Bei 2000 Läufern mehr wird es hier allerdings eng...
Mein großer Sohn leiht mir seinen City-Roller, so daß ich
den Weg zur U-Bahn nicht laufen muß. Auf diesem Wege und somit quasi
auch ganz öffentlich: Nochmal ein "Danke schön" an
meine Frau und Kinder, ohne die wäre ich heute noch nicht einmal
angekommen!
Ein Fazit in Kurzform:
Organisation: Sehr gut (bis auf die Kleiderabgabe, s.o.) Strecke: Etwas
eckig, besonders Richtung Ziel. Die erste Hälfte durch die Stadt
ist sehr schön und zuschauerfreundlich gelegt. Sicher keine Bestzeitenstrecke,
aber trotzdem lohnenswert. Zuschauer: so wie ich es mag - nicht ständig
Trubel, aber auch nicht nur tote Hose.
Verpflegung: Wasserstände und Verpflegungsstände sind gut organisiert
und immer gut platziert.
Start: etwas eng, aber trotzdem erstaunlich staufrei.
Ziel: gute Atmosphäre, nicht so improvisiert wie im letzten Jahr
Für Start und Ziel gilt: bei 2000 Teilnehmern mehr wird's wirklich
eng!
Alles in einem Satz: München ist marathonmäßig wieder
eine Reise wert!
Ingo Becker
BERICHT VON DOROTHEA MÖLLER über
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Glockenklang zum Alm- Abgang oder
Wer keinen Mut zumTräumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen
Das also ist ein Marathon...
Ohne nennenswertenMuskelkater, noch immer tief im Glücksrausch (aus
den verschiedensten Gründen,aber dazu später ...) und hoch motiviert,
dieses Hobby zum festen Bestandteilmeines Lebens werden zu lassen will
ich nun, einen Tag nach dem großen Eventmeine Eindrücke vom
2. Medien- Marathon- München schildern.
Schon im Flieger RichtungMünchen überkommt mich ein eigenartiges
Gefühl aus Abenteuerlust, Kampfesmut,Vorfreude, aber auch Selbstzweifel
machen sich breit. Nicht nur, dass dies dererste Marathon meines Lebens
werden soll, sondern auch die Motivationsgründeund die Tatsache,
dass ich in einer mir völlig fremden Stadt bei mir mehr oderminder
gut bekannten Freunden zu übernachten gedenke, stimmen mich ein wenigungewiß.
Aber was haste denn schon zu verlieren?
Seit zwei Tagen plagt michauch ein diffuser Schmerz im linken zweitkleinsten
Zeh irgendetwas, das mitdem Nagel zu tun hat. Das stimmt nicht
unbedingt zuversichtlich, aber ich sagemir, dass da ja noch 9 andere Zehen
sind, die das Rennen dann unter sichausmachen können...
Der weiße Albatros derLufthansa erhebt sich majestätisch
in die Lüfte, ich presse mich regenHerzschlages in die ledernen Sitzpolster
und halte die Luft an ein letzterBlick über die heimischen
Weiten unter mir, dann hebe ich den Blick hinauf indie Wolken ... soll
er doch machen, wie er es vorausgeplant hat, ab jetzt hatmich
mein Schicksal, ich füge mich wehrlos in die Dinge, die meiner harren
...
Mit leicht zappelndemFlügelschlag gleitet die Maschine
auf den schon aus der Vogelperspektiveungleich größeren Landeplatz
des Münchener Flughafens, erleuchtet in deroffensichtlich warmen,
strahlenden Herbstsonne wenn das kein gutes Zeichenist! Mit einer
Stunde Verspätung (aufgrund der schlechten morgendlichenSichtverhältnisse,
es herrschte wohl starker Nebel auf dem MünchenerFluggelände)
bin ich nun in derHauptstadt des mir noch recht unbekannten südlichsten
BundeslandesDeutschlands, Bayern, gelandet. So herzlich vom Altweibersommer
begrüßt, packeich klopfenden Herzens meine Koffer und beschließe,
umgehend in die Innenstadtzu brausen, um Startnummer, Chip und der gleichen
in Empfang zu nehmen undsomit den kommenden Tag, also Samstag, ganz zu
meiner freien Verfügung zuhaben, denn viel Zeit wird mir nicht bleiben
für meine Mission ...
Aufgrund der detailliertenBeschreibung des Weges zur Marathonmesse und
der gut positionierten Hinweisschilderfinde ich die Messehalle schnell
und stürze mich in das aufgeregt vibrierendeGetümmel aller mir
beintechnisch Gleichgesinnter zwar anfänglich
ein wenighinkend (wegen des vermalledeiten Zehs) aber bald schon
im Rausch derVorfreude auf das bevorstehende Event gefangen und von jeglichem
Schmerzgefühllosgesagt. Ein wenig hin und her gerissen, ob ich mich
nun über das herrlicheWetter freuen soll, oder lieber ärgern,
da ich noch einen Tag vor der Abreisemein so gut wie letztes Geld für
eine warme (!) Laufweste geopfert habe, steigeich in die mit Diadora-
Tüten- Behangenen, also offensichtlichenMitbestreitern des
Marathons, überfüllte S-Bahn Richtung Hauptbahnhof, ummeinen
Weg nach Ingolstadt fortzusetzen. Ein letzter Blick, ein freundschaftlichesLächeln
von Läufer zu Läufer und man geht, dem großen Tag
entgegenfiebernd,seiner Wege ...
Nach anderthalb Jahrenspärlichen Kontakts per Mail oder Brief (von
nicht zu unterschätzendemSeltenheitswert) erkennen Agnes (meine Freundin
und München- Bekanntmacherin,kennen gelernt beim Semper-
Opern- Workshop in Dresden, 2000) und ich unssofort wieder, das freudige,
den Bahnhof überschallende Begrüßungslachenspricht für
sich.
Nach einer für fremdeBettverhältnisse guten Nacht
beginnt der Samstag zwar erst gegen 12.00 Uhr,aber Schlaf ist ja auch
sehr wichtig und ich verdränge somit das aufkeimendeschlechte Gewissen,
den wiederum herrlich sonnigen Samstagmorgen schlichtwegverpennt
zu haben, springe mit Windeseile in meine Sachen, packe die Kofferund
übe mich erneut im Bankdrücken der S-Bahnsitze im
Zug Richtung MünchenLindwurmstraße, wo ich die
kommende Nacht gemeinsam mit Agnes bei einemFreund ihrerseits, Stefan,
verbringen soll, um mir die lange Fahrt vonIngolstadt zum Olympiapark
am Marathonmorgen zu ersparen.
Ehe ich jedoch mein neuesQuartier aufschlage, gilt es den wahren Auftrag
meiner Reise, den humanitärenEinsatz meiner selbst im
Kampfe um das eigene Ich, zu erfüllen, denn dieZeit läuft
...
Mein eigentlicher Wegweiser,das Ziel meiner einjährigen Laufmotivation,
der Ansporn jeder Muskelanspannungsollte laut meiner Onlinespionage
noch Student an derBundeswehruniversität, und demzufolge per S- Bahn
bzw. per pedes in Neubibergerreichbar sein - natürlich unwissend
ob dem Besuch, der sich nun in Formmeiner, hoffentlich von unendlich lauffeurigen
Beinen getragenen,herzklopfengepeinigten Aufregung offenbaren sollte ....
Eine Station vor meinem Zielausgestiegen, um mich der Fairness
halber - per Anruf anzukündigen, bin ich nicht mehr Herr meiner
zittrigenFinger und verschiebe das Anrufen auf später, also genau
eine Bahnstationweiter ... (!) Dort angekommen mangelt es mir leider an
jeglicher Orientierung,ein Fakt, der mich nun zwingt, Hand anzulegen
und erneut den Versuch einesAnrufes zu wagen ein geglückter!
Trotz gastfreundlichsterAufnahme im feiernden Geburtstagskreis des Freundes
meiner Freundin, die extraum mir eine geruhsame Nacht zu ermöglichen
um 22.00 Uhr das Haus verlassen undzu viert quer auf einem Doppelbett
schlafen, (die Füße auf dahintergestelltenStühlen aufgrund
der körperlichen Überlänge) so dass ich die Gästeliegebeschlagnahmen
kann, sorgen diverse Hormon- und Endorphinwallungen in meinemBlut dafür,
dass an wirklichen Schlaf nicht zu denken ist. So steh ich dannauch schon
6.30 Uhr auf meinen heute so mit Verantwortung überhäuften Füßen,würge
mit Ach und Krach und gutem Zureden mein Frühstück herunter,
werfe einehoffentlich beflügelnde Vitamin- C- Pille ein und kippe
den Guten- Morgen-Tee (*g*) mit lässigem Schwung in meinInneres.
Der Magen murrt kurz, trollt sich jedoch nach kurzem Protest und fügtsich
in seine Nebenrolle, die ihm heute nun mal nur zuteil werden wird.
Von einem angenehm warmenKribbeln als zum Körper gehörend erkannt,
folgen meine zwei Laufwerkzeuge demNachrichtenkommando aus
Groß- und Kleinhirnzentrale und wir verlassen dasHaus.
Auf zum Kampf!
Nach kurzer Bahnfahrt ordneich mich in den Fluß aus trinkflaschenbeladenen,
Champion- Chip- geschmücktenund dem vom fiebrigen Läuferblick
verklärten, dahinwogenden Meer aussportsachentragenden (vermeintlichen
Leidens-) genossen und werde prompt amEingang zur Kleiderabgabe unsanft
gestoppt, da man sich hier durch eine ausunersichtlichen Gründen
nur einseitig geöffnete Zweiflügeltür quasi wie durchein
Nadelöhr drängt. Das lässt sich bestimmt verbessern!
Eine Anfängererkenntnisweiter bin ich bald darauf, als ich der gelben
Diadoratüten gewahr werde, diesich einige Läufer schlauerweise
über die eigentliche Laufkleidung gezogenhaben, um so vor dem Start
warm zu bleiben und im Massengedränge beim Beginndes Laufs keine
persönlichen Sachen liegen lassen zu müssen. Und ich hatte michschon
gefragt, wozu ein gelber Sack in der Startertüte lag
...!
Nach anfänglichem Suchen undleicht gereizter Nervosität unter
allen, die sich ihrer Kleidertüten noch nichtentledigen konnten,
gehts nun auf zum Start, hinweg über die Autobahnbrücke,einen
kleinen Wiesenhang hinab. Kurzer Blick über die wogende Startermenge,
einunsicheres Stirnrunzeln mit anschließendem Entschluß, mich
im vorderen Feld desletzten Drittels einzuordnen - als Erststarter und
Jäger einer Zeit um 4.30 h.Eine gute Entscheidung, wie sich beim
um fünf Minuten verspäteten Start gleichherausstellen sollte.
Der glückliche Umstand, vonAnfang an mein Tempo ohne Drängeln
oder Hasten laufen zu können und dabei beiweitem nicht zu den letzten
zu gehören, hat sicherlich auch entscheidend zumerfolgreichen Bestehen
meiner Premiere beigetragen. Es gelingt mir, vom Startweg meinem Vorsatz,
ausschließlich durch die Nase zu atmen, gerecht zu werden mit
kurzzeitigen Ausnahmen während der Trinkeinheiten und vom Schlusssprinteinmal
abgesehen.
Die erste Brücke, unter derdas Feld der Laufschuhträger hindurchwogt,
ist noch beladen mit jubelndenLaufanhängern so gestärkt,
sieht man mutig dem Kommenden entgegen. Mir gehtsgut, es läuft
wie am Schnürchen, und ich klammere mich an die mit jedemSchritt
tiefer ins Herz sinkende Hoffnung, ihn im Ziel zu sehen;durchzukommen,
denn Durchkommen ist Siegen ... ! sein Wort in meinem
Ohr...
Ludwigsstraße und Siegestornehme ich war, wie es sich gehört
mit dem Gefühl des Siegers, des Bewältigersungeheurer
Strapazen und gebe mich hin dem aufputschenden Anfeuern desPublikums am
Karolinenplatz bzw. Ludwigsplatz. Diese Lauflust genieße ich biszum
Marienplatz, das Publikum ist zwar nicht in Heerscharen erschienen, aberdie
Treuen, die zu uns halten, sind aufrichtigen Herzens bei der Sache. Musikist
jedoch arg spärlich dosiert und ich beginne prompt ab Kilometer 17
anEntzugserscheinungen zu leiden als alter Walkmanhase
lechze ich mehr nach einer flotten Melodiedenn nach einem Becher Wasser!
Aber ich hätt es mir ja denken können, nach demBericht
über den 1. Medien- Marathon und der Tatsache, dass ja schon imInternet
nur von 8 Gruppen die Rede war ... Also gebe ich mich der Folter hinund
denke, im 2. Teil der Strecke wird sich das schon ändern, und da
brauchtmans ja schließlich erst wirklich...
Stattdessen konzentriere ichmich auf die Unterhaltung zweier Herren knapp
hinter mir, die darüberdiskutieren (alle Achtung, schließlich
laufen die ja dabei noch!), ob sie beidem momentanen Tempo die Strecke
in 4.30 h schaffen werden man hat seineZweifel, ist sich jedoch
sicher, für 5.00 h wirds reichen.
Ein Blick auf meine Stoppuhrverrät mir, dass ich gut in der Zeit
bin, jedoch auch keine großen Reservenoffen sind.
Ich beginne mit mir zuringen:
Was will ich? Durchkommen?Unter 4.30 h? Ist das utopisch für den
1. Marathon? Will ich mir was beweisen?- Habe ich diese Gedanken nicht
schon alle verbannt? Wollte ich nicht einfachlaufen, ins Ziel kommen als
oberste Priorität? Scheiß verfluchter Ehrgeiz, haltdein kläffendes
Mundwerk und lass mich laufen, mehr nicht!
Ich beschließe, mich wiederauf meine Atmung zu konzentrieren und
ganz auf meinen Körper zu hören, er wirdwissen, was er tut und
den Geist für den Rest der Strecke hoffentlichüberrumpeln.
Und ob er es weiß! Es läuft!
Die folgenden Kilometer biszum Halbmarathon rollen nur so dahin und ein
glückdurchleuchtetes Lächeln legtsich beim Kilometerschild 21
über mein Gesicht die Hälfte ist geschafft,keine Seitenstiche,
kein Durst, keine Muskel- oder Gelenksbeschwerden! Holla die Marter
der letzten langen Trainingsläufe zahlt sich aus!
Immer mal wieder einZuschauergesicht am Rande, häufig mit Kuhglocken
schellend, macht Mut undversetzt kurzzeitig ins ferne Idyll einer von
Milka-Kühen umgrasten Almwiesn... da tropft der Schokoladenzahn
und sorgt augenblicklich für einenBlutzuckerschub! Woher auch
immer....
Andere nette Anfeurer haltenihre Fan- Plakate hoch, denen zu folge mindestens
80 % der mitlaufendenweiblichen Marathonis Heidi, Susi oderKarin heißen,
vielleicht noch getoppt von den Marathon- Monikas ... Aufmännlicher
Seite scheint ein gewisser Jo Favorit von halb Bayern zu sein,jedenfalls
wurde sein Namenszug schon ins an diesem Tag so arg getreteneStraßenpflaster
graviert, und das gleich mehrmals ...
Ab km 23 zwinge ich michregelmäßig, meinen Wasserhaushalt zu
füllen, bekomme jedoch nie mehr als 3,4Schlucke in den Rachen, da
mir jede Minute zum Anhalten zu kostbar ist und beidem Laufgewackel das
meiste daneben geht. Auch bin ich zurückhaltend, obwohlich weiß,
ich müsste mehr trinken, da ich im Frühjahr bei einem 10-km-Lauf
sehrgute Bekanntschaft mit meiner vollen Blase machte und weiß,
wie dieserebellieren kann ... An dieser Stelle übrigens ein dickes
Lob und herzlichstesDankeschön an alle Helfer und Wasserreicher,
die IMMER freundlich waren,versuchten, so gut es eben ging das Wasser
an den Mann/ die Frau zu bringen undauch schon von weitem bekannt gaben,
was in ihren Bechern schwappte Wasser!, ISO!
usw. Auch die Streckenposten sorgten fast durchgehend für hindernisfreieLaufstrecken
und hielten die eiligen Sonntagsradler, von ewiger Hektikgetriebenen
Mercedes- und BMW- Fahrer sowie brötchenholende Morgenmuffel davonab,
uns vor die Beine zu springen.
Herzlichen Dank Euch allen!
In Bogenhausen dann merkeich, dass die Batterien so langsam den größeren
Teil der Energien verbrauchthaben, doch ich besinne mich auf das einmalige
Runners High, dass mir beimTraining genau eine Woche
zuvor zuteil wurde und warte sehnsüchtig gespannt,wann es mich wohl
diesmal packt ... Doch es soll noch ein Weilchen dauern ...
Die Strecke durch denEnglischen Garten ist herrlich, nicht nur wegen der
emotional nichtunbedeutenden, Hoffnung machenden grünen Frische,
sondern auch aufgrund dernunmehr wieder zahlreicheren Zuschauer. Bei Kilometer
28 werde ich von einemkreischenden Begeisterungsausruf aus meinem Laufdelirium
gerissen,hervorgerufen durch meine Freundin, die ein knittriges Papierstück
mir meinemNamen in die Höhe reißt und einen wahrlich grotesken
Rumpelstielzchen- Tanzaufführt. Das gibt Kraft! Wenn
sich schon die Nichtläufer zum Narren machen,können wir ja bald
nichts mehr
falsch machen *g*...
Kaum liegt die grüne OaseMünchens hinter mir, befallen mich
erneut Zweifel, ob ich heute noch in denGenuß eines Runers
High kommen würde ...
Die mit dem ISO bei km 33eingesogenen kurzzeitigen Seitenstiche bringen
mich aufs Pflaster zurück, abhier nehme ich von der Strecke nicht
mehr viel wahr, sondern beschränke meinBlickfeld auf die grobe Körnung
des Asphalts. Mit stierem Blick kämpfe ich michKilometer um Kilometer,
Wasserstation um Wasserstation vorwärts und frage mich,was - Zum
Teufel noch mal! das für ein Mann ist, für den ich das
mache...Verflucht, denke ich, du kennst ihn doch gar nicht, wer gibt dir
dieGewissheit, dass der so was verdient? Wer weiß, ob er überhaupt
im Ziel steht?Und wenn, was soll das Ganze? Wirkte er gestern, als empfände
er das selbe wievor drei Jahren? Ein Bongotrommlertruppe und ich
fange mich wieder. VielenDank!
Kilometer 36, keine 10Kilometer mehr, 8, um genau zu sein, 8 Kilometer,
das entspricht nicht mal derStrecke durch meinen heimischen Wald
das sollte zu schaffen sein! Vier malhab ich diese Strecke nun schon hinter
mich gebracht, warum nicht noch einletztes Mal? Scheiße, wenn doch
nur ein wenig Musik wäre ...!!!! Da, für kurzeZeit, für
den Bruchteil eines Kilometers salben anfeuernde Rhythmen Ohr und Seele,
der Kampfeswillen keimt vonneuem und ich hebe den starren Blick, um das
zwar noch unsichtbare, aber vordem inneren Auge erstrahlende Ziel anzuvisieren.
Eine Welle der Aufregungdurchläuft mich und ich habe mit mir zu ringen,
nicht meinen Atemtakt zuverlieren.
Kilometer 39, noch dreiweitere bis zum Ziel, es packt mich reiner Siegeswillen.
Der Willen, michselbst in die Knie zu zwingen, mir zu beweisen, dass ich
es schaffe, unter 4.30h, das ich kämpfen werde bis zum letzten
mit eisigem Griff packt michGevatter Ehrgeiz im Nacken! Keine 10 Sekunden,
und das vermeintliche Opfer istgefunden rechts neben mir, mit blondem
Pferdeschwanz und offenbar mein Alter.Das Herz klopft nur keinen
Fehler machen, nicht zu früh verausgaben,systematisch die Kräfte
einteilen. Aber ich fühle mich stark, zu stark, umhinterher zu laufen
und überhole sie Schritt für Schritt bis
zur nächstenWasserstation. Dort das letzte Mal gestärkt, mit
wohlwollendem Blickregistriert, dass das Stadion nicht mehr weit ist,
muß ich zu meinem Entsetzenfeststellen, dass meine Konkurrentin
mich während des Trinkens überholt hat!Ich beiße die Zähne
zusammen, Schritt für Schritt hole ich auf, rücke heran und
ziehe vorbei! Jetzt hält mich nichts mehr, ich weiß auf einmal
ganz sicher:wenn ich sie überhole, wird er
im Ziel stehen, und ich werde gesiegt haben,gesiegt auf ganzer Linie!
Musik und Beifall schallt uns von den Tribünenentgegen, die Tartanbahn
wird sichtbar und ich reiße den Kopf in den Nacken, umwie ein wahrer
Kämpfer in die Arena einzuziehen. Auch die verzweifeltesten,abgekäpftesten
Läufer raffen sich nach langer Gehpause auf, heben diegeschundenen
Glieder und laufen verbissenen Gesichts ihrem Ziel entgegen.
Ängstlich, von kurzzeitigerEnttäuschung durchhuscht, suche ich
sein vertrautes Gesicht im jubelndenZuschauergedränge.
Panik ergreift mich, als ich die zwei Augen, die sich mirvor so langer
Zeit ins Innerste gebrannt haben, nicht finden kann!
... Halte durch! Du schaffst es! das ist SEINE Stimme!
Wie ein Messerstichdurchfährt es mich, wie hypnotisiert setze ich
die Füße auf die federndenMatten am Stadionseingang, atme,
dass es mir scheint, meine Lungen müsstenplatzen und ziehe an ihnen
vorbei an ALLEN, die sich mit letzter Kraft insZiel schleppen,
Marathon- erprobte Frauen, Männer im besten Alter,verbitterte
Zeitjäger ich lasse sie alle hinter mir.
Die Augen fixiert auf dieZeitanzeige im Zielbogen, so, als könne
ich sie damit anhalten, schwebe ich mitstolzem Lächeln ins Ziel,
von einem schreienden Glücksgefühl durchströmt, lassemir
die Finisherbmedaille umhängen.
Gewonnen!
Für mich, gegen mich, mit mir und: mit meinem Krieger
im Herzen!
Durchkommen ist Siegen,absolut und auf ganzer Linie!
Die Nachricht eine halbe Stunde später, dass ich den 1. Platz meiner
Altersgruppe gewonnen habe und meine Nettozeit 4.26 h beträgt, erreicht
mich schon nur noch wie ein sachterWindhauch in meinem Herzen tobt
ein anderer Sturm, ein glücklicher Wirbelwind, der hoffentlich immer
für frische Luft um meine Läufernase sorgen wird!
Vielen Dank an alle, die mirdiese Erfahrung ermöglicht haben!
Ganz besonders an RUNNING -PUR für Startgebühr, Anmeldung und
das tolle Gefühl, in gewisser Weise für Euch zu
laufen! Liebe Franziska H. vielen Dank für die Flugtickets,
meinerTutorin I. Zwahr herzlichen Dank für die Unterrichts - freistellung,
und, liebeAgnes Dir und Deinen Freunden herzlichsten Dank für
Kost, Logie und Eureaufopfernde Anteilnahme!
Dir Liebster danke ich dafür, dass Du bist wie Du bist der
Mensch, für den ich nicht nur immer wieder einen Marathon laufen,
sondern durch jede Hölle gehen würde! Danke.
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