Testläufer berichten vom Heilbronner Trollinger-Marathon

Heilbronner Trollinger-Marathon

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen. Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln? Dann klicken Sie hier.

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running-pur ONLINE
Ein Beitrag von running-pur ONLINE

 


Bericht von Bernd Roser über den Heilbronner Trollinger-Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Bernd Roser][Timo Schmid][Martin Linek][Arno Ritter][Irene Süssmilch][Fritz Werner Müller][

Testbericht zum Heilbronner Trollinger-Marathon am Sonntag, den 29. Mai 2005

Etwa 4 Wochen vor dem 5. Trollinger-Marathon wurde ich von Running-Pur zu diesem Testlauf eingeladen. Kurz danach erhielt ich von den Veranstaltern meine Startmeldung zugesandt, nach dem ich zuvor meine T-Shirtgröße und die Kennnummer meines Zeitmesschips mitgeteilt hatte. Nach dem die Vorbereitung auf diesen Frühjahrsmarathon ­ ein 20 Wochenplan ­ vom Wetter her gesehen sehr gut lief, das Wetter war ja bis eine Woche vor dem Lauf von den Temperaturen her angenehm, konnte ich die letzte Woche vor dem Lauf noch wunderbar beim Wandern in Südtirol die Anstrengungen in der Vorbereitung abschütteln. Ich denke dieses war das beste Tapering für einen solch anspruchsvollen Berg- und Tallauf, für den dieser Lauf eben auch ­ neben dem Trollingerwein - so bekannt ist. Gegen 8.00 Uhr holte ich meine Startnummer ab. Zusätzlich erhielt ich ein Läufershirt, eine Flasche Trollinger und verschiedenes Werbematerial. Zufrieden, dass bisher alles geklappt hat, ging ich zum Auto zurück und zog mich nun um. Potentielle Scheuerstellen habe ich mit Vaseline gut eingecremt. Mit meiner Startnummer offiziell als Teilnehmer gekennzeichnet und mit einer Trinkflasche ausgerüstet ging ich zum Läufergottesdienst. Anschließend war Aufwärmen angesagt, ein paar Meter laufen, dehnen und zum Schluß ein so genanntes Warming up unter Anleitung und Musikbegleitung. Das Wetter, na ja nicht gerade so wie in der Vorbereitung, eher zu warm. Das Thermometer sollte bis auf 30 °C steigen.

Die Route für den Marathon ist seit der ersten Veranstaltung gleich geblieben: Gestartet wird direkt auf einer Neckarbrücke die ca. 200 Meter vom Zieleinlauf entfernt ist. Nach dem Start um 9.00 Uhr ging es auf zunächst fallender Strecke direkt am Neckar entlang in die Heilbronner City. Nach ca. 500 Metern überquerten wir den Neckar und in dem Start entgegen gesetzter Richtung lief es dann ­ leicht ansteigend - den Neckar entlang nach Heilbronn-Sontheim. Dort passierte ich die erste Getränkestation in Richtung Flein. Die Strecke zog sich über asphaltierte Fahrwege hinweg und blieb fast immer leicht ansteigend. In Flein wurden wir bombastisch und laut von vielen Zuschauern und einer nahezu volksfestmäßigen Stimmung empfangen. Dies lag wohl nicht nur daran, dass wir die ersten Läufer waren, die Halbmarathonläufer starteten ja ca. 1½ Stunde später. Nach dem wir Flein fast passiert hatten, stieg nun die Strecke immer stärker an, so dass ich von meinem Ausgangstempo fast eine Minute rausnehmen musste. Gut, dass ich meinen Herzfrequenzmesser zu Hause gelassen hatte, die Uhr hätte nun wohl nur unberuhigende, astronomische Werte angezeigt. Inzwischen war ich auch schon bei KM 7 angelangt und die folgenden 3 km sollte der erste von 2 anspruchsvollen Anstiegen sein. Die Sonne brannte nun schon ziemlich heftig und die vielen Wasserduschen wurden rege genutzt. Nun kam der erste Hammer: der Anstieg auf den “Haigern³, den von Weinreben übersäten Hausberg bei Flein. Viele von uns hatten nun das Tempo drastisch zurück genommen, auch die Gespräche zwischen den Läufern wurden leiser oder verstummten. Ich war wirklich froh als ich auf dem Gipfel dieses ersten markanten Punktes ankam. Wohltuend waren die Anfeuerungsrufe der Zuschauer auf dem Gipfel und das Gefühl, dass es nun erst mal bergab ging. Nun konnte ich es laufen lassen. Hinab ging es nach Talheim, wo die Halbmarathonstrecke nun in Richtung Heilbronn abzweigte. Für mich ging es nun jedoch weiter nach Lauffen. Bei km 15 mitten in Lauffen nahm ich die ersten Drinks (Wasser) zu mir, nachdem ich die bis dahin mitgeführte Trinkflasche geleert hatte. Die Stimmung war bombig, die Leute am Wegesrand feuerten uns an und erste Kinderhände suchten eifrige Abklatschpartner.

Die Strecke aus Lauffen raus führte uns jetzt durch das Industriegebiet. Bei km 18 ging es dann entlang der Landstraße leicht ansteigend nach Brackenheim-Hausen. Da zeitweise nur ein schmaler Gehsteig zum Laufen zur Verfügung stand, musste ich mich mein Tempo etwas rausnehmen. Das war auch gut so, mittlerer weile war einem die Hitze doch etwas lästig geworden. Bei KM 20 in Hausen lag ich nun schon über 5 Minuten hinter meinem Zeitplan zurück. Die Hitze war inzwischen unerträglich geworden. Die Stimmung unter den Läufern war dank der vielen Zu- und Anfeuerungsrufe aber immer noch recht gut, wenngleich die ersten Läufer durch Gehen bzw. Stehen bleiben, erste Ermüdungserscheinungen vermuten ließen. Ich muss gestehen, auch mir fiel es nunmehr immer schwerer der Versuchung stehen zu bleiben zu widerstehen. Die Strecke stieg weiterhin an und es wurde nun auch immer wärmer und die Sonne brannte zunehmend stärker. Wie willkommen waren dann doch die vielen Zuschauer und bei km 25 die vielen guten Zurufe in Brackenheim. Nach dem Ortsausgang von Brackenheim wurden wir per Schlenker über den Hof einer Weingärtnerei geführt. Dort wurde den Läufern auch Wein kredenzt, ob das wohl als Doping durchgeht? Nun aber wurde es grausam: nach ungefähr 500 Metern verließen wir die Hauptstraße und es ging nun 500 Meter steil bergauf. Kurz vor dem Anstieg traf ich auf meinen Arbeitskollegen Klaus Sommerfeld, der mir ­ vereinbarungsgemäß - ein Gebräu aus Cola und Wasser reichte. Dank an dieser Stelle. Viele legten jetzt erst mal den ersten Gang ein, ein Läufer vor mir lief sogar rückwärts bergauf. Er war dadurch auch nicht langsamer und konnte damit wohl seiner Muskulatur etwas wohltuende Abwechslung bieten. Den Gipfel dieses zweiten großen Bergs bei km 27 passierte ich gehender weise. Meinen Zeitplan hatte ich nun endgültig verworfen. Ab jetzt ging es steil abwärts nach Neipperg und nach dem Höhenprofil konnten die restlichen 15 km nicht mehr so schlimm sein. Ab jetzt wollte ich es so laufen lassen, wie es einfach nur geht. Mein Musikabspielgerät als Stimulationsmittel hatte mir schon in der Vorbereitung immer gute Dienste geleistet, also setzte ich kurzerhand die Ohrhörer ein und schaltete nun auf meditativen Lauf um. Ab jetzt lief alles wie in Trance; nachdem ich mir an der Verpflegungsstation bei km 30 mein Energiegel einverleibte, erlebte ich die Zuschauer und das gesamte Geschehen wie in einem Film. Die Passage durch Nordhausen war einfach gigantisch. Die Zuschauer feuerten uns an, wie wenn wir die Spitzenläufer dieser Welt wären. Gänsehautgefühl! Die leicht ansteigende, gerade Verbindung zwischen Nordhausen und Nordheim stellte dann den ruhigen Kontrast dar. Einsame Läufer die ihrem Schicksal ergeben gen Zielort streben. Nichts und niemand kann sie mehr davon abhalten. Nach Nordheim ein letzter Anstieg und dann hinab nach Heilbronn Klingenberg. Dort bei Km 37 plötzlich eine wundersame Vermehrung der Läufer? Alles klar! Hier mündete die Halbmarathonstrecke in die Hauptstrecke ein. Die Einsamkeit des Langstreckenläufers war nun Vergangenheit. Auch die Zuschauerdichte stieg. Nach dem letzten kleinen Anstieg auf die Neckarbrücke passierte ich nochmals die Startlinie und schwebte dann wie erlöst ein ins Frankenstadion. Dort erhielt ich meine Medaille umgehängt und war einfach nur froh diesen Hitzelauf überhaupt durch “gestanden³ zu haben.

Eine Anregung an die Veranstalter des Trollinger-Marathons: ich hatte gehofft nach dem Zieleinlauf durch Tochter und Frau empfangen zu werden. Dieses war jedoch nicht möglich, da Läufer und Zuschauer im Stadion durch streng bewachte Barrieren voneinander getrennt waren. Hier sollte eine offenere, familiärerer Atmosphäre geschaffen werden. Der “Trolli³ könnte damit auch seinem Ruf als Kontrastveranstaltung zu den größeren Laufveranstaltungen besser gerecht werden. Vielleicht wäre eine Verlagerung des Zieleinlaufes außerhalb des Stadions angebracht?

Ich danke allen Teilnehmern des Trollinger-Marathons, ob aktiv, passiv oder sonst wie für dieses tolle Lauferlebnis. Besonderer Dank gilt allerdings meiner Frau Susanne für ihr ausdauerndes Verständnis ob der unzähligen Stunden meiner Abwesenheit für dieses Hobby. Ein letzter Gruß geht an natürlich an Running-Pur und alle seine Leser.

Bernd Roser


Bericht von Timo Schmidüber den Heilbronner Trollinger-Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
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Zahlreiche lautstarke Zuschauer die motivierende Sprüche hatten

Die Vorbereitung auf den Halbmarathon ging am 23.5.05 in die Endphase. Das erste mal lief ich die Heilbronner Strecke bis km 15 zum testen ab nachdem ich sie tags zuvor mit dem Fahrrad abgefahren hatte. Das Profil stellt sich hüglig dar, die Strecke ist teilweise recht eng. Den Rest der Woche fieberte ich meinem ersten Start bei einem Halbmarathon entgegen, das Trainingsprogramm reduzierte ich. Der Startschuß war für den Halbmarathon war für 10:30 Uhr geplant, die Marathoniken wurden bereits um 9 Uhr auf die Strecke geschickt. Gestartet wurde in 4 Blöcken im Abstand von 3 Minuten damit die über 5000 Starter sich nicht zu sehr in die Quere kamen. Punkt 10:33 Uhr setzte sich unser 2. Startblock bei gemessenen 30 Grad gemächlich in Bewegung. Durch die Allee der Badstrasse setzte sich der Troß in Bewegung Richtung Götzenturm an dem man auf die andere Neckarseite wechselte. Am Neckar entlang führte uns die Strecke bis ca. km 3,5. Dort passierte man den Ortsteil Sontheim wo man schon von weitem durch lauten Jubel auf die tolle Stimmung in den engen Gassen aufmerksam gemacht wurde. Endlich km 5: die 1. Wasserstelle. Schnell wurde der mitgeführte Schwamm getränkt, die Wasserflasche gefüllt und weiter ging es Richtung Flein. Die Sonne brannte unerbittlich auf der sich wenig Schatten bietenden Strecke die am Fleiner Sportplatz Richtung Stadtmitte abbog. Eine Scheiß Schinderei denke ich aber es muß weiter gehen.Auch hier säumten zahlreiche Zuschauer die abgesperrte Strasse, Anwohner hatten Duschen und Wassereimer aufgestellt. Am Kreisverkehr bog man Richtung Haigern ab, die Strecke stieg an bis zum Ortsausgang Flein. Rechts der Strasse konnte man schon erahnen wo die Strecke hinführt: hinauf auf 266
Meter, den höchsten Punkt des Halbmarthon, dem Haigern und der 10 km-Marke. Schnell nochmals den Puls kontrolliert: 170 Schläge pro Minute, ein wenig Tempo rausnehmen um an der ca. 1km langen Steigung nicht zu hoch zu kommen. An der Abzweigung ab in die Weinberge den Haigern hinauf. Auch hier zahlreiche lautstarke Zuschauer die motivierende Sprüche auf den heißen Asphalt gezeichnet hatten. Endlich die "Kotzgrenze" ist erreich fast die Hälfte der Strecke bewältigt. Vorbei an den Weinberg steil hinab nach Talheim endlich 2 km nur bergab gut zum Erholen und ausgiebig zu trinken. Im Tal wieder Hunderte an der Strasse, Applaus, die La-Ola macht die Runde. Im Schutze der Schatten spendenden Bäume am "Rauhen Stich" vorbei geht's zum Steinbruch km 13 wird passiert noch ist alles im grünen Bereich. Jetzt wird die Strecke eng es geht durch den Wald vorbei am historischen Friedhof bis nach Horkheim. Auch hier wird man toll empfangen noch 6 km dann ist es
vollbracht. Vorbei an der Blasmusik geht es über die Staustufe und den Nebenarm des Neckars nach Klingeberg. Es ist fast 12 Uhr, der Planet brennt erbarmungslos. Die kerzengerade Strecke nach Böckingen zieht sich der Pulmesser immer noch bei 170, die Stoppuhr bei 1:35. Jetzt laufen nur noch die Füße der Kopf ist leer.Nur noch trinken und laufen.Erste Ausfälle werden am Straßenrand von Sanitätern versorgt.Böckingen wird passiert, endliche die Unterführung. Dunkel, kühl ich laufe wie in Trance noch ein starker Kilometer. Auf der neuen Böckinger Brücke hörte man schon den Lärm vom
Stadion. Die Stoppuhr zeigt irgendwas bei 1:50. Geil denke ich es könnte klappen mit unter zwei Stunden.Jetzt geht's auf zum Zieleinlauf. Begleitet vom Jubelsturm der vor dem Marathontor stehenden biege ich ein in Richtung Stadion. Ich kann das Ziel schon sehen, letzte Kräfte werden mobilisiert. Ein, zwei Läufer überhohle ich noch dann ist es vollbracht 21,1 km. Zielzeit exakt 1:55:00.


Bericht von Martin Linek über den Heilbronner Trollinger-Marathon
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Heißes Pflaster beim Trollinger in Heilbronn

Viele Laufsportveranstalter halten ihr Event für „mit der Region verankert“. Kaum irgendwo trifft dieses Prädikat jedoch so passend zu wie beim Trollinger-Marathon in Heilbronn und den benachbarten
Weinorten. Dokumentiert wird dies durch die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit, die Begeisterung und die Unterstützung, nicht zuletzt durch eine kaum mehr zu zählende Anzahl von privaten Wasserstellen und Abkühlungsmöglichkeiten per Dusche, Gartenschlauch, oder Spritzpistole, was beim heißesten Trollinger bisher mit Temperaturen von bis zu 35 Grad im Schatten auch vonnöten war. Schon um 8.30, also eineinhalb Stunden vor dem Start des ca. 1000köpfigen Marathonfeldes zeigte das Thermometer über 20 Grad an. 780 Läufer beendeten die Marathondistanz, davon 99
Frauen. Während also beim Marathon die Teilnehmerzahlen seit der Premiere vor 5 Jahren um über 20% sanken, wies der Halbmarathon mit über 5000 Startern neue Rekordzahlen aus. Über 320 Teilnehmer waren bisher bei allen Veranstaltungen mit von der Partie und bekamen zum Dank ein spezielles Jubiläumsshirt. Für alle anderen gab es bereits mit der Startnummer eine Flasche des Produktes welches der Veranstaltung den Namen gab, sowie ein hochwertiges Baumwollshirt, gegen einen Aufpreis von 12 € konnte stattdessen ein Funktionsshirt erworben werden. Kuriositäten um die Sieger sind auch schon Tradition, vor zwei Jahren blieb der polnische Sieger minutenlang vor dem Ziel stehen um sich die Hürde für eine erneute Brechung des Streckenrekordes im Folgejahr nicht
zu hoch zu legen, letztes Jahr rollte der Sieger Helmut Schießl das Feld von hinten auf. An Streckenrekorde war dieses Jahr nicht zu denken, kontrovers diskutiert wird jedoch im Forum der Homepage der Start und Sieg der beiden jungen kenianischen Läufer Kibor und Kiprop die für das intersport saemann team starteten. Nichts zu diskutieren gab es bei der schnellsten Frau, Laufsportlegende Birgit Lennartz die, mittlerweile als Hobbyläuferin, in 3.27 die Konkurrenz für sich entscheiden konnte. Ebenfalls mit intersport saemann shirt startete Sabine Schneider, Marathonsammlerin aus dem Westerwald, der, da ohne Laufschuhe angereist, selbstlos vom intersport saemann team geholfen wurde. Sie hat jetzt ein neues Paar Laufschuhe in ihrer Kollektion, ein Laufshirt mit ihrem Namen bedruckt, ein Vorurteil weniger (von wegen, die Schwaben sind geizig!) und ihre Story vom sympathischen Saemann team war schon vor dem Start in aller Munde. Die Strecke des Trollinger Marathons, ganzjährig gekennzeichnet und weitestgehend auf sehr gut ausgebauten Wirtschafts- und Radfahrwegen verlaufend, ist auch bei normalen Temperaturen nicht zu unterschätzen. Die mittlerweile bekannte „Kotzgrenze“ in den Weinbergen nach dem Anstieg aus Flein ( es sind „nur“ 120 Höhenmeter) und der permanente Anstieg zwischen km 15 (Lauffen am Neckar) und km 28 (Neippberg) machen Angriffe auf persönliche Bestzeiten von vorneherein schwierig. Die Versorgung ist überaus reichlich, das Angebot der Trollinger- Verkostung an den Verpflegungsstationen wird dieses Jahr wohl hitzebedingt weitgehend abgelehnt, Sportsfreunde, die konsequent das Angebot annahmen sind am Ende nicht in der Ergebnisliste zu finden. Ein ewig lang erscheinender Zielkanal, bis zu Ende gut mit Zuschauern und Fans flankiert und der Einlauf im Frankenstadion braucht den Vergleich mit den großen Events nicht zu scheuen. Schön die Aktivenzone im Ziel mit Versorgungsständen, Massage, Kneippmobil und Ruhezone. Bis Lüdenscheid hat sich der Trollinger schon rumgesprochen, die dort ansässigen „Turboschecken“ waren heuer hier mit 20 Läuferinnen und Läufern auf Betriebsausflug und werden sicher nächstes Jahr begeistert wiederkommen. Fazit: nach 5 Jahren den Kinderschuhen entwachsen, uneingeschränkt empfehlenswert.


Bericht von Arno Ritter über den Heilbronner Trollinger-Marathon
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5. Trollinger-Marathon am 29. Mai in Heilbronn

Nachdem ich den ersten Trollinger-Marathon 2001 schon gelaufen war, wollte ich nun die geänderte halbe Disziplin ausprobieren. Die separate späte Startzeit kam mir gelegen, weil ich somit bequem mit der Stadtbahn aus Karlsruhe anreisen konnte. Mit den Unterlagen und dem Lageplan stellten sich keine offene Fragen mehr. Alles spielte sich beim Frankenstadion am Neckar mit reichlichen Parkplätzen ab. Trotz großer Fläche ging es bei Organisationszelt, Taschenaufbewahrung, Umkleide- und Duschgelegenheit sehr eng zu. Im Zielbereich kamen später kaum noch die Rettungswagen durch.

Um 10:30 begann für den Halbmarathon (3500 Teilnehmer) die große Hitzeschlacht, mit über 30°C war es eine gewaltige Herausforderung. Mit viel Beifall spulten wir in der Stadt die ersten 5 Kilometer am Neckar herunter. Heute musste ich die “Sahara-Strategie³ (besonders viel trinken) anwenden. Jeder Schatten wurde ausgenutzt, denn man schwitzte mehr als man trinken konnte. Dann stieg die Strecke langsam an und ging ab Kilometer 8 steil in die Weinberge um 100 Meter hoch. Wie etliche Teilnehmer wechselte auch ich kurz in einen Gehschritt. Die folgende “Abfahrt³ gönnte dem Pulsschlag eine kleine Ruhepause. Allein die Hitze schon trieb die Pulsfrequenz in die Höhe. Wenn auch die strahlende Sonne den Trollingerreben gut tat, uns setzte sie hart zu. Bei jeder Wasserstelle, sie waren reichlich vorhanden, trank ich gleich zwei Becher im Gehen aus. Andere nahmen nur einen Becher Wasser und liefen an mir vorbei. Das Wasser spielte bei diesem “Wüstenrennen³ eine Hauptrolle. Zum Glück halfen die Zuschauer mit ihren Gartenschläuchen kräftig nach und die zahlreichen Wassereimer wurden für die Schwämme gerne benutzt. Nun strebten wir fast eben der Stadt entgegen. Wieder feuerten uns begeisterte Zuschauer an oder spritzten mit dem Wasserschlauch. So eine Berieselung war eine richtige Wohltat. Wie schon der Name “Trollinger³ verrät, handelt es sich um einen Weinmarathon, da durften Weinfeste entlang der Strecke nicht fehlen. Doch wir enthielten uns der kostenlosen Proben und holten es lieber zu Hause nach. Auf den letzten Kilometern vermischten wir uns mit den Marathonis, doch die elektronische Zeitmessung sorgte schon für Ordnung. Jetzt schlug das “Sahara-Gesetz³ zu und einige Teilnehmer machten schlapp. Somit konnte ich einige Läufer überholen und erzielte ungewollt eine gute Platzierung (Jg. 39). Noch eine halbe Runde im Stadion und das Wasser floss in Strömen. Den ersten Platz belegte

Collins Kiber vom Team Fila trotz Hitze mit einer Zeit von 1: 09 Std.

Jeder Finisher bekam eine Medaille, ein T-Shirt und eine Flasche Trollinger.

Kilometerangaben, Wasserstellen und Zielverpflegung waren bestens organisiert. Leider hatte das Rote Kreuz viel zu tun. Am Veranstalter lag es nicht - zum Lauftraining gehört eben auch eine realistische Selbsteinschätzung! Alle Ergebnisse sind unter www.trolinnger-marathon.de <http://www.trolinnger-marathon.de/> zu finden.

Arno Ritter, Karlsruhe


Bericht von Irene Süssmilch über den Heilbronner Trollinger-Marathon
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Hinterher sagte ich nur noch: "Es war die Hölle! Und ich bin stolz, hindurch gekommen zu sein"

Meine Anmeldung zum Trollinger-Marathon war ja schon am 31.Jan 2005 geschehen, ich wollte auch dieses Mal unbedingt wieder dabei sein. Die Eindrücke, welche schon die Jahre zuvor auf mich einstürmten, wollte ich mir keinesfalls entgehen lassen.
Auf der Trollinger-Homepage las ich 3 Wochen vor dem Ereignis vom Testläufergesuch und trotz dass ich schon angemeldet war und sowieso nicht dachte, als Tester angenommen zu werden, schrieb ich meinen sportlichen Werdegang nieder. Ein paar Tage später kam das Ok. Und ohne großes Aufhebens regelte sich auch das mit dem Startgeld zwischen mir und dem Marketingbüro.Was nicht immer als selbstverständlich zu betrachten ist. Ein paar Tage vor dem grossen Lauf konnte man auch die ungefähren Wetterbedingungen festmachen, ausgerechnet bis dahin stiegen die
Temperaturen in sommerliche Höhe, Abkühlung war nicht zu erwarten. Und ich wusste, dass es hart werden würde. Aber so hart?
Am Tag vor dem großen Ereignis konnten wir Ortsansässigen uns schon um die Abholung der Startnummer, das zugehörige T-Shirt und die obligatorische Flasche Wein kümmern. Alles um und auf dem Frankenstadiongelände war in Aufbruchstimmung, es wuselte und es arbeitete, damit ja alles rechtzeitig fertig wurde und auch ich nahm die letzten organisatorischen Hürden in Angriff, damit am nächsten Morgen alles glatt laufen konnte. Denn wie schnell hatte man das Eine oder Andere in der Aufregung vergessen oder gar nicht wahrgenommen. Zb hatte man mit der Teilnahme nun auch Anspruch auf die öffentlichen Verkehrsmittel, für uns aus der Nähe kommenden natürlich gut nutzbar und für das Parkplatzangebot, auch wenn das Gelände hierfür entlang der Badstraße und auf der Theresienwiese ziemlich aufnahmebereit ist, doch eine Entlastung, damit die vielen Auswärtigen noch eine reelle Chance haben. Als Zweites war die Getränkeabgabe zu klären, auch wenn ich es schon im Vorjahr in Anspruch genommen hatte. Vielleicht wurde es ja geändert? Aber dem war nicht so, was ich sehr gut finde. Hier in Heilbronn darf man auch als nicht zur Spitze gehörender seine eigene Getränkemischung abgeben, mit Startnummer und Kilometerangabe vesehen, und wenn man sie am Startmorgen bis 8 Uhr abgibt, kann man sicher sein, an der jeweiligen Station seine Flasche
austauschen zu können, so dass man nicht auf diese Trinkbecher angewiesen ist. Ich persönlich nippe nur daran, den Rest schütte ich mir eh nur ins Gesicht, ist halt nicht jedermans Sache.
Für mich war soweit alles geklärt, ich konnte wieder nach Hause gehen, nahm meine eigene Vorbereitung in Angriff. Beim Sportgelände war aber noch lang nicht Schluss, am späten Nachmittag wurde ja schon zur Nudelparty am nahegelegenen Neckar auf dem Schiff geladen. Am nächsten Morgen konnte ich alles ruhig angehen lassen. Zu ruhig erstmal. Noch rechtzeitig traf ich ein, machte mich fertig undgab meine Tasche zum Aufbewahren ab.
Kurz vor 9 Uhr suchte ich meinen Startblock auf der Böckinger Brücke auf, wo der Startschuss erfolgen sollte und kam gerade noch pünktlich; gehöre schon immer zu den "Auf den letzten Drücker", umso größer dann auch die Hektik und die Aufregung. Andere hatten die Zeit bis dahin für die Kurzandacht und das Aufwärmprogramm genutzt.
Schon ging es los. Noch die letzten Glückwünsche untereinander, wir wollten schließlich alle gut ankommen und hatten alle dasselbe Leid. An diesem Tag sollte es besonders schlimm werden. Der Pulk setzte sich in Bewegung, die Aufregung verflog sich im motorischen Ablauf des eigenen Körpers und man fühlte sich kräftig und stark genug, um die Strapazen bewältigen zu können. Nach einem halben Kilometer zur Stadt hin, überquerten wir die Götzenturmbrücke und liefen am entgegengesetzten Neckarufer wieder an den Zuschauern quasi vorbei. Für diese muss der Anblick gigantisch sein, wie sich der lange Lindwurm entzerrt, sich auch schon schnell die Spitze abgesetzt hat.
Es ging leicht aufwärts nach Sontheim und weiter nach Flein, überall säumten an diesem frühen Sonntagmorgen schon die Anwohner die Straßen, spendeten den ersten Beifall, die ersten Wasserduschen, die ersten Musikeinlagen an diesem Tag. Sie hatten noch viel vor sich, nicht nur wir Läufer.
In Flein war der Empfang besonders heftig, überall bis zum Ortsausgang feierten uns die Leute, wieder Musik, Rätschen, Geklatsche und im Ortsinneren war ein Durchgangstor aufgestellt, dort besonders dichtes Gedränge, es war wie der Einzug der Gladiatoren, so fühlte ich mich. Der Anstieg nahm zu, nur leicht, aber merklich. Dann kam er. Der erste gefürchtete Berg, noch hörte ich von ein paar Mitläufern freundlich ein "Guten Morgen" zu den am Wegesrand Stehenden. Und dachte bei mir, " es wird euch schon noch vergehen". Immer wieder konnten wir die allseits bekannten
Spruchparolen unter unseren Füssen lesen. Dann die erlösende "Kotzgrenze" in grossen Lettern. Es war geschafft, der Berg erklommen, nun hatten wir gesamte 10km hinter uns, es war nicht mal 10 Uhr, aber das Thermometer stieg und stieg, schnell an diesem ach noch so schönen Tage. Der Empfang war auch hier gigantisch und die Helfer an der dritten Wasserstelle, bzw zweiten Verpflegungsstation, hatten alle Hände voll zu tun. Nun ging es abwärts, im Vorjahr konnte ich es hier laufen lassen, nun war ich vorsichtig, zu wichtig die Kräfte hauszuhalten. Meine Mitstreiter taten es mir gleich, wir waren uns der noch kommenden Strapazen bewusst. In Talheim unten angekommen zweigte sich nun der Weg, unsere Strecke führte links weg, die später nachkommenden Halbmarathonis durften rechts abbiegen. Auch hier Musik, Menschentrauben, ein Gejubel, wie es schöner nicht sein kann, man fühlt sich immer als Sieger, egal wann man am Ende ankommen wird.
Die Häuserfronten am nächsten Anstieg zum Ortsausgang von Talheim schenkten erfreulichen Schatten und dankbar nahmen wir jede Wasserspende zum Abkühlen an. Richtung Lauffen sollte es nicht mehr soviele Möglichkeiten geben, eine Wasserstelle, aber die Leute waren nun rarer gesät, einsam spielte ein alter Mann auf einem Instrument, ich dachte an eine Münze in einen obligatorischen
Hut als Dank. Dann ging es wieder abwärts und auch hier in Lauffen waren wir sehr Willkommen und wurden Bestens versorgt. Wir verließen die Ortschaft, auf ging's zur nächsten. Noch war mir nicht bewusst, dass die Hitze angestiegen war, noch war man genügend abgelenkt, doch auf der ziemlich einsamen Strecke nach Hausen sollte sich dies ändern, schon das Jahr zuvor verlor ich meinen kräftigen,gleichmässigen Takt entlang der Bundesstraße nach besagtem Hausen.
Das Feld zieht sich nun sehr in die Länge, 16km hatte ich noch mit 1 1/2 Stunden hinter mich gebracht, alles war noch ok, die an meinen Waden tippenden Schritte einiger Mitstreiter konnte ich noch ca 2km auf der immer wieder leicht ansteigenden Strecke hinter mir halten. Doch den nächsten länger anhaltenden Anstieg in der nun spürbar werdenden Hitze fiel ich etwas zurück, mein Tempo konnte ich einfach nicht mehr halten. Auch wenn die Beine nicht schwer wurden, so spürte ich heftigst die Muskeln, sie wurden immer härter ohne zu verkrampfen. An zuwenig Flüssigkeit und Mineralien konnte es nicht liegen, mir kam mein Zeugs schon bald zu den Ohren raus. Frustriert musste ich es hinnehmen, nun wieder von ein paar überholt zu werden. In Hausen war es ziemlich still, doch auch hier hatten ein paar Leute Mitleid mit uns, schenkten uns das begehrte Nass, endlich, nun nach den sehr einsamen Kilometern. Und auch die nächste Verpflegungsstation versprach Wasser. Fast gierig tränkte ich meinen Schwamm und auch der gereichte Becher war nicht zum Trinken gedacht. Am liebsten hätte ich darin gebadet. Dann kam auch die Halbzeitnahme und trotz meines Abfalls lag ich nur knapp über 2 Stunden.
Die nächsten Kilometer versprachen nichts Gutes, ich wusste ja was noch kam, weitere Steigungen und der heftige Anstieg zum Hörnle und behielt einfach mein gemäßigtes Tempo bei. In Brackenheim, zur Weingenossenschaft, den Berg hinauf, in Neipperg, auffallend weniger Menschen, die uns weiter anfeuerten, ihnen war es wohl auch zu heiß, sie konnten der Sonne entfliehen. Dann, auf den weiteren sich ewig hinziehenden 5 Kilometer nach Nordhausen, kam immer wieder ein älterer Mann per Rad vorbei, wollte seine Ladies, die er laufen ließ, zügeln, ermahnte sie immer wieder und ich war etwas neidvoll, des etwas schnelleren Schrittes, den sie hatten. Doch noch war es nicht zu Ende. Einsam waren die Ordner und Sanitätskräfte postiert, auf den Strecken
zwischen den Dörfern waren sie fast die Einzigen, die uns immer wieder ermunterten. Ich starrte fast nur noch vor mich auf den dahinziehenden Weg, stoisch ertrug ich die quälenden Schritte und hoffte auf das nächste Wasser, das es zwischen Neipperg und Nordhausen bei 30 Kilometern gab. Langsam hatte ich mich auch wieder erholt, die Steigungen lagen hinter uns, nun ging esabwärts, doch auszunutzen war es bei der Hitze nicht. In Nordhausen dann wieder bombastischer Empfang und viel, viel Wasser. Auch die Ladies konnte ich erspähen, denn wie viele andere nutzten auch sie
die Station zum kurzen Halt. Ich lief vorbei, hatte sogar vergessen, dass hier meine Getränkeflasche auf mich wartete, ein junges Mädchen vom Trolli-Team rief mir schon entgegen. Das war super! Im Weiterlaufen tränkte ich wie schon so häufig den Schwamm in den aufgestellten Eimern und nahm auch sonst jede Abkühlung entgegen, sei es aus Schläuchen, Duschen, Wasserpistolen. Also in den ganzen Ortschaften gab es immer reichlich davon, da konnte die Sonne einen so schnell nicht mehr trocknen. Den Nachteil den man durch ständiges Nass erleiden kann, machte sich dann auf der ewig scheinenden Strecke ins doch so nahe Nordheim bemerkbar. Die Fusssohlen brannten, aufgeweicht in feuchten Socken, eine Blase hatte sich scheins auch gebildet und kurzweilig kam ich aus meinem Rhytmus, wollte den schmerzenden Stellen durch anderes Auftreten ausweichen, aber es war egal, es brannte überall. Ich musste schlimm aussehen, mit qualvollem Blick, jeden weiteren Meter erkämpfend, als es dann in Nordheim den Berg hinab ging, Polizeikräfte, Ordner, Sanitätsleute und Zuschauer meinen Weg säumten und ich mich an den Hitzelauf, lächerliche 10km, hier in Nordheim, um die selbe Zeit ein Jahr zuvor, erinnerte.
Im Stadtkern waren wieder alle auf den Beinen, gleichzeitig zum Trollinger nutzte dieses Städtchen zum zweiten Mal den Tag zur festlichen Zusammenkunft mit Brunnenfest und verkaufsoffenem Sonntag. Leider konnte es mir wohl nicht mehr so recht gelingen, auf die hier anspornenden und sehr gutgemeinten Zurufe mit freudigem Winken zu reagieren. Im Moment fühlte ich mich ganz und
gar nicht als Held, wie man es doch sonst so oft empfindet, wenn man dem Ziel immer näher kommt und ein jeder einem zujubelt. Es waren noch 7km. Und es war 12:30 Uhr. Die Kirchturmuhr verriet es mir. Ich hatte viel eingebüßt und ich konnte es nicht mehr einholen und es schien ewig weit. Gleichzeitig musste ich aber froh sein, überhaupt so gut dazustehen, halt, zu laufen, denn den fast letzten Anstieg, nun aus Nordheim raus, gingen die meisten nur noch.
Irgendwie schaffte ich es nach Klingenberg, es ging wieder bergabwärts, im vorsichtigen Laufschritt, alles tat so unglaublich weh, doch dann im Ortskern machte sich ein wahnsinns Gefühl breit. Menschentrauben, Musik, Geklatsche, Gejubel und die Zusammenführung von Marathonis und Halbmarathonis und ich würde lügen, würde ich leugnen, wie sich in mir triumphales Lächeln regte und das Bewusstsein wieviel an Strapazen ich nun hinter mir hatte und munter an allen vorbei rennen konnte, nahm mir sogar die ganzen Schmerzen, ich spürte nichts mehr, wollte nur rennen und die
ganze Strecke nach Böckingen und zum Ziel, wurden wieder zu den rauschendsten 5 Kilometern. Denn wie im Vorjahr säumten soviele Leute den restlichen Weg, wieder Geklatsche, Geduddel, Gejodel und das Adrenalin schießt einen nochmal vorwärts. Man fühlt sich einfach gefeiert. Auf der Brücke dann, da wo alles begann, hörte ich Anfeuerungsrufe mit meinem Namen, wusste nicht wer mich alles rief, nahm kaum noch etwas anderes als diesen Zeileinlauf wahr, wie ich nochmal alles aus mir rausholte und wie stolz ich wieder auf meine farbig unterlegte Nummer war, das Zeichen der
Marathonis. Und stolz eine Frau zu sein.

Was das Tolle an unserem Trollinger Lauf für mich ist? Es kommt einem Riesenfest gleich, alle Anwohner, alle Familienmitglieder sind integriert, überall und jeder der Läufer, egal an wievielter Stelle, wird bejubelt, alle helfen, wenn es drauf ankommt an den Verpflegungsstationen, bald jeder trägt irgendwie dazu bei, in diesem Jahr speziell mit zusätzlicher Wasserversorgung. Und überhaupt ist die Versorgung gigantisch, dank der Sponsoren, die der Veranstalter "Heilbronn" sich an Bord geholt hat. Selbst vergessene Turnschuhe waren diesmal kein Desaster, sofort half ein Sponsor, ein hiesiges Sportgeschäft, aus der Bredouille. Und Lob natürlich auch den Sanitätsdiensten, die nicht nur versorgten, sondern sogar ein Leben erfolgreich retteten. Und Dank an die vielen, vielen Kräfte, ohne die jede der insgesamt 16 Stationen rettungslos, angesichts der Riesendimension von Läufern, überfordert wäre. Und Danke einfach an den Veranstalter, dass er sich überhaupt, nun in 5.ter Folge, dieser Aufgabe stellte!
Ich freue mich auf nächstes Jahr.


Bericht von Fritz Werner Müllerüber den Heilbronner Trollinger-Marathon
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Das klappte wie am Schnürchen

Die Anmeldung im Vorfeld verlief unbürokratisch und dennoch professionell. Per e-mail wurde die T-Shirt-Größe angefragt. In der Antwortmail teilte ich gleich noch meine Champion-Chip Nummer mit und ein paar Tage darauf erhielt ich auch schon die Teilnahmebestätigung. Ebenfalls lobend zu erwähnen sind die angebotenen Trainingsläufe an vier Samstagen im Vorfeld des Marathons.
Dort zum einen die Strecke kennen zu lernen und zum anderen von den Erfahrungen anderer Läufer zu profitieren, finde ich eine gute Sache. Leider hat es mir zeitlich nicht gereicht, an einem solchen Training teilzunehmen. Bei den Teilnehmerunterlagen gab’s das T-Shirt zum Lauf. Optional konnte man auch ein Funktions-Shirt erwerben. In der Tüte gab’s noch einen Schwamm, sowie eine Flasche Trollinger und eine Power-Box, über deren Zweck ich mir nicht ganz sicher bin. Ich nehme an, sie ist als Vesperdose gedacht. Vor dem Start von Marathon und Halbmarathon gab es jeweils noch eine kurze Andacht. Auch dies ein sinnvolles Angebot, da die Läufe wie die meisten anderen zur sonntäglichen Gottesdienstzeit stattfinden. Die Temperaturen am Sonntag waren zum Glück nicht ganz so hoch wie am Samstag. Laut Wettervorhersage sollte es bewölkt sein. Jedoch zeigte sich kein Wölkchen am Himmel und die Thermometer zeigten 30 bis 34Grad. „Trinkt reichlich, schaut nicht so sehr
auf die Zeit!“, betonte der Sprecher im Vorfeld des Starts. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl von über 5100 erfolgte der Start in vier verschiedenen Leistungsblöcken. Die Schnellsten starteten punkt 10:30, die schnellen Schnellen drei Minuten später, die Schnellen weitere drei Minuten später und unser Block setzte sich etwa gegen 10:45 in Bewegung über die Startlinie. Beim Start und trotz der hohen Temperaturen starteten einige Läufer in Verkleidungen oder mit großen Flaggen, so dass es wirklich ein buntes Läuferfeld war, das sich zwischen 10:30 und 10:50 auf die 21 km lange
Strecke machte. Phantastisch und besonders lobend zu erwähnen, die Zuschauer und Anwohner, die die Läufer entlang der Strecke anfeuerten, aufmunterten, Wasser für die Schwämme zur Verfügung bereitstellten oder gleich mit dem Wasserschlauch, Dusche oder Rasensprenger den Läuferinnen und Läufern Erfrischung und Abkühlung boten. Mein besonderer Dank gilt den beiden
Familien, die zwischen km 5 und km 8 spontan das eigene Mineralwasser aus dem Keller holten und den Läufern in Plastikbechern ausschenkten. Als unser Teilnehmerfeld nämlich die erste Getränkestation bei km 5 erreichte mussten wir hören, dass es kein Wasser mehr gibt und auch bei der zweiten Station gab es nur noch Trollinger im Ausschank, und das obgleich einer der
Sponsoren ein Mineralbrunnen ist!!! Auch eine Motivation, für den nächsten Lauf besser zu trainieren ;-), um die Verpflegungsstationen früher zu erreichen. Offensichtlich hat der Veranstalter nicht mit dem Durst der Läufer auf den ersten Kilometern gerechnet. Dann der Anstieg auf die höchste Erhebung, landschaftlich sehr schön durch Wiesen und Weinberge, leider auch in der prallen Mittagshitze. Auch hier wieder vereinzelt Privatpersonen, die einem Getränke anboten, aber oben auf dem Haigern bei km 10 sollte es ja Verpflegung und Getränke geben. An der höchsten Stelle angekommen hatte die Band zur linken Band bereits abgebaut, vermutlich wurde es denen zu heiß. Die tapferen Zuschauer am Rande gaben uns einen warmen Empfang und spendeten aufmunternde Worte: „Ab jetzt geht’s bergab.“ „Ihr schafft es!“ „Gleich gibt’s Getränke“ Dann ging’ s auch bergab und im Bergablauf die angekündigte Verpflegungsstation. Nun bin ich nicht der erfahrene Marathonläufer, jedoch
wäre mir die Station beim Anstieg lieber gewesen, da hier die meisten Läufer gehen und damit ein Trinken bzw. Essen einfacher ist. Getränke gab es auch noch bei dieser Station, allerdings waren diesmal die Becher ausgegangen, also habe ich mir die Halbliter-Glasflasche geschnappt und sie auf den nächsten Kilometern leer getrunken. Bananen waren auch ausgegangen. Offensichtlich hat man nicht mit der Nachfrage gerechnet. Die Helferin war eifrig dabei, die letzten Apfelschnitze zu schneiden. Nach dem Abstieg ging es dann auch ein bisschen im angenehmen Schatten eines kleinen Waldwegs. Der Weg war schmal, der Schatten sehr willkommen. Die Tücke im Detail: An dieser engen für Autos schwer zugänglichen Stelle wurden die Sanitäter gerufen. Das Tatü-tata, das wir zuvor gehört hatten. Die Sanitäter eilten mit drei Fahrzeugen von beiden Seiten an diese enge Stelle, um sich um erschöpfte Läufer zu kümmern. Beim Vorbeigehen schnappte ich noch auf, wie sich ein
Läufer beklagte, dass er mit seinem Notruf für den Kollegen nicht sofort durchgestellt werden konnte, da es nur eine Leitung ins Stadion gab. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wieder vermehrt Zuschauer, die einen mit Worten und kühlem Wasser aufmunterten. Sehr nett und aufbauend sind auch die Parolen auf den Entfernungsangaben, wie weit es noch bis ins Ziel ist. Das Ziel lag im Stadion und im Zielbereich dann auch wieder Stände zur Versorgung. Unmittelbar nach dem Ziel dann noch Überreichung der Medaille vermutlich durch eine Weinkönigin. Oder war’s das Kätchen von Heilbronn? Auf jeden Fall ein würdiger Abschluss. Im Stadion habe ich mich nicht lange aufgehalten, da ich vergeblich nach Schatten suchte. Stattdessen ging ich zur Kleideraufbewahrung, die hervorragend funktionierte. Großes Lob: Das klappte wie am Schnürchen. Auch die Duschen waren gut organisiert, wenngleich man den Eindruck haben konnte, die Heilbronner hätten das meiste
Wasser den Läufern bereits auf die Straße gespritzt, so dass für die Duschen auf der Theresienwiese kaum etwas übrig blieb.

Fazit: Trotz der kleinen organisatorischen Pannen handelt es sich beim Trollingerlauf um einen sehr attraktiven Lauf. Die Strecke ist anspruchsvoll, sicherlich nicht für Bestzeiten geeignet. Dafür sind das Heilbronner Publikum und die Atmosphäre beim Lauf super.

Fritz Werner Müller