Testläufer berichten vom Kaiserstuhl Marathoon am 06. 09. 2003

Kaiserstuhl Marathon

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Bericht von Martin Linek über den Kaiserstuhl Marathon und 17. Deutsche Meisterschaft im 100 km
Straßenlauf
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Martin Linek][

Eine sehr beeindruckende Laufstrecke.....


Kaiserstuhl Marathon und 17. Deutsche Meisterschaft im 100 km Straßenlauf

Mit dem Fahrrad machte ich mich am 05. September auf den Weg, um die 130 km an den Kaiserstuhl zurück zu legen, um meinen ersten 100 km Lauf in Angriff zu nehmen. Veranstaltet vom Lauftreff Endingen fanden auf einem 10 km Rundkurs die 13. Süddeutsche 100 km Meisterschaft mit gleichzeitiger Wertung für den DUV 50 km Deutschlandcup, der 9. Peterlauf über 100 km, der 4. Kaiserstuhl Marathon und ein Rennen für 5 x 10 km Staffeln statt. Bei meiner späten Ankunft am Vorabend des Rennens, ist von der Organisation niemand mehr da. Die Besichtigung der Laufstrecke ist selbst bei Nacht schon beeindruckend und hat mit vielen Abgrenzungen und weißen Linien Formel-1-Charakter. Traditionsgemäß, übernachtete ich auf der Wiese. Das Frühstück nahm ich zusammen mit Anke Drescher und Georg Weiss ein, die das Wochenende zuvor noch, den Mt. Blanc umrundet haben (150 km, 8000 Höhenmeter!).
Die Startnummernausgabe war eine der wenigen zu bemängelnden Punkte. Auch fehlte in der Ausschreibung der Hinweis, dass für die Startnummer mit Transponder zur Zeitmessung, 5 • Pfand zu hinterlegen waren. 127 Starter für die Deutsche Meisterschaft und weitere 27 für den Peterlauf machen sich um Punkt 7 bei leicht bedecktem Himmel und angenehmen Temperaturen auf die Strecke. Schön zu sehen, mit welcher Akribie, mit Schaufel und Besen, der Rundkurs permanent gereinigt wurde (100% asphaltiert).
Meine Zweifel, dass auf dem Rundkurs Langeweile aufkommen würde, hatten sich schnell zerstreut. Statt dessen Formel-1 Fieber à la Schuhmacher und auch das Überrundet werden und die Begegnungen mit den Spitzenläufern, motivierten nur zusätzlich. Verpflegungsstationen ohne Ende strategisch hinter den Steigungen und an notenpunkten platziert professionelle Helfer gab permanent das Gefühl, gut versorgt zu sein. Besonders angetan war ich von den 0,5 Liter Wasserflaschen, die ich bequem mit auf die Strecke nehmen konnte und die gleich nach Benutzung wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt wurden (Umweltminister Trittin hätte weine helle Freude). Leichter Regen nach etwa zwei Stunden brachte angenehme Erfrischung. Trotzdem entschied ich mich nach der vierten Runde die Kleider zu wechseln.
Kurzweilig und mühelos verlief das Rennen bis Kilometer 50, dann begannen gleichmäßige Schmerzen rechts und links am Schienbein immer stärker zu werden. Ich kämpfte gegen den inneren Schweinehund, fühlte mich aber bei jedem Schritt wie mit einer Eisenstange gegen das Schienbein geschlagen. Ein Auto mit 350 PS und die Vorderreifen plattˇ Einige Kilometer legte ich noch mit dem Cheforganisator Klaus Kläger zurück, bevor ich kurz vor Kilometer 70 die Laufschuhe auszog und einige Kilometer barfuß und frustriert zurücklegte. Mangels Platz auf dem Fahrrad hatte ich fehlerhafterweise auf ein zweites Paar Laufschuhe verzichtet. Das Massageteam macht mich wieder gehfähig, der Orthopädiemeister vor Ort bescheinigt meinen frisch eingelaufen Schuhen: Zum Laufen nicht geeignet.
Als ich in den Zielbereich kamm, Ich erreichte gerade der Sieger Michael Sommer von Eichenkreuz Schwaikheim das Ziel, kurz darauf der Zweitplatzierte Dr. Thomas Miksch. Die beiden liefen fast 70 km Seite an Seite bis Miksch wegen Magenproblemen nicht mehr folgen konnte. Zu den Vorteilen des Rundkurses gehört, dass man auch als Teilnehmer die Spitzenathleten verfolgen kann. Bei den Frauen lief immer lächelnd Tanja Hooß dem Sieg entgegen. Dr. Anke Drescher wurde Zweite. Ab 11 Uhr machten sich die Marathonis auf den Weg. Leider waren es auch
nur zwei Handvoll, darunter nur eine Frau. Der Veranstalter hätte sich sicher mehr gewünscht und die Strecke mehr verdient.
Wenn Klaus Kläger die Werbetrommel für den Marathon noch besser rührt, gibt es keinen Grund, warum in dieser tollen Landschaft und bei dieser perfekten Organisation, in Zukunft nicht wesentlich mehr Läufer und Läuferinnen am Marathonlauf teilnehmen sollten, zumal das Startgeld mit 20 • äußerst fair ist.

Martin Linek