Testläufer berichten vom 3-Länder-Marathon am 7. 10. 2001

Premiere: 3-Länder-Marathon

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen.
Wollen auch Sie mit einem Freistart in der Tasche den ONLINE-Lesern Ihre Erfahrung übermitteln?
Dann klicken Sie hier.

BERICHT VON MARKUS BENTLE überdie Premiere des 3-Länder-Marathons
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][ Markus Bentle ][ Jens Hamann ][


Hallo liebe running-pur-Redaktion!
Mit dem geplanten Live-Bericht nach Zielankunft per Telefon oder Handy hat es leider nicht geklappt, da unser Handy keine Verbindung herstellen konnte. Und eine Telefonzelle auch nicht in Sicht war.
Dafür berichte ich nun ganz aktuell... .
Die "Pasta-party" am Samstag konnte ich leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr besuchen. Ich habe mir aber sagen lassen, dass es schön war. Ebenso der Marathonmarkt.
Am Sonntag sind dann viele Teilnehmer sind von Bregenz mit dem Schiff auf die Insel nach Lindau zum Start angereist. Der Grund dafür war, dass das Ziel in Bregenz war. Die organisatorische Herausforderung von unterschiedlichem Start- und Zielort wurde hier auf elegante Weise gelöst. Jedenfalls eine reizende Version, sich auf den Marathon mit einer Schiffsfahrt einzustimmen... . Da ich von der anderen Seite nach Lindau anreiste, kam ich leider nicht in den Genuss dieses Vergnügens. Ich habe mir aber berichten lassen, dass alles perfekt organisiert war und wunderbar geklappt hat.
Der Startbereich im Hafen von Lindau war ebenfalls hervorragend auf das bevorstehende Event vorbereitet: Im Hafen waren zwei Schiffe als Umkleidekabinen für "Männlein" und "Weiblein" umfunktioniert. Infobereich, mobile Toiletten und Start waren übersichtlich angelegt, so dass sich auch ortsunkundige gut zurechtfinden konnten. Für die mitgebrachten Kleider, Trainingsanzüge und sonstiges Zubehör war ein Rücktransport organisiert. Dafür hat bereits jeder mir seinen Startunterlagen einen Plastikbeutel mit aufgeklebter Startnummer erhalten. Bereits hier eingro©¨es Lob an die Organisatoren, die diese Veranstaltung ja zum ersten Mal durchführten!
Nun zum eigentlichen Ereignis, dem Marathon. Unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen habe ich mich auf den Weg gemacht: Vor drei Wochen bin ich beim Baden-Marathon in Karlsruhe im zweiten Teil (so ab km 25) völlig eingebrochen und konnte mich nur noch mit Mühe und Not ins Ziel retten. Da ich mich jedoch relativ schnell von diesen Strapazen erholt hatte habe ich mir dennoch einiges für den 3-Länder-Marathon vorgenommen. Doch eine hartnäckige Erkältung, die mich die ganze letzte Woche stark beeinträchtigte, lie©¨ mich stellenweise sogar daran zweifeln, ob ich überhaupt starten sollte. Da ich als Testläufer ausgewählt war und der Marathon auch noch in unmittelbarer Nähe meines Geburtsortes stattfand, konnte ich fast nicht passen. Mit schlechtem Gefühl im Magen und wackeligen Beinen, machte ich mich aus Karlsruhe auf den Weg... .
Mit rhythmischem Klatschen stimmten sich dann die Läufer vor dem Start auf die bevorstehenden Strapazen ein. Punkt 10.30 Uhr fiel dann der Startschuss.
Aufgrund der Ungewissheit über meine Form und die noch nicht abgeklungene Erkältung, lie©¨ ich es am Anfang erstmal etwas ruhiger als sonst angehen. Nach dem Start aus dem Hafengebiet machten wir uns auf den Weg durch die Stadt runter von der Insel. Da die Stra©¨en auf der Insel nicht allzu breit sind, gab es nach dem Start zunächst einige Engpäss zu bestehen, bis sich das Feld etwas verteilt hatte. Dafür waren hier sehr viele Zuschauer an der Stra©¨e, die das Läuferfeld frenetisch anfeuerten. Von der Insel herunter nahmen wir Kurs auf Bregenz entlang der schönen Promenade. Auch hier standen sehr viele Zuschauer, durch deren Anfeuerung man nahezu getragen wurde. Die Gefahr dabei ist nur, dass man sein Tempo ungewollt erhöht. Aber mit regelm䩨igem Blick auf die Uhr konnten wir dies verhindern.
Das Wetter sah anfangs noch ganz ordentlich aus, doch schon bald setzte der Regen ein °© und sollte such bis zum Schluss leider nicht mehr aufhören. Was die Bedingungen natürlich etwas erschwerte. Zum Glück waren die Temperaturen noch einigerma©¨en erträglich, so dass man nicht zu sehr auskühlte. Die Strecke führte uns über Lochau nach Bregenz mit Blick auf den Pfänder. Diesen Berg lie©¨en wir zum Glück linker Hand liegen, denn 6 km steiler Anstieg wäre wohl doch zuviel gewesen... Von Bregenz führte der Weg dann mehr in waldiges Gebiet über Hard nach Fu©¨ach. Plötzlich liefen wir dann mitten durch saftige Wiesen und einige Voralberger Kuhherden. Wäre das Wetter nicht so schlecht gewesen, könnte man sagen: ideale Laufbedingungen.
Die ¡Halbmarathonis“ hatten uns derweil schon längst verlassen (in Hard) und machten sich bereits auf den Weg zurück nach Bregenz ins Stadion zur Zielankunft. Uns führte der Weg weiter über die schweizer Grenze nach SanktMargarethen. Leider waren hier einige Stra©¨en aufgerissen, so dass man stellenweise mit unebenen Wegen zu kämpfen hatte. Langsam wurden auch die Beine schwerer und so um km 30 kam dann das ¡zäheste“ Stück. Über drei km ging es kerzengerade an einem Bahndamm entlang. Das Stück wollte einfach nicht enden und nicht einmal einSchweizer ¡Zügli“ bekamen wir als Abwechslung zu sehen. Zum Glück gab es da noch einige unverdrossene Zuschauer, die trotz Dauerregens nicht ablie©¨en ¡Hopp– hopp –hopp, auf geht`s super-r-r-r-r“ zu rufen. An dieser Stelle ein gro©¨esLob an die vielen Zuschauer, Krachmacher und Musikanten, die uns trotz des miserablen Wetters, die Strapazen um einiges erleichterten!!
So langsam wurde das ganze nun nur noch zur Kopfsache: völlig durchnässt, schwere Beine und noch immer 10 km vor mir. Aber wenn man erst mal so weit gekommen ist, schafft man es meist auch irgendwie ins Ziel. An der Versorgungsstation nochmals warmen Tee und Bananen getankt, ging es auf den letzten Teil; mittlerweile wieder auf österreichischem Boden. Von Fu©¨ach nach Hard liefen wir nahezu die gleiche Strecke zurück, die wir beim Hinweg gelaufen waren.
Und jetzt ging es noch das letzte Stück nach Bregenz Richtung Stadion. Leider waren an diesem Teil der Strecke nur noch wenige Zuschauer, so dass die nun mehr denn je notwendige Anfeuerung an diesem Teil der Strecke leider fehlte. Die Fü©¨e wollten schon längst nicht mehr, aber irgendwie läuft man halt weiter und fragt sich, wann denn endlich die nächste KM-Tafel kommt. Irgendwie habe ich es dann doch zum Stadion geschafft und vor dem Stadion gab mir meine hier auf mich wartende Familien ochmals den letzten ¡Kick“, den ich für die Stadionrunde noch benötigte. Bei 3:28:25h hielt die Uhr dann im Ziel für mich an. - Völlig geschafft, aber überglücklich. Mit meiner Zeit war ich auch mehr als zufrieden, zumal ich vor dem Start nicht geglaubt hätte, dass ich heute das Ziel überhaupt sehe bzw. sogar bereits mit der halben Distanz geliebäugelt habe... . Das Gefühl als ¡Finisher“ ins Ziel zu kommen ist jedes Mal auf`s Neue überwältigend. So bin ich mir sicher, dass dieser vierte Marathon nicht mein letzter war und sich die Reise an den Bodensee absolut gelohnt hat. Vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr wieder. Eine Teilnahme ist durchweg zu empfehlen!
Zum Schlu©¨ daher nochmals ein gro©¨es Lob an die Organisatoren, die diese Veranstaltung so toll vorbereitet haben!


BERICHT VON JENS HAMANN überdie Premiere des 3-Länder-Marathons
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][ Markus Bentle ][ Jens Hamann ][


Hallo liebes running-pur-Team!
Hier ist mein Testbericht zur Premiere des 3-Länder-Marathon am 7.10.2001:
Meine Freundin und ich reisten bereits am Samstagnachmittag nach Lindau an, um die Startunterlagen abzuholen und die Marathonmesse zu besuchen. Die Anreise erwies sich dank der hervorragenden Vorabunterlagen und der guten Ausschilderung als problemlos.Die Ausgabe der Startunterlagen im Berufsschulzentrum Lindau war auch gut organisiert. Da wir jedoch erst nach 18:00 Uhr vor Ort waren, kamen wir nicht mehr in den Genu©¨ der Pasta-Party, da diese nur bis 17:00 Uhr ging, obwohl die Startnummernausgabe bis 19:00 Uhr geöffnet war. Dies fanden wir sehr schade, da wir, wie viele andere der später gekommenen Läufer, gerne noch etwas gegessen und getrunken hätten. Au©¨erdem begannen die Helfer bereits mit dem Abbau der Tische und Bänke, und auch die Marathon-Messe war zu diesem Zeitpunkt schon grö©¨tenteils vorbei oder die Aussteller waren am Zusammenpacken. Ich habe mir jedoch von Läuferkollegen sagen lassen, dass es dort sehr gute Angebote gab und man das eine oder andere Schnäppchenmachen konnte.

Start war am Sonntag pünktlich um 10:30 Uhr auf der Seepromenade in Lindau. Dorthin reisten vieleLäufer/Innen mit 3 Sonderschiffen von Bregenz aus an, wo sich das Zielbefand. Diese Bodensee-Sonderfahrt war im Startgeld inklusive, und auch für Begleitpersonen gab es erm䩨igte Fahrkarten. Diese Variante fand ich jedenfalls sehr gelungen, da das Problem des unterschiedlichen Start- und Zielortes dadurch sehr gut gelöst wurde. Im Startbereich war alles perfekt organisiert. Im Hafen gab es 2 °ßUmkleideschiffe°ß für Damen und Herren, durchnummerierte LKW´s zur Kleiderbeutelabgabe, einen Infostand und auch ausreichend Toiletten-Häuschen, was nicht immer überall der Fall ist.
Beim Start selbst war eine super Stimmung, und das tolle Publikum schickte die 2197 Teilnehmer mit viel Beifall auf die Strecke. Die Zeitmessung erfolgte durch Chips der Fa. Datasport DS AG, wobei die Leihgebühr ebenfalls imStartgeld enthalten war.

Die Strecke führte von der Lindauer Insel über die Inselbrücke und dann am See entlang über Lochau Richtung Bregenz. Bis hier waren sehr viele Zuschauer an der Strecke, und das Wetter war bis zu diesemZeitpunkt nahezu ideal. Leider fing es ab Bregenz an zu regnen und hörte bis kurz vor Ende des Rennens auch nicht mehr auf. Zwischenzeitlich regnete es sogar so stark, dass ich bis zum HM-Wendepunkt in Hard keine trockene Faser mehr am Körper hatte und mir das Wasser fast aus den Schuhen lief. Da ich mein Saisonziel einmal deutlich unter 3:30 Std. zu laufen bereits am 16.09. beim Baden-Marathon in Karlsruhe erreicht hatte und ich nächstes Wochenende auch beim Medien-Marathon in München starte, beschloss ich, mich zu schonen und einen langsamen 5er-Schnitt zu laufen, und dafür etwas mehr auf die Vorzüge der Strecke zu achten. Diese führte von Bregenz auf dem Radweg am See entlang bis zur Ach, die die Läufer bei Km 15 über die Bregenzer Achbrücke überquerten. Weiter ging es über Hard, wo sich der o.a. HM-Wendepunkt befand, am dortigen Strandbad vorbei durch die schöne Vorarlberger Landschaft bis zum Rhein, den wir kurz vor Km 20 über die Rheinbrücke Richtung Fussach überquerten. Von Fussach ging es über Höchst in Richtung Schweizer Grenze, die wir bei St.Margrethen überquerten. Die Strecke führte überwiegend durch die schöne Vorarlberger Landschaft, an trotz des schlechten Wetters erstaunlich vielen begeisterten Zuschauern und noch mehr weniger begeisterungsfähigen Milchlieferanten (Kühen) vorbei. Nach der Verpflegungsstation bei Km 30 am Tennisplatz St. Margrethen kam der meiner Ansicht nach härteste und unattraktivste Streckenabschnitt. Von hier aus ging es nämlich über 3 km parallel zum Bahndamm und fast kerzengerade am Rhein entlang. Hier hatten viele Läufer einen toten Punkt (man sah immer mehr Geher) und mir ging es leider auch nicht anders, da dieser Streckenabschnitt einfach nicht zu enden schien. Doch dank der zwar weniger werdenden, aber nicht minder tollen Zuschauer, die einen trotz ¡Schnürl“-Regen immer wieder mit¡Heja, heja!“- und ¡Super!“-Rufen anfeuerten, kam ich schlie©¨lich zur nächsten Verpflegungsstelle, wo ich mich erst einmal mit warmem Tee und Bananen stärkte. Mit neuer Energie ging es dann wieder über die Rheinbrücke bei Fussach die gleiche Strecke zurück nach Hard. Auf den letzten Kilometern lie©¨ dann der Regen etwas nach, und kurz vor Km 41 legte ich noch einen kurzen Zwischenstopp ein, um Tee und Bananen zu ¡tanken“ und mich für den ¡Endspurt“ zu stärken. Im Casino-Stadion lief man dann noch eine “Ehrenrunde“bis ins Ziel vor der Haupttribühne, wobei einen die Zuschauer durch ihren Applaus förmlich ins Ziel schweben lie©¨en. Ein tolles Gefühl!!!
An dieser Stelle deshalb nochmals ein dickes Kompliment an die tollen Zuschauer an der gesamten Strecke und auch an die zahlreichen Musikgruppen, die in fast jedem Ort dem Wetter trotzten!
Mit meiner erreichten Zeit von 3:31.21 Std. bin ich sehr zufrieden, da ich nicht nur meinen avisierten 5er-Schnitt fast exakt erreicht habe, sondern auch keinerlei muskuläre oder Knieprobleme hatte.

Im Zielbereich gab es, wie übrigens auch auf der ganzen Strecke, ausreichend Wasser, Obst und zusätzlich Mineralgetränke. Positiv fand ich darüber hinaus, dass man sich nach der Verpflegung auf bereitgestellte Bierbänke setzen konnte, wo einem freundliche Helfer beim Abmachen des Zeitnahme-Chips von den Schnürsenkeln halfen. Diesen tollen Service kannte ich bisher nur aus den USA.
Nach der Chipabgabe konnte man sich dann ebenfalls im Stadion die Finisher-Medaille und das T-Shirt (ebenfalls im Startgeld enthalten) abholen, und sich zudem Massieren lassen. Ebenfalls beim Stadion gab es gratis Voraburkunden. Die Duschen für die Frauen waren auch im Stadion, die für die Männer waren im nahegelegenen Hallenbad, wo es auch noch ausreichend warmes Wasser gab.
Sieger beim Marathon der Männer wurde übrigens Christian Gleirscher in 2:34.55,4 Std. und bei den Frauen Birgit Lennartz in 3:05.04,6 Std..
FAZIT:
Eine absolut gelungene Premiere des 3-Länder-Marathons und ein großes Lob an die Organisatoren. Man kann nur sagen: weiter so! Ich kann den
3-Länder-Marathon nur weiterempfehlen und sagen, dass sich die Reise an den Bodensee gelohnt hat. Ich komme bestimmt wieder!
Jens Hamann


BERICHT VON Holger Wiegandt & Kerstin Gedig über die Premiere des 3-Länder-Marathons
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][ Markus Bentle ][ Jens Hamann ][ Holger Wiegandt & Kerstin Gedig ][


Vorab müssen wir uns ersteinmal dafür entschuldigen, daß der Bericht mit ein paar Tagen Verspätung kommt. Trotz unseres Urlaubes hatten wir vorgehabt, schnellstmöglichst unseren Bericht aus dem Internet Cafe in Lindau zu mailen. Am Sonntag aber irrten wir auf der Suche danach ein wenig hilflos durch Lindau und gaben angesichts der körperlichen Marathon-Folgeerscheinungen ziemlich schnell mit der Suche auf. Am Montag, nach Rückfrage im Tourist Büro, fanden wir zwar das Internet Cafe. Dieses hatte aber Ruhetag. Am Dienstag dann endlich, hauten wir dann fast eine 3/4 Stunde lang in einer völlig verqualmten Umgebung, unseren Bericht in die Tasten. Als wir ihn dann endlich wegschicken wollten, gab der Server seinen Geist auf und nichts ging mehr. Völlig entnervt gaben wir endgültig auf und entschlossen uns, den Bericht von zu Hause aus "in aller Ruhe" neu zu schreiben. Hier ist er nun:


Wir, das sind übrigens Holger und Kerstin aus Duisburg. Völlig unabhängig voneinander kam uns vor ein paar Monaten die Idee beim 3-Länder-Marathon zu starten. Wahrscheinlich war es der ideale Zeitpunkt zu Beginn der Herbstferien (und damit der Gedanke an ein paar zusätzlichen Urlaubstagen im Anschluß an den Lauf) und die uns bis dahin unbekannte Gegend, die uns eine Teilnahme dort so schmackhaft machte. Unabhängig voneinander bewarben wir uns auch um einen Teststart bei Running Pur und hatten beide Glück dabei zu sein. Für mich (Kerstin) war dieser Lauf sogar ein kleines Jubiläum, bin ich doch vor ziemlich genau 10 Jahren meinen ersten Marathon gelaufen. Unsere mittlerweile 8jährige Tochter zog es übrigens doch vor, ihre Ferien bei ihren Cousins und Cousinen zu verbringen. Dennoch wollen wir an dieser Stelle drauf hinweisen, daß der Veranstalter auf Nachfrage sogar bereit war, eine Kinderbetreuung zu organisieren. Erfreulich war überhaupt, daß der Veranstalter, sehr schnell auf emails reagierte, d.h. schon am nächsten Tag hatten wir die Antworten auf diverse Fragen. Das gibt es auch nicht überall. Doch zurück zum Ort des Geschehens. Samstagfrüh machten wir uns bei schönstem Herbstwetter von Duisburg auf nach Lindau und konnten dort, dank einer guten Ausschilderung, unsere Startunterlagen problemlos in Empfang nehmen. Wir waren noch zeitig genug dort, um an der Pasta Party teilzunehmen und können nur sagen: Richtig lecker. Die Startnummerbeutel waren gut gefüllt (es soll ja Leute geben, die auf sowas Wert legen - obwohl sich die Qualität eines Marathon unserer Meinung nach bei anderen Dingen wiederspiegeln sollte). Probleme hatte ich (Kerstin) allerdings mit der Größe des Kleiderbeutels (liegt das vielleicht daran, daß ich eine Frau bin?) Ich habe wirklich nur die wichtigsten Dinge eingepackt, aber für ein paar Schuhe und eine dickere Jacke fand ich wirklich keinen Platz mehr. Mir schwahnte Böses, aber angesichts des Superwetters am Samstag verdrängte ich meine Befürchtungen. Das sollte sich nach dem Lauf noch bitter bemerkbar machen. Beim Start am Sonntag um 10.30 Uhr allerdings herrschten ideale Bedingungen. Es war trocken und angenehme Temperaturen. Die kostenlose Schifffahrt vom Zielort Bregenz nach Lindau konnten wir nicht mitmachen, da wir uns ein kleines, familäres Hotel in unmittelbarer Startnähe als Urlaubsdomizil ausgesucht hatten. Das erwies sich als Glücksgriff. Vollkommen entspannt und mit viel Zeit konnten wir uns auf den Marathon vorbereiten. Während die meisten Läufer sich schon auf der Überfahrt befanden, saßen wir noch am Frühstückstisch und als sich Schlangen vor den (allerdings reichlich vorhandenen) Toilettenhäuschen bildeten, suchten wir nochmal unser Zimmer auf. Auch wenn wir auf die romantische Einfahrt in den Lindauer Hafen verzichten mußten, so war der Start für uns auf der Hafenpromenade wirklich ein einmaliges Erlebnis. Umsäumt von einem tollen Publikum und mit Blick auf den Leuchtturm und den berühmten Löwen wurden die ca. 2.200 Läufer (die Hälfte davon Halbmarathonis) auf die "Reise" geschickt. Die ersten 15 Kilometer (durch Lindau und anschließend am Bodensee, vorbei an der Seebühne bis Bregenz Casino, und von dort weiter durch Bregenzer Grünzonen) fanden wir sehr abwechslungsreich. Vom 2. Teil der Strecke waren wir beide allerdings ein wenig enttäuscht. Zwar ist die Strecke relativ flach und sicherlich schnell, doch landschaftlich hatten wir sie uns beide etwas interessanter vorgestellt. Vielleicht war es aber auch der Regen, der einem ein wenig die Lust und Freude am Gucken nahm. Leider hatte es nach ca. 1 Stunde angefangen zu nieseln und nach ca. 1 1/2 Stunden goß es aus allen Kübeln. Den Helfern und Zuschauern, die an der Strecke verblieben waren, machte dies anscheinend weniger aus. Die Verpflegung unterwegs war optimal, es war reichlich für alle da und es gab nirgendwo an den Verpflegungsstellen Staus. Holger war nach 3:15 Std. auch noch richtig begeistert vom Zieleinlauf ins Bregenzer Casino Stadion, ich dagegen hatte nach einem kleinen Einbruch auf der 2. Hälfte hierfür weniger ein Auge. Als ich nach 3:32 Std. ins Ziel kam, fand ich mehr Gefallen an den "kurzen Wegen" zu den Autos mit den Kleiderbeuteln und den Duschen und vor allem an den vielen Getränkeposten (insgesamt 6 Stück, die im gesamten Stadionbereich zu finden waren und an denen man auch nach dem Duschen noch Getränke bekam). Insgesamt haben wir beide einen sehr positiven Eindruck vom 3-Länder-Marathon erhalten. Ein Punkt ist uns allerdings doch noch negativ aufgefallen: Die Streckenlänge kann zum Schluß nicht gestimmt haben. Unabhängig voneinander haben wir für die letzten 2,2 Kilometer für uns unmöglich erreichbare Zeiten gestoppt. Nach unserer Einschätzung dürften somit ca. 600 Meter gefehlt haben und auf unsere Zeiten müssten noch ein paar Minütchen draufgerechnet werden. Das ist etwas, was bei einem Marathon eigentlich nicht passieren darf. Dennoch war es eine gelungene Premiere und in Verbindung mit ein paar anschließenden Urlaubstagen (so wie wir es bei herrlicher Herbstsonne gemacht haben) eine hervorragende Kombination aus Wettkampf und Entspannung.

Holger Wiegandt & Kerstin Gedig