Testläufer berichten vom Gutenberg Marathon Mainz

Gutenberg Marathon Mainz

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen. Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln? Dann klicken Sie hier.

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running-pur ONLINE
Ein Beitrag von running-pur ONLINE

 


Bericht von Markus Laumann über den Gutenberg Marathon Mainz
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Markus Laumann][Jens Hamann][Thomas Härtel][Claus Tröbliger][Rene Olivier][

Einer der beliebtesten Straßenmarathons Deutschlands

Mit rund 13.403 Teilnehmern und rund 80.000 Zuschauern an der Laufstrecke bestätigte Mainz seinen Stammplatz in der Top Ten der beliebtesten Straßenmarathons Deutschlands. Bereits die frühe Schließung der Meldelisten am 31. Oktober 2004, gerade mal 4 Wochen lies keine Zweifel aufkommen, dass es wieder äußerst voll und gesellig werden würde.
Das Wetter am Vortag hingegen versetzte viele Läufer in Erregung: Windig, sehr kalt und sinnflutartige Regengüsse. So tummelten sich unzählige Teilnehmer auf der Messe, um noch ein paar Schnäppchen zu schlagen und stärken sich auf der Pasta-Party in der Rheingoldhalle. Durch die Umbaumaßnahmen der Rheingoldhalle kam zeitweise etwas Tumult und Gedränge auf, dennoch blieb man ruhig und nahm es sportlich. Die Anmeldungsformalitäten verliefen reibungslos und routiniert so wie es sein soll. Im Starterbeutel befand sich erstmalig auch ein Badetuch mit aufgesticktem Gutenbergmarathonlogo neben einigen Produktproben und Verbraucherinformationen.
Der Renntag: 10°C, windig, bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Eigentlich ideales Marathonwetter. Die Stimmung ist klasse: Schwellköppe, Funkenmariechen tanzen am Startbereich, Sambatrommeln ertönen. Kurz noch den Starterbeutel abgeben, doch dies nimmt aufgrund der Baustelle an der Rheingoldhalle doch etwas mehr Zeit in Anspruch. Dafür funktioniert das Durchkommen in den Startblock einwandfrei. Wie immer gruppieren sich Walker bereits nach den Elitenläufern ein, weshalb die Startaufstellung in Mainz immer ein Chaos ist. Der Veranstalter sieht jedoch auch in der sechsten Auflage keinen Handlungsbedarf.
9:30h - Startschuss; die Masse setzt sich in Bewegung. Zunächst geht es am Kurfürstlichen Schloss vorbei entlang der Rheinallee bevor man das Werksgelände der Schott Glas durchläuft. In einem Tempi von 4:25 Min/km läuft es sich gut an, d.h. keine Rempeleien und trotzdem im Deckmantel der Gruppe. Danach führt der Streckenverlauf in das Industriegebiet Mombach, wo der Wind offenkundig zu Tage tritt. Jedoch die jubelnde Menge, viele Musikkappellen und Moderatoren an der Wegstrecke schaffen weiterhin ein optimales Lauferlebnis. Ab in die Neustadt vorbei an der Christuskirche und dem Landesmuseum hinein in die Große Bleiche. Wie auch in den vergangenen Jahren verführt traditionell eine leichtbekleidete Sambatänzerin samt Kapelle den ein oder anderen zum Verweilen. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Herzstück von Mainz: dem Höfchen, wo die Reebok Meile mit einem lauten Getöse auf einem wartet. Ein wahres Bad in der Menge begleitet einem durch die Altstadt (Vorsicht: Kopfsteinpflaster) bevor es auf den sich lang ziehenden Streckenabschnitt nach Weisenau geht. Abwechslung gibt es trotzdem, da man dieses Teilstück auch wieder in die Stadt hineinläuft. Es bietet sich somit Gelegenheit den Elitelauf oder schnellere Läufer zu beobachten, anzufeuern und zu grüssen. Aufgrund der benachbarten Eisenbahnstrecke ist man mit seinem Pulser dort jedoch gänzlich aufgeschmissen. Es verbleibt lediglich das oft beschworene Läufergefühl, um sein Tempo nicht zu überpacen. Zurück in der Stadt geht es noch kurz am Holzturm vorbei, von dem man schon das Rathaus und die Rheingoldhalle erblickt. Wie ein Uhrwerk passiere ich die Halbmarathonstrecke in einer 1:35 h.
Das Feld lichtet sich nun deutlich, denn vergleichsweise wenige Läufer laufen hier die volle Distanz. So verlassen mich in der Summe 5928 Sportler, davon 3752 Männer und 2176 Frauen bereits auf diesem Streckenabschnitt. Darunter wohl auch viele von der Aktion 0 auf 42 vom SWR, die mit 1800 Leuten mit großem Abstand die stärkste Läufergruppe bildeten. So liefen richtige Fluten des "Wir schaffen das!" Teams; deutlich erkennbar im gelben Trikot zeitweise ein.
Man passiert nun den höchsten Punkt der Laufstrecke: die Theodor-Heuss-Brücke und nimmt dadurch eine läuft in das Hessenland. Der grenzüberschreitende Ausflug findet jedoch nach ca. 7km bereits wieder sein Ende. Während ich wieder Rheinland Pfalz begrüße, läuft die Elite bereits ein.
Gewinner wird bei den Männern wird Marek Dryja (2:16:22h) weit abgeschlagen dahinter Andrej Naumov (2:20:00h) und auf dem dritten Platz kam Artur Ianos Miklos (2:20:36h) ins Ziel. Bei den Damen siegte überraschend die Russin Yelena Tikhonova (2:38:03h). Delijon versuchte der Tempoverschärfung von Tikhonova standzuhalten, unterlag jedoch knapp und belegte mit einer 2:39:03 den zweiten Platz vor der Rumänin Maria Magdalena Teodorascu (2:43:35h).
Doch zurück zu den Breitensportlern. Kurz nach der Theodor-Heuss-Brücke bietet Mainz wohl als einziger Veranstalter den Ausstieg als 2/3 Marathon an. Davon machen an diesem Tag 929 Aktive gebrauch, darunter 711 Männer und 218 Frauen. Der Ausstiegspunkt ist direkt auf der Höhe des Kurfürstlichen Schlosses und liegt somit unmittelbar am Läuferzentrum.
Der harte Kern ist nun allein auf der Strecke! Mit mir an diesem Tage 3069 Athleten (2579 Männer; 490 Frauen), die sich der Königsdistanz stellen. Wieder befindet man sich auf dem ersten Streckenabschnitt, die Beine werden müde, das Feld ist ausgedünnt. Das Einsammeln eingebrochener Läufer motiviert und so taktiere ich mich weiter auf Kurs. Fand ich Schutz auf der ersten Runde in einer Gruppe stehe ich nun ziemlich alleine in Mombach dem Wind gegenüber. An der Verpflegungsstation machen viele bereits eine Gehpause und laben sich an Wasser, Isogetränk, Cola und Bananen. In Trance laufe ich ein paar Kilometer und werde wachgerüttelt als ein Streckenmoderator meinen Namen, Startnummer und Verein über die Lautsprecher kundtut. Ab Streckenabschnitt km35 geht es wieder hinein in den Stadtkern und das Publikum wird wieder zahlreicher. Das Johlen und Anfeuern der Mainzer beflügelt und so wird noch einmal das Letzte rausgeholt. Im Schlepptau eine weibliche Läuferin, die sich sprichwörtlich an meine Fersen geheftet hat. Auf den letzten Metern lege ich noch einen leichten Spurt ein, nachdem die Uhrzeit eine neue Bestzeit anzeigt.
Nach 3:09:53 h komme ich als 171zigster überglücklich mit einer neuen Bestzeit ins Ziel! Somit schließt sich für mich ein gelungener, wenn auch nicht in der Teilnehmerzahl unproblematischer, sechster Gutenberg Marathon. Ein Marathon, der vor allem vom volksnahen Eventcharakter, der herzlichen Mainzer Gastfreundschaft lebt und seines gleichen sucht.

Mit sportlichen Grüße für euch auf der Piste

Euer
Markus


Bericht von Jens Hamann über den Gutenberg Marathon Mainz
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Es hat Spaß gemacht!

Der 6. Gutenberg-Marathon erreichte dieses Jahr mit über 13 000 Teilnehmern an den verschiedenen Wettbewerben eine neue Rekordteilnehmerzahl und hat sich damit wohl endgültig als eine der größten deutschen Laufveranstaltungen etabliert. Die volle Marathondistanz nahmen dabei etwas über 3 000 Läufer in Angriff, während sich ein Gros der Teilnehmer mit der Halbmarathonstrecke begnügte oder von der Möglichkeit Gebrauch machte, nach 2/3 der Strecke auszusteigen, was meiner Einschätzung nach viel zu selten angeboten wird.

1.) Vor dem Lauf:

Die Anmeldung für den Marathon kann klassisch per Post oder über den Internetauftritt der Stadt Mainz erfolgen, wo ein eigener Bereich für den Gutenberg-Marathon gestaltet ist.

Die Homepage ist zwar im Vergleich zu anderen Veranstaltungen dieser Größe sehr knapp und farblos gestaltet, enthält aber alle wichtigen Informationen rund um den Lauf, die auch gut strukturiert und leicht zu navigieren bzw. zu finden sind.

Die Anmeldebestätigung und der Streckenplan, die man im Vorfeld per Post zugeschickt bekommt, sind ebenfalls kompakt und übersichtlich gestaltet und enthalten alle wichtigen Informationen.

Die Bestätigung dient am Veranstaltungswochenende in Verbindung mit einem Lichtbildausweis auch als Fahrschein für die Mainzer Verkehrsgesellschaft oder, wenn man wie ich mit dem PKW anreist, als Durchfahrtsschein zu den reservierten Parkplätzen am Sonntag. Hier kann man nur anmerken: vorbildlich gelöst!

Zur Pastaparty kann ich selbst keine Wertung abgeben, da ich erst am Sonntag angereist bin, aber mir wurde gesagt, dass die Pasta ausgezeichnet und die Wartezeit vergleichsweise kurz war.

Die Ausgabe der Startunterlagen in der Rheingoldhalle erfolgte reibungslos und ohne Wartezeiten, wobei eine bessere Beschilderung mit Startnummernbereich für die jeweiligen Schalter von Vorteil wäre.

Positiv anmerken möchte ich, dass der ebenfalls ausgegebene Kleiderbeutel, neben diversen anderen Beilagen, ein schönes Duschtuch und erfreulich wenig Werbung enthielt.

Der Kleiderbeutelservice in der Rathausgarage verlief sowohl vor als auch nach dem Lauf absolut professionell und dadurch reibungslos. Kompliment!

2.) Der Lauf:

Die Startaufstellung vor dem Rathaus/Rheingoldhalle und die Einteilung in Startblöcke nach Laufzeiten war in Ordnung, wobei es aufgrund der großen Teilnehmerzahl zu kleinen Drängeleien an “Nadelöhren³ kam, was aber völlig normal ist.

Der Start erfolgte pünktlich um 9:30 Uhr und dank der inzwischen etablierten Zeitmessung durch CHAMPION-Chip bekam auch jeder Läufer seine Netto-Zeit.

Die Strecke des Mainz-Marathons ist in 2 Runden aufgeteilt, wobei die zweite Runde von der ersten Halbmarathon-Distanz abweicht und zu Beginn nach Überquerung des Rheins über die Theodor-Heuss-Brücke einige Kilometer auf Wiesbadener und somit hessischer Seite entlang führt. Nachdem man zwischen Kilometer 27 und 28 die Brücke erneut überquert und Rheinland-Pfalz wieder betreten hat, besteht die Möglichkeit in der Nähe des Kurfürstlichen Schlosses das Ziel des 2/3-Marathons zu durchlaufen. Von dort benötigt man nur 5 Minuten zurück ins Laufzentrum, und es ist eine weitere tolle Option, die die Mainzer Veranstalter bieten.

Die absoluten Highlights der Strecke sind neben der o.g. Rheinbrücke und dem Schloss sicherlich die Altstadt um den Dom und die Karnevalshochburg Mainz-Mombach. Hier herrschte annähernd Rosenmontagsstimmung dank der fantastischen Mainzer Zuschauer, von denen geschätzte 100 000 am Sonntag die Strecke säumten. So gab es für die dankbaren Läufer jede Menge Applaus und Anfeuerungsrufe, sowie zahlreiche musikalische Unterstützung durch Musik- und Karnevalsgruppen. Sogar Sambagruppen unterstützten die Sportler und ließen die Strapazen fast vergessen. Auch im Start-/Zielbereich herrschte eine fantastische Stimmung, so dass man förmlich ins Ziel schwebte.

An dieser Stelle daher ein großes Kompliment an die tollen Mainzer Zuschauer!

Verpflegungsstellen waren alle 4 km eingerichtet, an denen es Wasser, Isogetränke, Bananen und Wasserwannen für die Schwämme gab. An den letzten Stationen gab es zusätzlich Coca-Cola und Red Bull, was ja, laut Werbung, Flügel verleihen soll.

3.) Nach dem Zieleinlauf:

Im Zielbereich gab es zunächst die obligatorische Finisher-Medaille und danach den Verpflegungsbereich, wo es im Wesentlichen die gleiche Verpflegung wie auf der Strecke gab. Darüber hinaus wurde auch noch alkoholfreies Bier und Radler in Dosen angeboten, was jedoch gegen Ende ausgegangen ist, wie mir ein enttäuschter langsamerer, aber dennoch durstiger Laufkollege im Nachhinein berichtet hat. Dies sollte einem renommierten Veranstalter nicht passieren und daneben sollten nicht nur Bananen zum Essen angeboten werden, sondern den hungrigen Finishern mindestens noch eine Alternative geboten werden.

Die Kleiderbeutelausgabe verlief wie bereits oben angesprochen reibungslos und ohne Wartezeiten.

Duschen mit warmem Wasser waren genügend vorhanden, wobei die Beschilderung vom Zielbereich zu den Duschen nicht ausreichend war.

Besonders hervorheben möchte ich den ausgezeichneten und komfortabel ausgestatteten Massagebereich im Zelt am Rheinufer. Hier genoss ich nach kurzer Wartezeit eine der besten Massagen meiner Läuferkarriere. Absolut vorbildlich! Großes Kompliment an das Helferteam im Massagezelt!

In der Rheingoldhalle konnte man sich nach dem Lauf noch eine Vorab-Urkunde ausdrucken lassen, seine Medaille gravieren lassen (6 EURO) oder ein Finisher-Funktionsshirt käuflich erwerben. Und dies ebenfalls ohne nennenswerte Wartezeiten.

4.) Resümee:

Mainz ist eine professionell organisierte und daher gute Marathonveranstaltung. Großes Plus sind die Zuschauer und die Logistik rund um das Läuferzentrum bei der Rheingoldhalle. Ein Minus gibt es von mir lediglich für die magere Zielverpflegung und die partiell unzureichende Beschilderung. Ansonsten heißt es von meiner Seite aus: Kompliment und weiter so!

Ich werde mit Sicherheit einmal wieder kommen!

Vielen Dank an running-pur-online und die Veranstalter des Marathons in Mainz. Es hat Spaß gemacht!

Mit sportlichen Läufergrüßen

Jens Hamann


Bericht von Thomas Härtel über den Gutenberg Marathon Mainz
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Mainz Marathon am 8. Mai 2005

Schon zum zweiten Mal nach 2004 machte ich mich mit meiner Familie auf nach Mainz, um die 42,2 KM zu laufen. Diesmal ergatterte ich kurzfristig mit Unterstützung von Running Pur (Vielen Dank dafür) noch einen der begehrten Startplätze, die schon im Oktober 2004 am Tag des Frankfurt Marathons komplett vergeben waren. Dabei mitgeholfen hatte wohl auch die Aktion „von 0 auf 42“ vom SWR mit über 1800 Teilnehmern. Über die Homepage des SWR war auch noch längere Zeit nach dem 31. Oktober eine Anmeldung möglich, so auch für 2 Läufer/innen aus meinem Verein. Die vom SWR verteilten gelben Laufshirts waren deshalb auch die maßgebliche (Vereins-)Farbe beim 6. Gutenberg Marathon.

Wettermäßig wurde uns am Marathonwochenende alles geboten, von Grau bis Blau, von Sonnenschein bis Hagelschauer. Durch den Start um 9.30 Uhr war frühe Abfahrt aus Butzbach angesagt, im Konvoi ging´s um 7.00 Uhr mit den anderen Läufern aus meinem Verein über die A5 Richtung Mainz. Bei Frankfurt durchfuhren wir Dank dem wechselhaften Wetter einen kompletten und wunderschönen Regenbogen, ein gutes Zeichen!?.

In Mainz angekommen überrascht mich wieder das komplett fehlende Parkeinweisungssystem, keine speziellen Hinweise auf Abstellmöglichkeiten oder gar Park and Ride. Nachdem meine Frau mich am Start abgesetzt hatte, fand Sie aber ganz selbstständig einen Parkplatz neben dem riesigen Erdal-Frosch bei der später 2-mal zu umlaufenden Christuskirche. Währenddessen suchte und zwängte ich mir den Weg zur Startnummernausgabe in der im Umbau befindlichen Rheingoldhalle. Die aufgestellten Bauzäune erschwerten den Ablauf nochmals um einiges. Die knapp 10000 (Halb- 2/3-)Marathonis und zusätzlich die Skater, Rollis und die Schüler (des Ekidenlaufes) machen ein ziemliches Gedränge perfekt. Die Startnummernausgabe funktioniert trotz fehlender Hinweisschilder für die Nummern ab 4000 sehr zügig. Mit einem schönen grünen Sack vom Sponsor AOK ließ ich mich zur Taschenabgabe treiben. Eingepackt in ein altes Sweat-Shirt mache ich mich leicht fröstelnd zum Start, dank meiner Ortskenntnisse aus dem letzen Jahr umging ich das größte Nadelöhr an der Startlinie. Ohne jegliche Kontrolle begab ich mich in den Bereich der Elite und lief mich dann etwas weiter hinten etwas ein. Pünktlich um Halbzehn ging’s dann auf die Strecke am Kurfürstlichen Schloss vorbei und durchs Gelände der Firma Schott Richtung Mombach. Hier ist der erste Gegenverkehr, noch mit einigen Skatern. Auf dem Rückweg dann Sichtkontakt mit den etwas Langsameren. Schnell erreiche ich wieder die Innenstadt wo natürlich am meisten Stimmung herrscht und begebe mich auf die ewig lange Gegenverkehrstrecke Richtung Weisenau. Bis auf die ersten Männer laufen mir alle Schnelleren entgegen und der Wendepunkt bei KM 17 will nicht näher kommen. Endlich auf dem Rückweg treffe ich 2 der 8-9 mitlaufenden Butzbacher, und erreiche nach ca. 1:40 Std. die Halbmarathonmarke. Hier beginnt nun sozusagen ein komplett neuer Lauf: auf der ersten Hälfte drängten sich noch Läufer und Zuschauer, jetzt ist man teilweise recht einsam auf der Strecke für einen Stadtmarathon. Der Schlenker über den Rhein nach Mainz-Kastel ist zwar ein klein wenig lebhafter als letztes Jahr, aber die Theodor-Heuss-Brücke genauso gnadenlos steil, zumindest im Gegensatz zur restlichen Strecke. Den 2/3-Marathon Zielkanal rechts liegen lassend, langweile ich mich bis KM 39 an (zumindest in meinen Augen) eher wenig Zuschauern vorbei, zurück zur rettenden Sambatänzerin und Menschenmassen. Recht zufrieden erreiche ich nach 3:23 Stunden (immerhin in Jahresbestzeit) das Ziel. Hier wieder Gezwänge zu den genial warmen Zelten mit den Duschen, ein besonderen Dank an THW/Bundeswehr/Rotes Kreuz ?? hierfür. Gut riechend schleiche ich zum Treffpunkt mit meiner Familie auf der Brücke überm Ziel, glücklich meinen 3. Marathon in 2005 und meinen 16ten insgesamt, in für mich guter Zeit ohne spezielles Marathontraining überstanden zu haben. Obwohl mir der Mainzer Marathon ganz gut gefällt, gibt es doch ein paar Verbesserungsideen…bessere Beschilderung des Start/Zielgeländes, Sperrung der Massage-, Verpflegungs- und Duschbereiche für Zuschauer, bessere, reichhaltigere Zielverpflegung, Pappbecher lassen sich besser zum trinken knicken als (feste) Plastikbecher und müssen auch nur halbvoll sein, die Idee Stimmungsnester mit 42 Musikbands a la Freiburg zu installieren ist einfach genial und müsste in der Karnevalshochburg doch kopieren zu sein.

Gruß Thomas Härtel


Bericht von Claus Tröbliger über den Gutenberg Marathon Mainz
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Von 0 auf 42

Rund 1800 Aktive der SWR Laufbewegung nahmen am diesjährigen Gutenberg-Marathon teil, bei dem wie im Vorjahr drei Streckenlängen (21,1 km, 28,1 km oder 42,2 km) angeboten wurden.

Von 0 auf 42 - so könnte man auch meinen Bericht titulieren, aber nur wenn man meine Wochenkilometerbilanz zugrunde legt. Nachdem ich mir am Sonntag voriger Woche eine leichte Zerrung im linken Oberschenkel zuzog, betrug mein Wochenpensum per Samstag Null Kilometer. Nicht gerade förderlich wenn in zwei Wochen der Mannheim-Marathon ruft. Glücklicherweise war ich am Samstag (weitestgehend) schmerzfrei, sodass am Sonntag ein langer Lauf stattfinden konnte. Wer mich kennt weiß, dass ich diese langen Läufe regelrecht hasse, zwei bis drei Stunden alleine in der Gegend rumjoggen, das ist nichts für mich. Deshalb entschied ich mich spontan am Gutenberg-Marathon teilzunehmen. Die Stimmung war im vorigen Jahr hervorragend, man kann während des Laufes zwischen Halbmarathon, Zwei-Drittel-Distanz (28,130 km) oder - wenn einem dann noch langweilig ist- natürlich auch die volle Distanz wählen. Keine schlechte Sache wie sich noch herausstellen sollte.

Die Ausgabe der Startunterlagen klappte trotz der Umbaumaßnahmen an der Rheingoldhalle hervorragend. Nach weniger als einer Minute hatte ich die Startnummer in Händen, die dieses mal auch die Vornamen der Läufer/-innen trug.

Am Start war es teilweise bewölkt mit sonnigen Abschnitten, bei ca. 10 C. Ideales Wetter für die Teilnehmer, eher etwas kühl für die Zuschauer. Chaotische Zustände wie jedes Jahr beim Start: Walker und Jogger im Eliteblock - unsportlicher geht es fast nicht mehr. Naja, nach einigem Zickzacklaufen und Ausweichen auf den Bürgersteig wurde der erste Kilometer trotzdem noch in 5:15 min passiert und nach zwei bis drei Kilometern konnte man relativ frei sich bewegen.

Nach Passieren des Kurfürstlichen Schlosses ging es auf der Rheinallee Richtung Werksgelände von Schott Glas, wo sich auch die erste Verpflegungsstelle (Wasser, Frubiase und Bananen) befand. Danke, ich hatte schon gut gefrühstückt, also ging es weiter Richtung Industriegebiet Mombach.

Kilometer 5 passierte ich in 25:15 min. Prima, für einen geplanten langen Lauf zwischen Halbmarathon und Zweidritteldistanz fast schon etwas zu schnell aber es lief bis dato alles problemlos. Von Mombach geht es über die Neustadt in die Altstadt - da war voriges Jahr aber mehr los.

Kilometer 10 wurde zwischenzeitlich in 50:25 min passiert. Kurz vor dem Wendepunkt in Mainz-Weisenau holte mich ein befreundeter Läuferkollege ein, der heute die 3:30 h knacken wollte. Er hatte sich zwei Minuten “Pufferzeit³ herausgelaufen und da ich auch nicht wesentlich langsamer lief beschlossen wir bis zur Marathonweiche bei km 28 zusammen zu laufen.

Den Halbmarathon passierte ich in knapp 1:46 h und nun kam das schwerste Stück der Strecke: die Theodor-Heuss-Brücke. Nicht wirklich steil aber doch sehr lang und nach Absolvieren der hessischen Schleife durch Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel auch noch mit kräftigen Gegenwind versehen. Mir konnte es eigentlich egal sein, ich hatte ja nur noch einen Kilometer zu laufen.

Doch jetzt kam es wie es kommen musste. Wider aller Vernunft kam mal wieder des Läufers Lieblingsbeschäftigung zum Vorschein: das Rechnen. Zur Zeit befand ich mich auf Kurs Richtung 3:33 - 3:34 h, wenn es schlecht laufen sollte (so redete ich mir ein) auf alle Fälle unter 3:40 h und überhaupt sind es ja nur noch 15 Kilometer. Die laufe ich doch mit links, oder?

Doch was passierte nun? Mein Begleiter musste eine Gehpause einlegen und schickte mich quasi alleine auf Kilometer 29. Alleine auch deshalb weil nun fast keine Zuschauer mehr am Straßenrand standen und auch die Zahl der Läufer doch ziemlich abnahm. Weniger als ein Drittel absolvieren in Mainz die Königsdisziplin.

Nach Kilometer 30 wurde endlich das von mir doch lang ersehnte braune koffeinhaltige Erfrischungsgetränk ausgeschenkt, doch meine hochgerechnete Zielzeit wuchs von Kilometer zu Kilometer ständig an.

Bei Kilometer 35 war ich im Bereich 3:38 h, bei Kilometer 40 gar bei 3:42 h. So wird das nichts mit einer Bestzeit, du musst noch mal forcieren. Mit aller Kraft versuchte ich das Blatt zu wenden um doch noch unter die von mir geforderte 3:40 h zu kommen. Ist 3:39:59 h wirklich so viel besser als 3:40:01 h? Philosophische Gedanken begleiteten mich auf den letzten beiden Kilometern.

Kilometer 41 wurde in 3:35:25 h passiert. Verdammt, das wird nicht reichen. 1.195 Meter waren noch zu laufen . Endspurt war angesagt. Kann man jetzt noch spurten? Ziemlich verbissen, oder sollte ich besser sagen kämpferisch, sah das im Fernsehen aus. Es reichte nicht ganz und die Strafe kam prompt: 500 Meter vor dem Ziel setzte ein Platzregen ein. Wie heißt es doch so schön? Wer zu spät kommt, den bestraft ...

Nichtsdestotrotz bin ich mit meiner Zeit von 3:40:11 h (sehr) zufrieden, zumal nach dem London-Marathon vor drei Wochen die Kraft im Schlussdrittel doch etwas fehlte.

Alles in allem kann ich ein positives Fazit über den diesjährigen Gutenberg-Marathon ziehen, wenngleich die Atmosphäre im letzten Jahr - wie ich finde - deutlich besser war. Die Organisation mit Ausnahme vom Start-/Zielbereich ist hervorragend, die Verpflegung auf der Strecke zufriedenstellend und die Infrastruktur vom nahegelegenen Parkhaus bis zur kleinen Marathonmesse und Pastaparty absolut ausreichend.


Bericht von Rene Olivier über den Gutenberg Marathon Mainz
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Mainz Marathon 2005

Der Mainz Marathon 2005 stand für mich unter keinem Guten Stern, am Donnerstag vor dem Lauf habe ich mir ein schmerzhafte Schulterverletzung zugezogen. Bis am Sonntagmorgen habe ich noch gehofft, dass es irgendwie schon gehen würde mit dem Start in Mainz. Aber es hat dann doch nicht sein sollen, die Schmerzen waren einfach noch nicht weg.
Also kein Testläufer in Mainz, aber ich hoffe es klappt irgendwann einmal.
mit sportlichen Grüßen Rene´Olivier