Testläufer berichten vom Berlin-Marathon am 30. 9. 2001

Berlin-Marathon

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen.
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BERICHT VON JÖRG LUDWIG über den Berlin-Marathon
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Berlin 2001 war eine spontane Entscheidung, eigentlich nur entstanden aus dem Versuch sich als Testläufer zu bewerben. Eine Hoffnung auf die Zusage hatte ich nicht im Geringsten. Aber aus dem Versuch wurde binnen 12h eine Zusage. Super! Es sollte auch ganz gut passen da sich meine Freundin und ein paar Laufkollegen bereits angemeldet hatten und ich mich ursprünglich nur als Zuschauer betätigen wollte. Nach 2x Berlin Ende der 80er Jahre mit für mich bis heute nicht wieder erreichten Zeiten (da ist mir mittlerweile der Trainingsaufwand zu groß) peilte ich einen "gemütlichen" Lauf im Bereich um 3h15 an. Die sollte aus dem normalen Training mit einem Wochenpensum von ca. 70km zu realisieren sein, da dies in diesen Jahr bereits für eine Zeit von ca. 3h20 bei Teilnahme am Oberelbemarathon gereicht hat - und auch da war ich nur Begleitläufer, mit einem dick gefüllten Laufrucksack anbei.
Leider ist anscheinend der September mein Erkältungsmonat. Rechtzeitig und mit noch genügend Spielraum zum Marathon traf die Erkältung ein (der geplante Zugspitzlauf entfiel damit auch). Nach normaler Zeit war sie vorbei, aber leider schleppte meine Freundin gleich die nächste Variante ein. Damit sind wir dann zwar nach Berlin gefahren, aber haben uns dann doch gegen den Lauf entschieden. Sicher ist sicher. Aber unser Lauffreund Wolfgang ist angetreten und ich habe ihn zu seinen Eindrücken befragt. Auch er hatte am Oberelbemarathon 2001, Köln 2000 und diversen Halbmarathons in unsere Gegend teilgenommen und hat damit schon einige Vergleichsmöglichkeiten.Hier seine Antworten auf meine Fragen:Hat die Abreise geklappt?
Die Anreise und Abreise hat gut funktioniert. Ein Hoch auf die Deutsche Bahn.

Wie war die Startnummernausgabe organisiert? Gab es lange Schlangen?
Die eigentliche Ausgabe war gut organisiert. Allerdings hätte ich mir mehr Hinweisschilder gewünscht um die Ausgabestellen zu finden.
Was gab es zusätzlich neben der Startnummer?
Hier gab es nur ein paar Bananenflakes und eine Duschgelprobe. Der Rest war Werbe- bzw. Infomaterial. Der Knaller war ein Bilderrahmen aus Pappe, der letztendlich überall auf dem Messegelände verstreut war. (mangels Papierkörbe)
Gab es eine Pasta-Party? Qualität? Musste man lange warten?
Die Nudelausgabe klappte ziemlich gut. Da überall Gutscheine herumlagen waren sie auch kostenlos. Leider waren sie kaum essbar. Sie waren matschig (man hätte sie in Blöcken geschnitten servieren können) und nicht gewürzt. Es schmeckte nach einer dicken Mehlpampe. Einmal rot und einmal weiß eingefärbt.
Hat das Publikum Stimmung gemacht?
Das Publikum hat sich bemüht. Allerdings fand ich die Stimmung in Köln besser. Und da hatte es ja noch geregnet. Von 65 Bands wie im Infomaterial geschrieben habe ich höchsten 15 mitbekommen. Das Publikum hat sich aber um tatkräftige Unterstützung bemüht und war auf jeden Fall ein Motivator.
Gab es viele Zuschauer?
An den neuralgischen Punkten, ja. Allerdings hatte ich das Gefühl dass dort viel Publikum stand, dass die Läufer begleitet.
Gab es Musikgruppen?
Livebands habe ca. 10 wahrgenommen. Dazu kam noch Musik vom Band.
War die "Anreise" am Starttag zum Start leicht zu realisieren?
Ich möchte es mal katastrophal nennen. Der Start war zwar gut erreichbar, aber die U-Bahnzüge waren stark überfüllt. Hier fehlten auf jeden Fall Sonderzüge oder, falls diese gefahren sind, der Verweis darauf. Es gab nur eine U-Bahnlinie zum Start. Somit sammelte sich alles an Knotenpunkten und drängte dann in die Züge. Hier wurde mit Sicherheit das Zulässige überschritten. Hier herrscht Verbesserungsbedarf. Evt. der Einsatz von Sonderbussen von einer zweiten U-Bahnlinie bzw. Station
War die Einteilung in die Startklassen ok?
Die Einteilung war aufgrund der Masse nicht zu überblicken. Hier konnte jeder stehen wie er wollte.
Waren die Startgruppen gut zu erreichen? Wurden die Einteilungen eingehalten?
Die Startblöcke waren gut erreichbar. Allerdings waren sie etwas zu kleine dimensioniert. Ich hatte Probleme mich in meinen reinzudrängen!
Da ich an Start viel Leute überholt habe und einige doch ziemlich gelassen vor mir her schlappten, habe ich da meine Zweifel. Man sollte hier einen Riegel vorschieben. Der Chip macht es möglich. Wenn mein Block um 10:10 Uhr startet, kann meine erste Zeitnahme nicht um 10:05 Uhr erfolgen!!!
Gab es beim Start lange Wartezeiten bis man die Startlinie erreicht hat?
Nein das war okay.
Konnte man von Start weg gut sein Tempo laufen?
Es war voll und man musste am Anfang viel überholen. (vielleicht hätte ich es besser sein lassen). Da es aufgrund der Masse sehr eng war, war dies nicht so einfach, man musste sich oft hindurch zwängen.
Gab es einen Engpaß am Brandenburger Tor?
Ja, aufgrund von Baumaßnahmen. Es war aber nicht so dass sich ein langer Rückstau bildete.
Wie häufig gab es Verpflegung?
Das steht in den Startunterlagen, da muss ich passen. Auf jeden Fall war es ausreichend. Ich hätte mir allerdings außer Tee und Wasser auch Cola und was isotonisches (nur im Ziel) gewünscht.
War die Verpflegung gut anlaufbar?
Eigentlich. Es war zwar teilweise ein Gedränge, aber bei den Massen war dies zu erwarten.
Wie war das Streckenprofil? Guter Untergrund? Gut markiert und abgesperrt?
Die Strecke war durchweg Asphalt und gut laufen. (Da ein Weltrekord gelaufen wurde, bleibt mir hier keine andere Aussage.) Ich persönlich hätte mir etwas weicheren Boden gewünscht und etwas Kopfsteinpflaster für die Muskeln.
Waren die Kilometerangaben gut einsehbar?
Die Schilder waren etwas mickrig, einige habe ich sogar übersehen.
Gab es nach dem Zieleinlauf etwas gegen das Auskühlen
Es gab wie gewohnt Plastikumhänge. Im Ziel staute sich erstmal alles. Das lag z.T. an der Medaille die jeder bekommen hat.

BERICHT VON MICHAEL SOMMER über den Berlin-Marathon
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Lauf der Superlative wie immer


von Michael Sommer (EK Schwaikheim)
Wenn ich so auf meinen ersten Berlin-Marathon von 1989 zurückschaue, als wir noch mit dem Rücken zur Mauer starteten, so fällt mir auf, dass eigentlich jedes Jahr aufs Neue eine Steigerung zu verzeichnen war. Ob es der erste Lauf durch das Brandenburger Tor, ein erneuter Teilnehmer-, Zuschauer-, Streckenrekord oder sogar Weltrekord war, immer hatte der Lauf sich hohe Ziele gesteckt und dabei großen Erfolg. Superlative in einer Weltstadt, das zieht die Massen an. Komisch, wo doch Berlin keine Strecke für die persönliche Bestzeit ist. (vor allem nicht bei Läufern die schon gute Zeiten stehen haben). Für manchen Anfänger kann die Masse an Läufern sogar zur Belastung werden. Und trotzdem will alles zum Berlin Marathon. Wie bei mir wird wohl bei vielen die Entscheidung am Erlebnis Berlin mit seiner tollen Sightseeing-Strecke mit vielen imposanten Punkten teilzunehmen, den Ausschlag gegeben haben. Oder war es die Verbindung einen Marathon mit einer Städtereise zu verbinden und mehr als Marathon zu erleben. Eine Stadt mit Leben und ständigen Veränderungen. Wer dieses Jahr nicht die Zeit für einen mehrtägigen Aufenthalt hatte, sollte dies nächstes Jahr fest einplanen. Ohne das Angebot von Running Pur wäre mir dies wohl diese Jahr versagt geblieben. Herzlichen Dank.
Von meiner nun sechsten Teilnahme kann ich fast nur positives berichten. Die negativen Punkte gleich vorneweg. Das Wetter genügte gerade so am Vortag und beim Lauf den Anforderungen. Für das Davor und danach kann der Veranstalter nichts. Dafür wäre so mancher Läufer froh gewesen, wenn er auf der Strecke einige vermeidbare Engstellen weniger vorgefunden hätte. Die Verengung bei einigen Zeitnahmen (z.B. km25) fanden keinen Anklang bei den Läufern. Gleiches gilt für zu lang gekochte Pasta. Nicht schlimm, doch ärgerlich. Wie wahrscheinlich einige andere Dinge, die der eine oder andere auf seiner persönlichen Liste hat.
Am schnellsten kommt man mit dem Flugzeug (240 DM) nach Berlin. Zu zweit war der Flug von Stuttgart im Vergleich zur Bahn (Surf & Rail: 200 DM) nur unwesentlich teurer, dafür ein Stück schneller (1 ¹ Std Flug + Anreise zum Flugplatz gegen über 4 Std Zugreise + Anreise zum Bahnhof). Mit dem Auto ist man zwar billiger, aber dafür auch länger unterwegs. Und in Berlin spricht alles dafür ohne Auto unterwegs zu sein. Mit dem 72 Std Kennenlern-Ticket für 32 DM oder dem 72 DM 7-TageTicket kann man sich sorglos im sehr gut ausgebauten Nahverkehrsnetz bewegen. Die Verbindungen und Anschlüsse sind klasse. Da macht es nicht wenn mal ein Zug rausgeht. Wir hatten auch keine Probleme uns zurecht zufinden. Es war alles bestens beschildert.
Bekanntlich fängt ein großer Marathon nicht erst beim Lauf an. Der erste Weg in Berlin führt zur Messe. Einmal um die Startunterlagen abzuholen und anderseits um in die Messe einzutauchen. Als ich so durch die vollen Hallen schaute, beobachtete ich viele Leute die auch gekommen waren, um noch ein preiswertes Angebot zu ergattern. Ich selbst war positiv angetan vom vielseitigen Angebot und der Größe der Marathonmesse. Bis auf den üblichen Ramsch, gab es doch etliche gute Angebote und wer noch nach seinem im Handel nicht mehr verfügbaren, optimal passenden Vorgängermodell suchte, fand es hier bestimmt.
Als Nächstes stand der Frühstückslauf an. Auch hier setzt Berlin Maßstäbe. Die Streckenführung vom Charlottenburger Schloss zum Olympiastadion hat seine Reize. Wenn es dieses Jahr so ablief, wie in den vergangenen Jahren, dann war hier sicher wieder die Hölle los. Ich konnte mich diese Jahr nicht dazu entscheiden, da wir um vom Quartier am Kl. Wannsee zum Schloss zu kommen, entsprechend früh aufstehen hätten müssen. Die Wahl fiel eindeutig auf Ausschlafen mit Stadtbummel anstelle Frühstückslauf. Sorry, vielleicht nächstes Mal.
Also war ein langer Stadtrundgang angesagt. Am Abend waren wir dann auch entsprechend spät dran mit der Pastaparty. Als wir gegen 17:30 Uhr die Halle betraten, waren nur noch wenige Leute in der Halle. Die Atmosphäre glich eher einer Lagerhalle als einer Party. Es lief Musik und die beiden Moderatoren gaben noch einige Tipps zum bevorstehenden Lauf ab. Auch der Genuss der schon weit jenseits von bissig liegenden Nudeln mit ihrer geschmacklich mittelprächtigen Tomaten- oder Sahnesoße war nicht gerade ein Höhepunkt. Einzig die prompte Bedienung und die große Portion waren in Ordnung. Doch wie sah das 3 Stunden vorher aus? Voll, Gedränge, auch verkochte Pasta? Doch selten wird ein Läufer bei einer Pasta-Party verwöhnt. Deshalb kein Grund die Party gleich ganz schlecht zu reden.
Als wir am Sonntag um 7:15 Uhr durch die noch nahezu leeren Startblöcke am Charlottenburger Tor gingen, konnten wir uns kaum vorstellen, dass keine zwei Stunden später hier über 38000 Läufer auf den Beinen sein würden. Das Wetter war noch recht gut, doch schon wenig später zogen sehr rasch dunkle Wolken auf. Warum waren wir so früh dran? Da ich dieses Mal keine persönlichen Betreuer hatte, wollte ich wenigstens meine eigene Verpflegung beim Veranstalter abgeben. Nach Aussagen der Veranstalter wären die Chancen für ein Wiederfinden gering, so dass sie die Abgabe so früh um 7:30 Uhr festlegten, um so möglichst nur die wirklich Interessierten zur Abgabe zu bewegen und möglichst wenig Flaschen auf zustellen. So war es dann auch. Durch die geringe Anzahl (zwei Tische bei 38000 Läufern) hatte ich eine 100%ige Erfolgsquote. (5 von 5).
Eine Stunde später waren schon fast ² der Läufer im Startbereich. Jetzt gab es schon erhebliche Schlangen vor den Toilettenhäuschen. Bei mir war das noch kein Problem. Glück gehabt Zeit gespart.
Inzwischen hatte sich die Wetterlage weiter verschlechtert. Es begann zu regnen und der Wind frischte auf. Die Kleiderbeutelabgabe am Start war gut organisiert, so dass ich genügend Zeit hatte mich zwei mal um zuziehen, bis ich mich doch entschied das Halbarmtrikot drunter zu lassen. (Bei km 11 zog ich es dann doch aus).
Dann die Startphase. Für mich als 2:35 Std-Läufer gab es kein großes Gedränge im vorderen Block. Beim Start kamen wir gut weg und schon am Brandenburger Tor war das Feld auseinandergezogen. Hinten sah das sicher anders aus. Da nur drei Durchlässe offen waren, mußte es zum Stau kommen. Vorne im Feld hatte ich sogar den Eindruck, dass die Anzahl der Läufer geringer war als früher. Da kam es schon mal vor, dass ich zwischen 12 und 23 km nur wenige Begleiter hatte oder sogar allein war. Und dann die entscheidende Frage: Warum läuft es heute nicht besser? Ich war hin und hergerissen: Augen zu und durch, Quälen, ohne Genuß für die Strecke und das drum rum oder einfach mit schlechterer Zeit zufrieden geben. Es breitete sich Unzufriedenheit aus. Was konnte ich dagegen tun. Ich wartete ab und hoffte auf die Wende. Und sie kam in Form der Zuschauer. Waren sie vielleicht wegen der Kälte zu Beginn noch etwas verhalten, wachten sie ab km 27 in Steglitz auf uns es wurde so richtig feurig. Hatte ich am Anfang neben den Beinen die Probleme mit dem Kopf so sprang spätestens da der Funke auch bei mir über. Plötzlich war ich gut drauf und lief immer besser weiter. Und spätestens ab der Wilden Eber ließ auch ich die Sau raus und kämpfte um jede Sekunde, die ich im ersten Teil noch kampflos abgegeben hatte. Es ist jedes Mal ist es ein tolles Erlebnis auf den Kurfüstendamm einzubiegen. Zwei Kilometer Schaulaufen angefeuert von unendlich vielen Leuten. Klasse. Vor allem wenn es einem noch gut geht.
Was im Zielbereich für mich folgte war mehr als ordentlich. Großzügig angeordnete Tische mit Getränken wie Tee, Iso und auch Bier, Tische mit Bananen und Äpfel, dann Massageplätze und die Kleiderwagen und Zelte zum Duschen. Meinen Kleiderbeutelwagen fand ich gleich, wobei für einige ihr Wagen auf der anderen Seite der Straße etwas schwer zu finden war. Das Wasser war in meinem Zelt lau und sorgte für ein flottes Rein, Drunter und wieder Raus. Ich war zufrieden und konnte mich so ohne Probleme pünktlich mit meiner Frau am Nollendorfplatz treffen. Wir hatten uns entschlossen möglich gleich zur Unterkunft zu fahren, um meinen Beutel los zuwerden und mir die Möglichkeit zum Umziehen zu geben, um dann für den restlichen Tag und die lange Nacht in Berlin vorbereitet zu sein. Doch dann kam der Regen. Die letzten Läufer wurden noch nass und uns verging die Lust am Rumschlendern bis zur angebotenen Party am Schlossplatz. Mit einem Besuch in einem der vielen, wenn auch nicht immer ganz billigen Restaurants in der Innenstadt überbrückten wir im Trockenen die Zeit. Als wir um 20:30 Uhr beim Zelt ankamen, war bei anderen Läufern die Enttäuschung groß. Heiß sei es und wenig Platz. Musik und sonst nichts. Nun wir gingen rein und hatten das Glück, daß gerade der eigentliche Saal im Zelt geöffnet wurde. Doch auch ich stellte mir die Frage wie sollten da mehr als 300 Leute Platz finden? Wenn 38000 Leute mitlaufen, dann bleiben bei solche einem Lauf mit internationalem Publikum wohl mind. 5000 Läufer und mind. noch mal so viele Betreuer eine weitere Nacht in Berlin. Wo waren die ganzen Leute? Wenn dann nur 20% gekommen wären, dann wäre die Kuppel geplatzt. Nun viele gingen bereits nach kürzer Zeit, da die Musikrichtung sehr einseitig auf jüngeres Publikum ausgelegt war. Hier hätte der Veranstalter große Möglichkeiten den Lauf um ein weiteres Highlight zu erweitern, welches sich nur bei großen Veranstaltung mit vielen übernachtenden Gästen oder vielen Einheimischen bietet. Ein fröhliches Zusammensein nach dem Lauf. Die Möglichkeiten des Tanzes, einer Disko, einer Bar, gemütlicher Sitzmöglichkeiten, um in ruhiger Unterhaltung die Erlebnisse des Laufes untereinander auszutauschen. Schön, dass auf einer Leinwand die Berichte des Fernsehens zu sehen waren, doch zur Musik ohne Ton war es nicht optimal gelöst. Diese Leinwand in einem abgeschirmten Bereich mit Sitzgelegenheiten würde sicherlich gut ankommen. Alles dies macht Davos mit seiner Party nach dem Lauf im Eisstadion vor. Es kommt sehr gut an und rundet die Erlebnisse des Laufes ab. Warum kann Berlin das nicht in großem Stil mit tollen Angeboten und Werbung bei den Läufern einmal in einer angenehm hergerichteten Halle probieren?
Also dann bis nächstes Jahr oder? Wenn man mich heute fragen würde: Warum fährst du nächstes Jahr wieder zum Marathon nach Berlin? dann würde ich antworten: Weil es diese Jahr wieder Spaß gemacht hat.

Zusammenfassung:

Beschreibung
Wertung
Anmeldung
Problemlos mit Meldebestätigung
1,5
Unterlagen
Übersichtlich, ausführlich und vollständig
1,0
Organisation
Viel freundliche und hilfsbereite Helfer
1,5
Messe
Groß mit großem Angebot ohne Gedränge möglich
2,0
Nudelparty
Große Halle mit wenig ansprechendem Ambiente; Zwei Pasta zum Teil etwas verkocht
3,0
Strecke
flach, breite Straßen, wenig Kopfsteinpflaster fast durchgehend sehr gut zu laufen; eventuell Windanfällig und durch hohe Teilnehmerzahlen für langsamere Läufer kein Bestzeitenkurs Für Läufer ab 3 Std gab es Engpässe auf der Strecke, die nicht sein müssten
2,0
Versorgung
Ausreichend für diese Temperaturen; lange Verpflegungszonen viele Helfer, aber bei 38000 dann auch überfordert; Bananen, Äpfel,...
2,0
Zuschauer
Phantastische Anfeuerung; fast durchgehend Zuschauer; ab 27 km genial, auf den ersten Kilometern dieses Jahr eher durch das kühle Wetter etwas gedämpft !!
1,5
Stimmung / Atmosphäre
Nicht nur beim Lauf, vorher und nachher ausgelassene Stimmung
1,5
Stadt / Ort
Sehr sehenswert; Sehenswürdigkeiten und Drum reichen für mehrere Teilnahmen
1, 0
Ergebnisse
Über Internet gleich und sehr detailliert mit Zwischenzeiten verfügbar
1,0
Siegerehrung / Party
Siegerehrung wenig mitbekommen; die Party danach war wohl eine Notlösung und nur für wenige ansprechend, jedoch ausbaufähig!!!
3,0
Sonstiges
Umfangreiche Infos im Internet zum Lauf und drum rum
1,5
Gewohnte Schulnoten von 1 6

Ein dunkler Schatten über Berlin
Was soll ich eigentlich in Berlin? Diese Frage stellte ich mir nicht nur einmal. Die tragischen Ereignisse in New York veränderten auch bei mir den Blickwinkel bei so manchem Vorhaben. Ja, gerade da ich mich einen Tag vorher für die Buchung des Flugs nach Berlin entschlossen hatte. Irgendwie lähmte die Vorstellung bevorstehender Vergeltungsmaßnahmen und weiterer Gewaltakte die freudigen Erwartungen. Ungute Gefühle in Bezug auf den Flug und den Lauf (immerhin geben 30000 Läufer in einer politisch interessanten Stadt ein wunderbares Ziel ab) kamen wohl nicht nur bei mir auf. Meine Kinder waren nun doch erheblich mehr in Sorge als früher, ob wir wieder wohlbehalten zurückkommen würden. So wurde aus dem Vorhaben ein unbeschwertes verlängertes Wochenende in einer interessanten Stadt zu genießen, zu einer Reise in die deutsche Vergangenheit und in die globale Zukunft. Auf der Anreise bereiten wir uns auf die angekündigten verschärften Sicherheitsbestimmungen am Flughafen vor. Doch welch Erstaunen weder vorher noch im Flugzeug waren große Änderungen feststellbar. Lag es an den fehlenden Möglichkeiten, war es Machtlosigkeit, ein kalkuliertes Risiko, nur vorgetäuschte Sicherheit oder der Weg zurück zur scheinbaren Normalität? Wahrlich keine tollen Alternativen. In Berlin angekommen, erinnerten uns vor allem die Bauten im Bereich der historisch bedeutsamen Zone Reichstag, Unter den Linden und um den Potsdamer Platz an die momentane angespannte politische Lage und die früheren Auswirkungen von Krieg und Zerstörung. Es legte sich ein Schatten auf das unbesorgte und befreiende Gefühl das einen Lauf ausmacht.

BERICHT VON RUNNING-RALF über den Berlin-Marathon
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Laufbericht zum Berlin-Marathon 2001 von "RunningRalf" aus Waldalgesheim

Mein 7. (und mit Sicherheit nicht letzter) Berlin-Marathon

Da ich schon zu Zeiten in Berlin gelaufen bin, als sich die Teilnehmerzahlen noch in einem Bereich unterhalb der 20.000er Grenze bewegten, fällt es mir auch nicht schwer gewisse Vergleiche zu ziehen und ich muss sagen: Es ist voll geworden in Berlin. Ob zu voll, das empfindet wohl jeder anders und ich will mir auch generell nicht anma©¨en zu sagen, dass der Veranstalter ein Limit unterhalb der30.000 Läufer setzen muss. Wichtig ist vielmehr, dass derjenige, der sich auf einen Start in Berlin vorbereitet, wei©¨, was ihn erwartet. Deshalb verstehe ich einige kritische Stimmen nicht, die ich bis heute gehört und gelesen habe. Der Berlin-Marathon sei chaotisch gewesen; zu viele Läufer; zu eng; zu schlechteVerpflegung; zu wenig Stimmung, schlecht organisiert, ekelerregende Duschzelte etc. Warum muss es diese Ewignörgler nur geben. Ich habe mich ehrlich gesagt darüber geärgert. Ist dies ein Problem unserer Gesellschaft?
 
Meiner Meinung nach hat der Veranstalter in Berlin einen perfekten Einklang geschaffen zwischen dem internationalen Top-Sportevent mit Spitzenläufern aus aller Welt und gro©¨er Beachtung in der Sportpresse und andererseits die Plattform für jeden einzelnen zur Erzielung seines persönlichen Zieles in einer berauschenden Atmosphäre.
 
Der Vorwurf, dass sich der Veranstalter gerne mit Superlativen (Weltrekorde und Teilnehmerrekorde) schmückt und dafür die Masse nur als Mittel zum Zweck benutzt, finde ich gelinde gesagt eine Frechheit. Es ist doch nur legitim, dass der SCC Berlin, der nicht nur auf die Teilnehmergebühren, sondern viel mehr auf Sponsorenunterstützung, die Spitzensportler und Rekorde in den Vordergrund stellt. Deshalb werden aber wir, die Masse, noch lange nicht zweitrangig behandelt.
 
Man sehe sich doch nur an, mit welchem Eifer und Engagementdie vielen Helfer während der gesamten Veranstaltung, und ich meine damit nicht nur die Streckenversorgung, bemüht sind für unser Wohlergehen zu sorgen. Diese Arbeit mit dem Argument, es gab ¡nur“Wasser, Tee und Bananen, schlecht zu machen, ist schlichtweg unfair. Sicher, ich hätte auch lieber unterwegs mal ein Isogetränk oder eine Cola getrunken. Aber wer ehrlich ist, der wird zugeben, dass Wasser, Tee und Bananen völlig ausreichend sind, um unsere Bedürfnisse im Hinblick auf die Verpflegung zu befriedigen.
 
Es war sicherlich an manchen schmalen Passagen der Strecke eng und gegen Ende des Laufes musste man auch immer mehr zu einem Slalomlauf zwischen nun gehenden Läufern ansetzen. Aber damit muss man einfach rechnen, wenn man an einem solchen Mammutlauf teilnimmt. Oder würdet ihr lieber auf langweiligen, aber ausreichend breiten Autobahnen Euren Marathon laufen? Die Befürchtung von Herrn Milde, es würde am Brandenburger Tor zu Staus kommen, weil dort nur 3, der sonst 5 Durchgänge geöffnet waren, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Bis zum Schluss hatte man versucht, die Stadt dazu zu bewegen, die Renovierungsma©¨nahme am Tor so zu verändern, dass zumindest noch ein vierter Durchgang frei wird. Dies wurde von der Stadt aus Kostengründen aber abgelehnt.
 
Vor einigen Jahren noch konnte man den Kurs fast ohne Gedrängel und ohne Slalomlaufen absolvieren. Dies könnte heute auch noch möglich sein, zumindest in der Phase der ersten Kilometer. Müssen sich denn wirklich 4-oder 5-Stundenläufer in den Block der 3- Stundenläufer stellen und so einen chaotischen Laufbeginn verursachen. Warum ist es in Zeiten des Championchips nicht möglich, dass jeder sich sportlich fair dort aufstellt, wo er nach seinem Leistungsvermögen auch hingehört. Dies ist natürlich kein Berliner Problem. Das gibt es überall und kommt sogar beim NY-Marathon vor, wo wirklich sehr streng die Blockeinteilung kontrolliert wird.
 
Auch die Duschzelte haben sich die Veranstalter nicht aus Böswilligkeit einfallen lassen. Organisatorisch gibt es für die Läufermasse einfach bei dieser Streckenführung keine Alternative. In NY und London gibt es übrigens noch nicht einmal Duschzelte. Wer sich davor ekelt, der sollte sich ausreichend warme Wechselkleidung in den Kleiderbeutel stecken und eben nur umziehen. Mal ehrlich, wen stört es denn, wenn man nach so einem Lauf ein wenig nach Schwei©¨ riecht? Die Organisation hat in Anbetracht der zu bewältigendenLäufermenge (+Skater und Minis) wieder hervorragende Arbeit geleistet.
 
Nun aber noch zu meinem persönlichen Lauf:
Der Marathon beginnt für mich traditionell am Freitagmittagauf der Messe. Schnell habe ich mir einen Überblick verschafft und wei©¨, an welchem Stand ich meine Laufschuhe günstig kaufen kann. In diesem Jahr waren es 4 Paar. Schnäppchen kann man am Samstag vergessen. Dann gibt es fast nur noch Ware zu ¡Normalpreisen“ oder Grö©¨en, die nicht passen. Den Frühstückslauf lasse ich aus. Diesen Stressfaktor mit frühem Aufstehen und Ziel weit au©¨erhalb spare ich mir und schlafe lieber aus, frühstücke ausgiebig und fahre am Nachmittag nochmals zur Messe. Die Nudelparty ist gut besucht. Allerdings lohnt es sich nicht wirklich dorthin zu gehen. Für eine solche (nicht läufergerechte) Miniportion muss man den Weg nicht auf sich nehmen. Später koche ich mir in meiner Unterkunft noch eine Packung Spagetthi, so dass ich auch noch satt werde.
 
Nach einer unruhigen Nacht, aus irgendeinem Grund hat derWecker schon um 02.30 Uhr zum ersten mal geklingelt?, stehe ich auf mache Kaffee und esse eine Scheibe Brot mit Marmelade. Mehr brauche ich nicht. Um demGedränge am Ernst-Reuter-Platz aus dem Weg zu gehen, steige ich am Bahnhof Zoo aus der U-Bahn und gehe den Rest zu Fu©¨. Am Himmel zeichnet sich schon ab, dass mit Sonnenschein nicht zu rechnen ist. Es bleibt aber bis auf ein paar Tropfen während dem Lauf trocken.
 
Wer einmal zwischen Ernst-Reuter-Platz und CharlottenburgerTor die hohen Bäume und gro©¨ wuchernden Büsche und Sträuche bewundert hat, der sollte wissen, dass vor dem Start die Düngung und Wasserversorgung der Pflanzen für ein ganzes Jahr im voraus erfolgt. Dies sind teilweise sehr lustige Bilder, die man da zu sehen bekommt. Der Start läuft insgesamt in geordneten Bahnen, bis auf die schon erwähnten Unverbesserlichen, die sich in falsche Startblocks mogeln und so¡Auflaufunfälle“ provozieren“.
Den Lauf erlebe ich so, dass die Stimmung unter denZuschauern gut, aber nicht frenetisch ist. Letztes Jahr war sie besser. Aber das ist wiederum subjektives Empfinden jedes einzelnen.
Ich finde die Streckenänderungen o.k. Das Ziel ist zumindest nicht schlechter als das alte. Wie immer stehen auf den letzten 2 Kilometern die Zuschauer in mehreren Reihen hintereinander und feuern hier am stärksten an. Gerne erinnere ich mich an das Vorjahr, als ich hier meine Schwester bei ihrem 1. Marathon noch zu einer Zeit unter 5 Stunden angetrieben habe. In diesem Jahr komme ich in 3:35 ins Ziel. Viel zu schnell. Eigentlich sollte das heute nur ein Trainingslauf in 4:00 werden. Aber wenn man erst mal ein gewissesTempo angeschlagen hat, ist es schwer unterwegs noch die Handbremse zu ziehen. Hinterdem Ziel eine Schwachstelle des Laufes. Hier staute es sich im rechten Halbbogen um den Wittenbergplatz unnötig. Hätte man hier nicht den linkenHalbbogen auch für die Läufer freigeben können, nachdem ja schon alle Skater,f ür die diese Fahrahn reserviert war, dort durch waren?
 
Fazit:
Kleine Schwachpunkte muss man einfach in Kauf nehmen, wenn so viele Menschen am Start sind. Trotzdem bin ich mit dem Berlin-Marathon auch in diesem Jahr voll zufrieden und freue mich schon auf meine nächsten 3 Teilnahmen. Wennich diese hinter mir habe, bin ich im Jubilee-Club, in den man kommt, wenn man 10x in Berlin gelaufen ist. Dort will ich mal hin.........................

VORBERICHT VON KLAUS GERHART über den Berlin-Marathon
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Hallo! Hier mal ein Stimmungsbericht kurz vor der Abreise zum Berlin -Marathon(zwecks Vorher -Nachher Effekt):
Über mich: Bin Jahrgang 65 und laufe seit 1993.(Ganzjährig,meistens so 40-70km/Woche.70-80% davon am Wochenende)
Meine Marathonbestzeit stammt von meinem 2.Marathon 1997 mit 3:04(die letzten 5km in 34min.,da hat der Mann mit dem Hammer unbarmherzig zugeschlagen.) aus dem leidgeprüften New York.
Mein bester Marathon war aber(subjektiv) letztes Jahr der 2-Länder-Marathon "Rund um den Untersberg"mit einer Zeit von 3:20.Von Start bis Ziel keinerlei Beschwerden,perfekte Renneinteilung.
Am 9.August,gerade von unserem Lauftreff nach Hause gekommen,ein Blick auf die Running-Pur Seite: "Es werden noch 3 Starter für Berlin gesucht".Probieren kann mans ja--- peng!Am Sonntag die Bestätigung:SIE SIND IM POOL!
Tja,was macht man,wenn man 7 Wochen Zeit hat sich auf einen Marathon vorzubereiten,und noch dazu gerade 3 Wochen Urlaub?Da ich seit einem missglückten Startversuch in Hamburg (krankheitsbedingt)keine Lust auf Läufe über 80min. hatte,war's klar:Ausdauer!Anstelle der langen Läufe hatte ich vorher allerdings einige leichte Bergwanderungen von 7-8 Stunden Dauer.
Im August warens dann noch 4 Läufe von 2h-2h40.(Gelände,Pulsbereich von 130-140/Maximalpuls 197).Nach 14 Tagen unbedingt
nötiger Verschnaufspause (3 Wochen Urlaub:insgesamt 299km! Persönlicher Rekord,nehm mal an auch WELTREKORD)folgt am 2 September in Altötting ein HM mit Marathonpuls(Obergrenze170) in 1:27.Mit Ein- und 80 min. Auslaufen der längste aller Läufe
(3h),gefühlsmässig sehr locker.
14 Tage vor Berlin die erste Einheit schneller als Marathonbelastung:HM voll in 1:23:20/181Durchschnittspuls(endlich mal wieder über 180 Puls).Die ersten 5km waren ok,dann spürte ich doch die langen Einheiten.
Letzten Samstag noch ein WK über 7,3km mit einem KM-Schnitt von 3:39.Zeit gut-Feeling grauenvoll,gefühlsmässig war's eher im Gehtempo(jaja,das wären wohl eher meine Distanzen).
In den letzten 12 Wochen(meine normale Marathonvorbereitungszeit) komme ich bis datto auf 804km in 66 1/2 Stunden(70 km mehr als vor Hamburg,nur bei meiner Bestzeit hatte ich mehr km-hoffentlich kein schlechtes Omen).Habe aber mehr lange Läufe als sonst im ganzen Jahr!
Bis jetzt deutet eigentlich alles auf eine Bestzeit hin-die Arbeitswoche auch noch verletzungsfrei überstanden,bleiben noch 2 Tage zum erholen vor..... (der Qual/dem Vergnügen?).
Also bis nach dem Marathon mit der Tragödie zweiter Teil!


BERICHT VON KLAUS GERHART über den Berlin-Marathon
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Hallo!
2:57:32-running pur!!! Vielen Dank nochmal an Running-pur,welche mir in letzter Minute die Möglichkeit gab diese Traumziel zu erreichen!
Sitze hier in einem Internetcafe am Kudamm und schau mir nochmal die Ergebnisse im Internet an.Für mich war natürlich die Veranstaltung perfekt-Von Startnummernausgabe bis zur Urkunde kurz nach Zieldurchlauf.Wow!
Gut,von Anfang an:Bin am Freitag nachmittag per Flugzeug aus München angereist(preislich nur um 25 DM teurer als per Bahn).Sonnenschein,warme Temperaturen-also per pedes Richtung Stadtmitte(jaja,manchmal mach ich so'n Unsinn).Des Abends noch Besichtigung Kudamm usw.Am Samstagvormittag Teilnahme am Frühstückslauf,Gefühl miserabel-da solls morgen schneller gehen? Stimmung und Teilnehmerzahl war toll(die ersten Bekannten getroffen),danach Startnummernabholung und Marathonmesse-ziemlich viel Gedränge.Versuchte den ganzen Tag viel zu trinken-gar nicht so leicht.Als Abendtrunk noch ein Weizen-zwecks gutem Schlaf.Um 10 ins Bett-um 1 Uhr wieder munter,nix mehr mit Schlaf-also sich geistig auf den Marathon eingestellt,um 6 Uhr Frühstück,um halb acht los Richtung Start.Sehr windig und kühl(am Vortag über 20 Grad bei Sonnenschein).Die langen "Wanderungen" der Vortage sind in der Wadenmuskulatur spürbar-ob das gut geht?Los gehts: 45 sek. bis zur Chipmatte.Die ersten 4 Km-Markierungen hab ich übersehen,nach 4k seh ich:zu schnell(unter 4min.Schnitt).10km Durchgangszeit 40:58.Gefühl(bis auf die Waden)noch sehr locker.Vom Wind spürt man hier kaum etwas-kein Wunder ,da müssen ja Tausende vor mir sein!Immer wieder Streckenabschnitte voller Zuschauermassen,da läuft sichs wie von selbst.HM in 1:26:56.Die Hälfte wäre geschafft!(Für mich eigentlich immer ein Kriterium-jetzt gehts dem Ziel entgegen).Laut Streckenplan geht es von km25-35 immer leicht bergauf-ich spürs.Die Km-Zeiten werden(teils beabsichtigt)langsamer.2:25 am Wilden Eber(KM35)-ein 5er Schnitt reicht,und hier ist die Stimmung mitreisend.Hab gerade von einem Mitläufer(läuft mit Radio),das eine Japanerin als erste Frau unter 2:19:45 im Ziel ist.Wow-und wir haben noch 7km.Muss mich jetzt bewusst bremsen,ich weiss wie lange die letzten km sein können.Km40:Habe noch 12 min Zeit-jetzt glaub ichs erst.Die letzten 2km sind ein Traum.Das Gefühl im Ziel:Super-Keine körperlichen Probleme,bis auf jetzt stärkere Wadenschmerzen,gibt sich aber nach einer wohltuenden Massage.
Der Berlin-Marathon war und ist eine Reise wert.Vielleicht schon nächstes Jahr?Jetzt folgen ein paar Tage nichts tun,in drei Wochen gehts schliesslich (zum 9.Mal)Rund um den Wolfgansee-"nur" 27km:Als Erlebnislauf oder als WK,alles offen.
Wäre noch was möglich gewesen?Ziel war unter 3h zu bleiben-mir war das Risiko zu groß auf mögliche 2:55 zu laufen und am Ende knapp zu scheitern,ich laufe ja noch mehr Marathons(glaub ich).Aufgrund meiner guten Unterdistanzschnelligkeit wäre für die Zukunft noch einiges drin.In der Vorbereitung fehlten ja bis 14 Tage vor Schluss jegliche Tempoeinheit.Schnellere Zeiten sind dann natürlich auch eine Frage des KM-Umfangs:Für deutlich mehr Umfang seh ich aber eher schwarz.Die langen Läufe werden in Zukunft aber eine grössere Bedeutung erlangen.
Am besten lauf ich merkwürdigerweise aber bei eher kurzfristigen Zielen-hmm,muss ich noch analysieren.Nach 2 Jahren planlosem Laufen,gestalt ich mir für nächstes Jahr mal wieder einen Trainingsplan-bin schliesslich mein bester Trainer!
Vielleicht meld ich mich wieder mal bei einer Running-Pur Veranstaltung-bei solch herausragendem Erfolg.
Ciao Klaus