Testläufer berichten vom Brombachsee Marathon

2. Brombachsee Marathon

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen. Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln? Dann klicken Sie hier.

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running-pur ONLINE
Ein Beitrag von running-pur ONLINE

 


Bericht von Matthias Beilein über den Brombachsee Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Matthias Beilein ][Frank Hamel ][

Bericht Brombachseemarathon, oder die Geschichte eines Einbruches

Ich habe heute am Brombachseemarathon als Tester der Zeitschrift Running-Pur teilgenommen. Als ich vor ca. drei Wochen die Ausschreibung für die Tester auf der Homepage des Fränkischen Schweiz-Marathons gelesen habe, war ich ja erst einmal skeptisch. Heutzutage muss man ja im Internet bei allem und überall aufpassen. Ich habe mich trotzdem ohne große Hoffnung beworben. Umso größer war die Überraschung, als ich die Mail mit dem Inhalt "Herzlich Willkommen, sie sind im Testerpool" gelesen habe. Ich habe erst einmal ganz schön komisch geschaut. Ich hätte nie erwartet, dass ich als Tester ausgewählt werde. Erst einmal habe ich mich riesig darüber gefreut.

Dann kam jedoch die Einsicht, dass ich zwar eine gute Form habe, aber mich nicht speziell auf einen Marathon vorbereitet habe. Mein Ziel diesen Marathon vernünftig durchzulaufen kann man fast als "Wahnsinn" bezeichnen. Jeder Lauftrainer würde wahrscheinlich beide Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Zu erwähnen gilt natürlich dass ich als Läufer nicht ganz unerfahren bin. Ich bin bisjetzt 5 Jahre gelaufen und habe bereits zwei Marathons gefinisht. Zurückziehen kam für mich nie in Frage. Wenn ich schon einmal irgendwo angemeldet bin, dann nehme ich auch daran Teil. Die drei Wochen bis zum Start sind dann richtig verflogen. Ernsthaft trainieren konnte ich sowieso nicht mehr. Und dann war es auch schon soweit. Freitag-Abend.

Der Tag vor dem Wettkampf. Ich habe die Woche vor dem Marathon für meine Verhältnisse erstaunlich gut geschlafen. Wenn ich da an mein Heimspiel (Nürnberg-Marathon) heuer am 01.05. denke. Ich war perfekt nach Plan vorbereitet. Nur leider konnte ich vor Nervosität schon drei Tage davor nicht mehr richtig schlafen.Aber wie immer ging die Nervosität pünktlich ab dem Zeitpunkt los, als ich in meinem Bett lag. Welcher Läufer kennt diesen Zustand nicht. Man wird Abends vor einem Marathon immer müder, aber sobald man im Bett liegt ist man hellwach. Genauso ist es (wieder einmal ) mir ergangen. Meine Gedanken kreisen darum, hast du auch alles eingepackt, wirst du dir die Strecke vernünftig durchlaufen, usw. Kurz nach Mitternacht bin ich dann endlich eingeschlafen. Nach einer viel zu kurzen Nacht klingelte der Wecker um 06:00 Uhr. Ich habe noch schnell etwas gefrühstückt, und gegen 06:45 Uhr saß ich dann auch schon in meinem Auto und bin von Nürnberg nach Pleinfeld gefahren. Der erste Eindruck der Organisation dieses Marathons täuschte während der ganzen Veranstaltung nicht. Eine schön organisierte kleine Veranstaltung wo alles reibungslos funktioniert.

Alles war vorbildlich ausgeschildert (Parkplätze, Shuttle-Service), bei der Startnummernausgabe musste man nicht anstehen, genügend Platz für alle Läufer, freundliche Helfer an den Infopoints. Es hat einfach alles gepasst. Sicher lag das auch an den vielen freiwilligen Helfern, von denen eine solche Veranstaltung lebt. Für die Läufer war das Startgeld sehr gut angelegt. Von einem "Abzocken" wie es heutzutage bei vielen Laufveranstaltungen üblich ist, war beim Brombachseemarathon nichts zu spüren. Am Start herrschten ideale Läuferbedingungen. Kühl, fast windstill und Sonnenschein bei ca. 15 Grad! Die Bedingungen waren vergleichbar mit denen beim Berlin-Marathon 2003 (Anmerkung: Weltrekord von Paul TERGAT in 02:04:55). Pünktlich um 10:00 wurde gestartet. Davor die üblichen Läuferrituale. Einschmieren der Beine mit irgendeiner Creme die rein gar nichts bringt und dafür richtig aufdringlich riecht, anstehen am Toilettenhäuschen, Schuhe nochmals binden und dann nichts wie ab in den Startblock. Die ersten Kilometer liefen bei mir richtig locker. Es hat alle gepasst. Dazu kam dann noch die schöne abwechslungsreiche Strecke am Seeufer entlang. Insgesamt kann ich die Strecke als sehr angenehm empfehlen. Kaum Teer, größtenteils Schotter und gelegentlich kleine Waldpassagen.

Hierbei möchte ich auf einen anderen schönen kleinen Marathon verweisen. Und zwar den Fichtelgebirgsmarathon (www.fichtelgebirgsmarathon.de) in meiner alten Heimat von Weißenstadt nach Wunsiedel über 800 Höhenmeter, und das fast komplett im Wald. Die Veranstalter dort sind alle selber Marathonläufer, die kein Interesse daran haben an den Läufern Geld zu verdienen. Aber nun zurück zum Brombachseemarathon. Die 10 Kilometer habe ich in 55 Minuten absolviert. Ich war voll zufrieden, zumal ich gar nichts gespürt habe. Bei Kilometer 14 kam die schwierigste Phase für den Kopf des Brombachseemarathons. Man läuft hier auf den kleinen Brombachsee zu, der zweimal umrundet werden muss. Man sieht neben dem km 14 Schild die Schilder für km 22 und die für km 30. Und das bei km 14. Da ist es nicht so leicht die kommenden Strapazen im Kopf zu verdrängen. Das ging weiter gut bis Kilometer 17. Da habe ich dann langsam gespürt, warum man vor einem Marathon lange Einheiten laufen soll. Ich musste bei km 17 eine Pinkelpause einlegen.

Dies ist aufgrund der vielen Bäume links und rechts neben der Strecke kein Problem und wurde von vielen Läufern dankbar angenommen. Irgendwas hat da mit den Kilometermarkierungen nicht gestimmt. Ich bin dann ganz normal weitergelaufen und bei km 18 lag ich auf einmal über 10 Minuten hinter meiner Kilometerzeit von km 17 zurück. Ich weiß bisjetzt noch nicht wo ich die Zeit liegengelassen habe. Im Ziel habe ich mit mehreren Läufern gesprochen, denen es ähnlich ergangen ist wie mir. Ab Kilometer 17 ist es dann für mich richtig schwer geworden. Ab dem Halbmarathon (2:02:00 Stunden) hat sich mein lockerer Schritt immer mehr in ein Kräftesparendes Traben umgewandelt. Bei Kilometer 23 habe ich schon gewusst was los ist. Irgendwo auf dieser Runde hat mich dann der Führende vom SC Roth mit einem Wahnsinnstempo überholt. Er ist richtig an mir vorbeigeflogen. Seine Siegerzeit Betrug irgendetwas um die 02:45:00. Wahnsinn wie schnell der war. Bei Kilometer 27 habe ich das Gefühl gehabt ich muss jetzt sofort in diesen See springen und mich abkühlen, und bei Kilometer 30 bin ich dann das ersteinmal gestanden. Ich hab mich dann den vorbildlichen Verpflegungsstellen versorgt. Hier gab es ja wirklich alles. Power-Bar Riegel, Cola, Iso-Drinks, Wasser, Bananen und Äpfel. Das hat mich dann wieder einigermaßen aufgebaut. Der Wettkampf war nun vorbei. Jetzt ging es nur noch um das Durchhalten. Ich habe mich dann irgendwie bis zur Verpflegungsstelle bei km 33 gerettet. Es ist nicht schön, wenn man schon so früh jeden Schritt spührt. Dort habe ich dann den Triathleten Jörg getroffen, dem es ähnlich ging wie mir. Gemeinsam sind wir dann bis zur nächsten Verpflegungsstelle gejoggt. Dort haben wir wieder eine Gehpause eingelegt und sind bis Kilometer 38 gejoggt. Irgendwie sind die Kilometer dann doch verflogen. Zu zweit war das viel viel leichter. Denn Schlussanstieg bei km 39 sind wir wieder hochgegangen. Und dann ging es ja nur noch bergab bis in das Ziel. Ich habe auf diesen zwei Kilometern meinen ganzen Körper gespürt. Von schmerzenden Fußsohlen bis schweren Oberschenkeln und einem sich anbahnenden Krampf in der rechten Wade. Irgendwie ging es dann doch vorbei und ich bin Hand in Hand mit Jörg in das Ziel gelaufen. Es ist dann doch noch eine ganz passable Zeit herausgekommen. Wir lagen knapp unter 4:15:00 Stunden. Es ist ein schönes Gefühl wenn die Quälerei vorbei ist. Die Zeit und die Platzierung waren mir an diesem Tag egal. Ich war fast ein bisschen Stolz durchgekommen zu sein.

Es war trotz der Qualen ein Riesenerlebnis. Ich weiß nicht, was ich ohne Jörg gemacht hätte. Kurz bevor ich ihn getroffen hatte, gingen mir Gedanken durch den Kopf, wie einfach wohl das Aufgeben wäre. Ihm ging es genauso wie mir. Wir haben uns deswegen gegenseitig beieinander bedankt. Ziel habe ich dann auch meine beiden Mitstreiter vom Team Running-Pur getroffen. "Unser" chnellster Läufer ist irgendwas unter 4 Stunden gelaufen und der andere war knapp drei Minuten vor mir im Ziel. Morgen werde ich dann für meinem Verein (Speedteam Nürnberg, www.speedteams.de) beim Finale des Bayern-Inline-Cup in Neu-Ulm (Halbmarathon 21,1 km) starten. Ich bin gespannt was die Muskulatur hergibt. Trotz allem war dies der Marathon den ich bisjetzt Muskulär am besten verkraftet habe. Am 01.10. werde ich dann die Saison in Bayreuth bei einem Nightrunning über 10,00 km mit einer hoffentlich guten Zeit abschließen.

In diesem Sinne! Schöne Läufer-Grüße an meine Mitstreiter vom Team Running-Pur, Jörg den Triathleten und alle Läufer mit denen ich während des Brombachseemarathons gesprochen habe.


Bericht von Frank Hamel über den Brombachsee Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Matthias Beilein ][Frank Hamel ][

Mein erster „Ultramarathon“

Recht kurzfristig entschloss ich mich, zusammen mit meinen beiden Laufkollegen Lisa und Stefan die Reise in das Neue Fränkische Seenland zum 2. Brombachseemarathon anzutreten. Unsere Abfahrt aus dem Rhein Main Gebiet terminierten wir bereits auf Freitagnachmittag, um eine möglichst stressfreie Vorbereitung auf den Lauf zu haben. Für eine Marathonveranstaltung ist der Samstagvormittag eigentlich ein recht ungewöhnlicher Termin, das hatte dann auch den Nachteil, direkt mit dem Feierabendverkehr in Richtung Süden zu starten. Erwartungsgemäß fanden wir uns in einigen Staus auf der Autobahn A3 Frankfurt in Richtung Würzburg wieder. Gegen 19:40 Uhr trafen wir an der Brombachhalle in Pleinfeld ein. Gerade noch rechtzeitig, um die Startunterlagen, das vorbestellte Funktionshirt und eine Portion Nudeln auf der Pastaparty einzuheimsen. Schnell gab ich noch eine Trinkflasche Red Bull als Eigenverpflegung für KM 36 ab, und war frohen Mutes auf das kommende Laufereignis.

Für den Brombachseemarathon hatte ich mir vorgenommen, endlich unter der magischen 4 Stunden Grenze die Ziellinie zu überqueren. Meine Renneinteilung sah vor, recht verhalten (Schnitt 5:50 Min/km) zu beginnen und mit Fortschritt des Laufes die Geschwindigkeit stufenweise auf 5:30 Min/km zu erhöhen. Dementsprechend gestaltete ich auch meine drei langen Trainingsläufe mit einer jeweiligen Tempobeschleunigung am Ende der Läufe.
Mehr lange Läufe hielt ich für nicht notwendig, da ich meinen letzten Marathon erst 11 Wochen zuvor gefinished habe.

Gegen 8:30 Uhr trafen wir am noch kühlen Samstagmorgen an der Brombachhalle ein. Mit einem Shuttlebusservice wurden wir nur kurze Zeit später zum großen Damm des Brombachsees transportiert, wo später um 10:00 Uhr der Startschuss erfolgen sollte. Gegenüber der Premierenveranstaltung im letzten Jahr verlief der Transport ohne große Probleme. Am großen Damm angekommen wartete auf mich und zwei anderen Running Pur-Testläufern ein Kamerateam von RTL Franken-TV, das einen kurzen Bericht zu der Veranstaltung produzieren wollte. Geplant waren jeweils ein kurzes Interview vor dem Start und nach Zielankunft, sowie kurze Filmpassagen während des Laufes. Pünktlich um zehn erfolgte der Startschuss für den Marathonlauf. Die Vorhersagen versprachen zwar keine Hitzeschlacht wie im Vorjahr, aber bei den zu erwarteten Temperaturen war ein verhaltener Beginn angebracht. Den Läufern bot sich mit dem Brombachsee ein eindruckvolles Panorama. Ich hatte am diesen Tag wirklich die pure Lust am Laufen verspürt, denn ich wusste um die landschaftlichen Reize des fränkischen Seenlandes. Die ersten Kilometer verliefen planmäßig, ich konnte meinen Puls wie geplant niedrig halten. Der Kurs führte uns auf fein gesplittetem und teils asphaltieren Wegen entlang des Seeufers. Besonders angenehm war es zu laufen, wann immer wir die Schatten spendende Waldpassagen durchquerten. Ein kurzer Schock dann an der 5 KM Marke, die wir eigentlich 30 Sekunden zu früh passierten. Eine Tempoverschärfung konnte ich allerdings anhand meiner Herzfrequenz und meines Laufgefühls nicht erkennen und stempelte den Kilometer als falsch ausgezeichnet ab. Für den nächsten Laufkilometer stellte ich mich jetzt schon auf eine dementsprechend längere Durchgangszeit ein, um die vorherige Verkürzung auszugleichen. Überraschenderweise lagen aber die nächsten 4 km wieder in den geplanten Durchgangsbereichen.

Nach ca. 6,5 km erreichten wir die Abbiegung am Igelbachsee, der nur durch einen begehbaren Damm vom großen Brombachsee getrennt ist. Die komplette Igelbachseeumrundung ist ca. 6,7 km lang und stellte sich nachträglich als den schönsten Teilabschnitt des Marathonlaufes heraus. Fast ausschließlich durch Schatten laufend konnten wir Läufer die idyllische Landschaft einfach nur genießen. Nach 57:30 Min erreichte ich wie geplant die 10 km Marke, aber hoppla, der letzte Kilometer war jetzt deutlich zu langsam. Ohne spürbare Tempo- und Pulsveränderung habe ich ca. 30 Sekunden mehr auf meiner Uhr gestoppt. Aha dachte ich, das ist jetzt der Ausgleich für den zu kurzen KM 5. Die nächsten Kilometer haben mich und auch andere Läufer sehr irritiert. Die Durchgangszeiten pro Kilometer wurden jetzt immer höher und pendelten sich bei 6:15 Min/km ein. Was ist los mit mir, bin ich heute so schlecht drauf, fragte ich mich und wurde immer unsicherer. Auch Stefan, mein Laufkollege schaute mich verdutzt an. Wir erhöhten jetzt merklich unser Lauftempo, und begaben uns auf die erste von zwei Umrundungen des kleinen Brombachsees, der auch nur durch einen begehbaren Damm vom großen Brombachsee getrennt ist. Diese Seeumrundung ist nicht ganz so angenehm zu laufen, da man immer wieder auf Fahrrad- und Fußgängerverkehr achten muss. Auch der abkühlende Schatten ist eher selten auf dieser Runde vorzufinden.
Dann eine kurze Verwunderung darüber, dass einige Läufer plötzlich einen anderen Weg als wir eingeschlagen hatten. Durch eine mangelhafte Streckenkennzeichnung haben wir eine Abbiegung verpasst und hätten uns um ein Haar richtig verlaufen. Überhaupt hatten wir manchmal ein sehr unsicheres Gefühl dafür, auf dem richtigen Weg zu laufen.

Auf dieser ersten kleinen Seeumrundung haben wir durch unser erhöhtes Lauftempo viele Mitläufer überholt, trotzdem sind wir aber bis später km 33 nicht mehr unter 6 Min/km in unseren Durchgangszeiten gekommen. Meine Herzfrequenz verriet mir, ziemlich am Limit zu laufen, doch die gestoppten Zeiten gaukelten mir eher ein langsames Lauftempo vor. So kam es auch dazu, dass ich auf der zweiten kleinen Seeumrundung einen kleinen Einbruch verspürte. Die Hitze der Sonne wurde langsam unangenehm und die Beine merklich schwerer. Wir überholten jetzt bereits schon einige gehende Läufer, die wohl ähnliche Irritationen mit ihrem Lauftempo verspürten wie Stefan und ich. Andere Läufer wiederum fühlten sich noch recht frisch. Sollte ich mich wirklich so überschätzt haben in meiner Renneinteilung? Ich konnte es einfach nicht glauben. Die letzten etwa 9,5 km führten uns zurück entlang des großen Brombachsees in Richtung des großen Dammes. Meine Eigenverpflegung konnte ich wie geplant bei km 36 aufnehmen und ich freute mich über den zusätzlichen Koffeinschub. Insgesamt gesehen kann auf eine zusätzliche Eigenverpflegung bei diesem Lauf verzichtet werden, da die Versorgung der auf der Strecke vorbildlich war. Zuerst Wasser und isotonische Getränke, später auch Cola und Red Bull wurde den Läufern als Flüssigkeiten gereicht. Dazu kamen kleine Imbisse in Form von Energieriegeln, Apfel- und Bananenstücken. Wirklich klasse!

Ab km 37 kämpfte ich mit meinen gewohnten Einlagen an Gehpausen, Stefan verabschiedete sich jetzt von mir und lief voraus. Ich dachte nur, Mist, wieder mein Ziel nicht geschafft, denn die 4-Stunden Grenze war nicht mehr zu packen. Was habe ich nur falsch gemacht? Vor der Markierung an KM 39 galt es noch, die größte Steigung des Laufes zu bewältigen. An dem etwa 100m langen Anstieg sah ich jetzt nur noch gehende Läufer. Mit einigen Gleichgesinnten gründeten wir eine kleine Gruppe und beschlossen, die letzten Kilometer gemeinsam bergab ins Ziel zu laufen. Den KM 41 bin ich dann im „Weltklassetempo“ von unter 3 Min/km gelaufen, so jedenfalls sagte es mir meine Uhr. Mit 4:12:14 Std. bin ich letztendlich völlig erschöpft und bitter enttäuscht im Ziel am Marktplatz/Pleinfeld angekommen. Ein kurzes und abschließendes Interview für Franken-TV, dann konnte ich mir das von Lisa bereitgestellte Weißbier als Belohnung für die Strapazen genehmigen. Die Dusche in der Brombachhalle haben wir uns gespart und sind flux zum kleinen Brombachsee gefahren. Hier konnten wir unsere geschundenen Laufmuskeln mit einem erfrischenden Bad im kühlen Nass des Sees etwas entspannen, bevor wir mit ziemlich gemischten Gefühlen zurück in Richtung Heimat abgefahren sind.

Zu Hause angekommen habe ich mir dann gleich die Mühe gemacht, die Marathonstrecke mit den topographischen Karten Bayern Nord der TOP50 Reihe nachzumessen und war nicht sonderlich erstaunt, dass wir etwa 1000 Meter zuviel gelaufen sind, also 43,18 km. An einigen Stellen des Kurses waren wir bis zu 1,8 km gegenüber den ausgewiesenen Schildern voraus. Also hat sich mein Gefühl mehr als bestätigt. Statt der angezeigten 6:08 Min/km für die erste kleine Brombachseeumrundung sind wir real ca. im 5:17 Min/km Schnitt gelaufen. Liebe Macher des Brombachseelaufes, die Streckenkennzeichnung war wirklich ein Witz und ließen den Läufern keine Chance für eine vernünftige Renneinteilung zu. Zahlreiche Läufer haben sich dadurch übernommen und konnten Ihre Zielzeiten, so wie auch ich, nicht erreichen. Das ärgert einen motivierten Läufer sehr, wenn man bedenkt mit welchem Aufwand der Laufsport betrieben wird. Das Missgeschick mit der falschen Streckenkennzeichnung bei dem überlangen Marathonlauf hat meinen Gesamteindruck des Brombachseemarathons schwer getrübt, auch wenn alle anderen Parameter einer äußerst gelungenen Laufveranstaltung gegeben waren. Eine Änderung des Streckenverlaufs im nächsten Jahr ist unvermeidlich. Ansonsten kann man den Läufern nur raten, lasst Eure Uhren zu Hause und genießt die herrliche Landschaft des Fränkischen Seenlandes ohne Zeitdruck.

Ein herzlichen Dank am Schluss noch an die Redaktion von Running Pur, die mir dieses Laufereignis so kurzfristig ermöglicht haben

Frank Hamel, Bad Soden


Bericht von Stefan Noack über den Brombachsee Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][Matthias Beilein ][Frank Hamel ][Stefan Noack ][

Jetzt will ich baden

"Nie habe ich bisher vom Brombachsee gehört und schon kamen Zweifel an meiner Bildung auf. Bis ich erfuhr, dass dieser Stausee vor nicht gar zu langer Zeit neu entstanden ist. Nun ist er ein Teil der Fränkischen Seenplatte mit dem bekannten Rothsee und dem Altmühlsee. Aha! Bis Pleinfeld sind es von Frankfurt gut 300 km und so war es besser, bereits einen Tag vorher anzureisen. Leider am Freitagabend keine einfache Sache über die A3! Doch rechtzeitig erreichten wir das Marathonzentrum an der Brombachhalle. Dort lief bereits das Rahmenprogramm mit Tanzvorführungen usw. Die Anmeldung ging nicht so leicht von der Hand, denn ich wollte meinen eigenen Chip registrieren. Zwei, drei Fragen in die Runde führten mich zu einer tatkräftigen jungen Dame, die den Prozess in die Hand nahm. Alles gut soweit.

Ich bekam eine Laufmütze, denn T-Shirts habe ich inzwischen mehr als genug; ein Funktionshirt wollte ich nicht extra kaufen. Mit in den Unterlagen war die Blanko-Urkunde, die man sich später mit den Zeiten ausdrucken kann, ein Gutschein für die Pastaparty, jede Menge Werbung und ein Powerbar-Riegel. Die Nudeln waren im übrigen vorzüglich für eine derartige Veranstaltung. Mit dem letzten Tageslicht suchten wir unser Quartier in der Nähe auf. Die Gegend ist durchaus eine weitere Reise wert, denn Unterkünfte und Speisen sind sehr günstig und gut. Die Seenplatte erlaubt einen wunderbaren Badeurlaub, ausgedehnte Radtouren und viele andere Freizeitmöglichkeiten. Nach einem opulenten Frühstück ging's dann gleich wieder zur Halle in Pleinfeld. Der Bus-Shuttle-Service funktionierte reibungslos und schon waren wir nach einer kurzen Fahrt am Hauptdamm des Stausees angelangt. Wir konnten
ins in Ruhe auf unseren Start um 10:00 h vorbereiten.

Als Schmankerl hat uns die Organisation mit dem Franken-TV (RTL) zusammengeführt. Kurze Interviews vor dem Lauf und im Ziel reichten für einen 2,5 Minutenbericht im Regionalprogramm. Lustige Sache!

Das Wetter an diesem Samstag war ideal zum Laufen. Die Kühle der Nacht verzog sich schnell und im Ziel waren es gerade einmal 24°C bei herrlichstem Sonnenschein mit kaum spürbarem Wind. Die Startaufstellung war sehr gut organisiert, klare Blockeinteilung und Anweisungen, wie man sich zum Start einfinden muss. Nach kurzen Worten von Amtsinhabern erfolgte pünktlich der Startschuss. Die Meute setzte sich in Bewegung, sehr diszipliniert - wie ich finde. Keine Rangeleien auf dem breiten Damm, nur ein wenig staubig war es.
Der Brombachsee-Marathon führt um die gesamte Brombachseegruppe, die aus dem Großen Brombachsee, dem Kleinen Brombachsee und dem Igelbachsee besteht. Außerdem wird noch ein 18 Km-Lauf angeboten, der nur um einen Teil der "Seen-Platte" führt, das ist dann der Seen-Lauf, der auch für Walker angeboten wird.

Die Strecke sollte fast flach sein gespickt mit einer kurzen, heftigen Steigung ziemlich zum Schluss. Doch so eben erwies sie sich nicht sondern eher ein wenig wellig. Der Lauffluss wurde dadurch aber keineswegs unterbrochen, im Gegenteil, es hat richtig Spaß gemacht.Unterwegs legen wir besonders viel Wert auf eine gut ausgeschilderte Strecke, um ein bestimmtes Zeitziel zu erreichen. In diesem Fall sollte die 4-Stundengrenze für Frank geknackt werden. Bis Kilometer 9 war es bis auf einen Ausrutscher hervorragend. Doch dann stimmte eigentlich nichts mehr. Ohne Grund nahmen bei gleichem Tempo die Zeiten zu, alle um uns herum schimpften lautstark. Wir liefen in einer gleichstark besetzten Gruppe von erfahrenen Marathonläufern und alle waren mehr als irritiert. Besonders die zweimal zu laufende Runde um den Kleinen Brombachsee hat uns dann den Rest gegeben. Bei km 27 kam der führende locker an uns vorbeigeschossen, davor die Streckenkontrolleure, die uns auch bestätigten, dass die Kilometerschilder falsch aufgestellt seien.

Bei km 32 oder eigentlich 33 kam ein kleiner Anstieg in den Wald hinein. Oben hörte man Jugendliche, wie sie die Läufer anfeuerten. Da war eine gute Stimmung. Ansonsten war das Publikum am See sehr zurückhaltend bzw. reserviert, manche gar aufmüpfig und respektlos gegenüber den Läufern. Bei km 36 habe ich mich von Frank getrennt und bin meinen eigenen Stiefel gelaufen. So konnte ich eine ganze Reihe Läufer einsammeln. Bei km 39 dann die letzte Hürde zum Ziel. Ein heftiger Schlussanstieg! Als es aus dem Wald wieder rausgeht, wird an der letzten Verpflegungsstation Red Bull gereicht. Das bringt natürlich nichts, vielleicht sollten sich die Orga-Leute mal das Schriftgut in den Startunterlagen zum Thema Red Bull im Sport durchlesen!

Nicht pur anbieten und bestimmt nicht drei Kilometer vor dem Ende der Belastung!!! Egal. Ansonsten waren die Verpflegungspunkte exzellent. Sehr gute Helfer, ausreichend Flüssigkeit, Obst und sogar Riegel. Cola wurde schon eine Station früher als geplant angeboten, hervorragend. Der Weg zum Ziel führt abschüssig. Man läuft durch ein altes Stadttor und biegt auf den Marktplatz ein. Auf einer Leinwand können die Zuschauer die sich nähernden Läufer vorher schon sehen. Die Stimmung ist wirklich sehr gut. Mit meiner roten Ratsche, die ich am Start bekommen habe, läute ich meinen Zieleinlauf quasi mit ein. Der Kameramann von RTL nimmt mich für den Laufbericht ins Visier und im Ziel werde ich von Lisa mit einer Flasche Bier erwartet. Das tut gut!

Frank kommt vier Minuten später ins Ziel und ist reichlich - ob des Malheurs des Veranstalters - enttäuscht. Eine eMail an die Orga hat auch eine Woche nach dem Marathon keine Antwort in sein Postfach gefunden. Schade! Die Zielverpflegung ist nicht mehr so reichlich. Zu viele Seenläufer haben sich über Obst, Cola und Suppe hergemacht. Was bleibt ist noch ein Weizenbier. Die Massage wäre auch kein Problem, die Abfertigung klappt wunderbar. Ich will aber noch in den See springen. Zu lange bin ich neben dem verlockenden Wasser hergelaufen, jetzt will ich baden.

Ich kann diesen Marathon getrost jedem ans Herz legen. Eine wunderbare Strecke am See, viel frische Luft, viel Platz, gute Versorgung unterwegs und im Ziel. Nur muss die Ausschilderung stimmen!"
Lieben Gruß
Stefan Noack
Anmerkung: Webseite: http://www.brombachseemarathon.de