|
Bericht von Anton Lautner über den
Halbmarathon Ingolstadt
][ zu
Testberichten anderer Veranstaltungen
][
][Anton Lautner][
Ein Blick auf die Zieluhr zeigt 1:25:05
Ingolstädter Halbmarathon aus der Sicht eines Teilnehmers
Ingolstadt (iz) Wie bereits im vergangenen Jahr stellte der Ingolstädter
Anzeiger zusammen mit dem Hotel mercure eine Mannschaft beim Ingolstädter
Halbmarathon. Elf Läufer starteten am vergangenen Samstag für
das "IZ Mercure" Team, darunter auch der 44-jährige Neuburger
Anton Lautner, der seine Eindrücke vom Ingolstädter Halbmarathon
schildert:
Samstag - der Wettkampf: Ohne Probleme finde ich einen Parkplatz bei
der Saturn Arena, ebenso flüssig schaut's bei der Startnummernausgabe
aus. Die Kleidung kann in den erhaltenen Plastiktaschen abgegeben werden
und wird auch bis zur Ausgabe bewacht. Dann geht's zum Treffpunkt des
"IZ Mercure" Teams, zu dem ich im letzten Jahr gestoßen
bin. Dort wird noch kurz über Taktik und, sehr beliebt, über
die eigene schlechte Verfassung und den Trainingsrückstand gefachsimpelt.
Zu schnell losgelaufen
Auf der Konrad-Adenauer-Brücke gibt es noch kurz Instruktionen durch
Moderator Peter Maisenbacher, es folgen Begrüßungsworte von
Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann. Der OB gibt mir sogar noch
ein Zeichen für einen guten Wettkampf. Die letzten zehn Sekunden
werden noch heruntergezählt, bevor uns der OB mit einem Pistolenschuss
auf die 21,1 Kilometer lange Reise schickt. Und diese treten gut 3300
Ausdauersportler nun an.
Von Beginn an geht's ohne Behinderung in die erste Altstadtrunde durch
die Donaustrasse, am Rathausplatz vorbei in die Theresienstrasse und durchs
Kreuztor. Auf der Schanz, Harderstraße, Ludwigstraße und vorbei
am Stadttheater, wo sich Kilometer drei befindet. Im Vorfeld war meine
Taktik mit vier Minuten pro Kilometer anzulaufen. Da ich die Schilder
mit Kilometer eins und zwei nicht gesehen habe und da ich hier bereits
gut eine halbe Minute zu schnell bin, nehme ich sofort das Tempo heraus.
Wasser und Schwämme
Es geht über die Donau, die ersten von zwei Außenschleifen
steht bevor. Ein knapper Kilometer führt unser Weg durch den Luitpoldpark,
später rennen wir bei Sonnenschein auf dem Hochwasserdamm Richtung
Haunwöhr. Die Führenden kommen uns auf dem parallelen Baggerweg
frühzeitig und mit großem Abstand zum Hauptfeld entgegen. Kurz
nach der Wende befindet sich ein Verpflegungsstelle, wo Mineralgetränke,
Wasser, Bananen und Schwämme zu erhalten sind. Ein Schluck Wasser
und ein Schwamm für den Kopf muss genügen. Temperaturen von
gut 17 Grad werden das heutige Vorhaben nicht einfach machen, insbesondere
muss die durch die körperliche Betätigung entstehende Wärme
weggebracht werden.
Zuschauer feuern uns an
Es geht wieder Richtung Innenstadt, zuerst auf dem Baggerweg, dann unter
der Glacisbrücke hindurch und wir stehen nach einer weiteren Verpflegungsmöglichkeit
vor der Adenauerbrücke. Die zweite Altstadtrunde führt uns zuerst
zum Alten Rathaus. Daneben sehen wir die älteste Kirche Ingolstadts,
die Moritzkirche und den gotischen Pfeifturm, einen einst städtischen
Wachturm.
Am Schliffelmarkt steht Moderator Hans Fischer und nennt meine Nummer
und den Namen. Ich hebe die Hand. Wir laufen am Münster vorbei. Unzählige
Zuschauer in den angrenzenden Cafes treiben uns weiter voran. Dann kurz
danach durch das Wahrzeichen der Schanz, das 1385 erbaute Kreuztor. Mittlerweile
macht mir der zu schnelle Beginn zu schaffen und wirkt sich auch auf die
jetzigen Kilometerzeiten aus. Die zweite Altstadtrunde endet und es folgt
die zweite Außenrunde. Hier spricht mich dann ein Arbeitskollege
an. Auf dem Donaudamm erspechte ich dann den Ingolstädter Stefan
Weiss senior, der auch schon zu kämpfen hat. Ich laufe auf und ermuntere
ihn, sich an mich dranzuhängen. Mittlerweile habe ich die Schwächephase
überwunden und kann mein Tempo wieder leicht steigern. Auf der letzten
Altstadtrunde kann ich gar noch auf den führenden "IZ Mercure"-Läufer,
Ernst Widmann, aufschließen und überholen. Es ist nicht mehr
weit zum Ziel.
Medaillen und Rosen
Mittlerweile beginnen die Überholungen. Zuerst der Besenwagen in
Gestalt zweier Radfahrer am Ende des Läuferfeldes. Die haben sogar
noch zwei Besen dabei und können weggeworfene Becher (und zusammengebrochene
Läufer) auf die Seite kehren.
Der Blick auf die Uhr zeigt mir, dass vielleicht eine Zeit um 1.25 Stunden
möglich ist. Doch für das letzte wellige Stück werde ich
einen Zeitpuffer brauchen. Auch weil der Halbmarathon nicht 21 Kilometer
hat, sondern noch 98 Meter mehr. Am Brückenanstieg muss ich noch
"beissen" und kann noch einen Gegner überholen - dann nach
der Linkskurve am Reduit Tilly vorbei hinein in den Klenzepark, wo die
Zielgerade im Endspurt beim Exerzierhaus endet. Ein Blick auf die Zieluhr
zeigt eine 1.25.05 Stunden. Jedem Finisher wird eine Medaille umgehängt,
das vermeintlich schwache Geschlecht bekommt eine Rose.
Im Zielbereich finden wir dann Mineralgetränke mit mehreren Geschmacksrichtungen,
dazu Äpfel, Orangen, Bananen und Melonen. Eine Massagemöglichkeit
für die geschundenen Muskeln ist auch angeboten. Den überreichten
Gutschein für die Pasta Party benutze ich bei der Siegerehrung.
Ergebnisse:
Gesamtsieger wird Dmytro Osadchy in 1.06.30 Std. vor Andrej Naumov (beide
Ukraine, 1.07.06), Christian Dirscherl (LG Doanu-Ilm, 1.08.54), Thomas
Straßmeir (LC Aichach, 1.12.01), Stephan Lamers (MTV Ingolstadt,
1.12.29) und Michael Sailer (TSV Neuburg, 1.13.13). Bei den Frauen gewinnt
Elena Fadeeva (Ukraine, 1.20.05) vor Susanne Zieg (1.22.26), Martina Zieg
(1.25.02), Petra Stöckmann (alle Viktoria Augsburg, 1.25.11) und
Birgit Nixdorf (MTV Ingolstadt, 1.27.39).
Die Freude ist groß, dass in der Mannschaftswertung der TSV Neuburg
den dritten Platz nach den Teams MTV Ingolstadt und Viktoria Augsburg
holt. Das "IZ Mercure"-Team war sehr zufrieden mit dem erreichten
17. Platz. Es konnte damit seine Leistung im Vergleich zum Vorjahr um
acht Plätze verbessern.
Fazit: Der Ingolstädter Halbmarathon ist eine gutorganisierte und
familiäre Laufveranstaltung, die gerade für Breitensportler
und Ersttäter auf der Halbmarathonstrecke prädestiniert ist.
Ergebnisse, Berichte, Fotos können im Internet unter www.halbmarathon-ingolstadt.net
eingesehen werden.
Anton Lautner
|